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Rodeln : Rekordsieg für Georg Hackl

  • Aktualisiert am

„Turbo-Schorsch” mit 37 immer noch in Topform Bild: REUTERS

Mit seinem 32. Weltcupsieg stellte Georg Hackl den Rekord von Ruheständler Markus Prock aus Österreich ein. Damit hat sich der 37jährige rechtzeitig vor der WM in Naganio zurückgemeldet.

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          Georg Hackl hat vier Wochen vor den Rodel-Weltmeisterschaften zu alter Form zurückgefunden: Der dreimalige Olympiasieger raste am Samstag vor 3.000 begeisterten Zuschauern an der Kunsteisbahn in Winterberg zu seinem ersten Weltcupsieg in dieser Saison und stellte mit 32 Erfolgen den Rekord von Ruheständler Markus Prock aus Österreich ein. Ungeachtet versteckter Manipulationsvorwürfe gegen deutsche Rodler verwies der 37jährige Berchtesgadener mit zweimaliger Laufbestzeit in einem packenden deutschen Duell den Oberhofer David Möller in 1:51,211 Minuten um 0,237 Sekunden auf den zweiten Rang.

          Als deutlich abgeschlagener Dritter verteidigte der italienische Olympiasieger Armin Zöggeler (Rückstand: 0,676) trotz seines Sturz am Vortag und einer Oberschenkelprellung mit 501 Punkten nach 6 von 8 Rennen klar die Gesamtführung vor Möller (401) und Hackl (375), der sich vom 5. auf den 3. Gesamtrang verbesserte. Patrick Dietzsch (Oberwiesenthal) belegte in Winterberg den 7. Platz, Jan Eichhorn (Oberhof) wurde Neunter und Denis Geppert (Oberwiesenthal) Elfter.

          „Was in Winterberg gut ging, ist auch in Nagano gut gelaufen“

          Ein verschmitztes Lächeln huschte im Ziel über Hackls Gesicht, als sein 8. Sieg im 15. Weltcuprennen auf der Kappe in Winterberg feststand. „Das ist enorm“, meinte der Bayer, „ich freue mich sehr. In den letzten Jahren war mir das Glück hier immer hold.“ Es sei immer ein tolles Gefühl, in Winterberg zu sein, was sicher an den guten Erinnerungen liege. So holte Hackl im Hochsauerland bereits vor 15 Jahren seinen ersten von drei WM-Titeln. Denen könnte nun im japanischen Nagano in einem Monat möglicherweise der vierte folgen. Denn: „Was in Winterberg gut ging - so war es zumindest in der Vergangenheit immer -, ist auch in Nagano gut gelaufen“, hatte Hackl zuvor schon festgestellt.

          Nach der Niederlage im Challenge-Cup-Duell gegen Möller nahm Hackl die Herausforderung an. „Da hatte ich Handlungsbedarf“, meinte der Berchtesgadener, der einem seinem lila Schlitten keine Pause gönnte und ihn noch einmal in der Werkstatt „frisierte“. Und selbst der einsetzende leichte Schneefall konnte „Turbo-Schorsch“ nicht bremsen. „Es klappt sogar bei Schnee“, freute sich Hackl, der nach den Weltcup-Rängen 9, 10, 4, 5, und 2 nun richtig in Fahrt kommt für den Saisonhöhepunkt in Iizuna Kogen, wo er 1998 sein drittes Olympia-Gold geholt hatte.

          Manipulationsvorwurf gegen deutsche Schlittenasse

          Zum Favoritenkreis für Nagano gehört auch Möller, der nach seinem ersten Weltcupsieg überhaupt in Calgary seine zweitbeste Saisonplatzierung schaffte. „Ich bin sehr zufrieden“, meinte der Thüringer, der vor zwei Wochen bei der EM ebenfalls Zweiter geworden war. Bundestrainer Thomas Schwab konnte Möllers Vorstellung in Winterberg kaum glauben: „Das gibt's nicht. Ein Wahsinn, der Kerl.“

          Derweil hat sich nun auch der Präsident des Rodel-Weltverbandes FIL, Josef Fendt, in die Diskussion um den Manipulationsvorwurf gegen deutsche Schlittenasse - darunter namentlich gegen Möller und dessen Vereinskollegen Jan Eichhorn und Silke Kraushaar - sowie die deutsche Kritik an den Verbandskontrollen eingeschaltet. „Ich sehe Handlungsbedarf“, sagte der Berchtesgadener. Im Sommer 2002 wurde auf dem FIL-Kongress die Dämpfung zwischen Kufe und Schiene einstimmig verboten. Einigen deutschen Rodlern wird hinter vorgehaltener Hand vorgeworfen, gegen die Bestimmung zu verstoßen. Die Einhaltung des Verbots wird nach den Rennen stichprobenartig überprüft.

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