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Doping und seine Folgen : „Es geschieht...: Nichts“

Robin Schembera: „Ein Hoch auf den Idealismus eines jeden sich schindenden deutschen Leichtathleten!“ Bild: Picture-Alliance

Was aus tief verwurzelter Betrugskultur, Ausbeutung von Athleten und Korruption innerhalb der Leichtathletik folgt, fragt Deutschlands bester 800-Meter-Läufer Robin Schembera. Und gibt sich selbst eine desillusionierte Antwort.

          2 Min.

          Robin Schembera ist Deutschlands bester 800-Meter-Läufer, er hat in der vergangenen Sommersaison mit 27 Jahren noch einmal seine persönliche Bestzeit unterboten: 1:45,48 Minuten. Die Zeit ist nicht schlecht, zum Vergleich: WM-Gold ist 2015 für nur 1:45,84 weggegangen. Der Kenianer David Rudisha, dessen Weltrekord bei 1:40,91 liegt, hatte in Peking die Nase vorne - wieder einmal. Schembera war im Finale leider nicht dabei, er war im Vorlauf ausgeschieden. In der Jahresbestenliste liegt er mit seiner Bestzeit auf Rang 42.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Nach den jüngsten Ermittlungsergebnissen zum Doping-System in Russland und den allgemeinen Verwerfungen in der Leichtathletik war er einer der Schnellsten mit seiner Meinung: Der 27-Jährige hat sich via Facebook zu Wort gemeldet. Der Läufer zählt noch einmal die Diagnose seiner kranken Sportart auf: „Tief verwurzelte Betrugskultur, Ausbeutung von Athleten, Betrug durch Athleten, Beteiligung von Ärzten, Trainern und Laborpersonal an Dopingbetrug, Korruption und Bestechung innerhalb der IAAF.“

          Und kommt zu einer eindrucksvollen Schlussfolgerung, die zeigt, wie weit die Frustration der Sportler in der Olympischen Kernsportart bereits gediehen sein mag: „Und nun? Jetzt dürfen wir alle wieder einmal gespannt sein und Hände reibend darauf warten, wie IAAF, EAA, DLV und weitere nationale Fachverbände reagieren“, schreibt der Leverkusener: „Ich wage einen Blick in meine private Glaskugel und sage voraus: Es geschieht... Achtung, Trommelwirbel: NICHTS!“

          Was den WM-Teilnehmer außerdem erzürnt, ist, dass die deutschen Leichtathleten die „höchsten Normen weltweit zur Qualifikation für die jeweiligen Jahreshöhepunkte“ hätten. Zudem mussten sie von Bundesinnenminister Thomas de Maizère in einem Interview mit dieser Zeitung auch noch lesen, der deutsche Spitzensport müsse „ein Drittel mehr Medaillen gewinnen“ - bei gleichbleibender Förderung wohlgemerkt. Die Forderung: „Wir gehören in die Spitzengruppe der Nationenwertung“ beantwortet er höhnisch: „Jener Nationenwertung, in der Russland und Kenia führend sind!“ Wobei Schembera da nicht richtig aufgepasst hat: bei der WM in Peking gewann Russland ganze vier Medaillen und landete hinter Deutschland - die Folgen der Doping-Skandale und der daraus resultierenden Sperren hatten offenbar doch schon Wirkung.

          Trotzdem schleudert Schembera seine Wut geradezu heraus: „Wie zum Teufel stellt ihr Funktionäre euch das vor? Wie zum Teufel stellen Sie sich das vor, Herr de Maizière?“

          Anti-Doping-Kommission : Doping-Vorwürfe gegen russischen Leichtathletikverband

          Im Namen „hoffentlich vieler deutscher Athleten“ fordert er nun eine deutliche Abgrenzung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zum Weltverband IAAF, außerdem die Aufweichung der deutschen Qualifikationsstandards und mehr Fördermittel für den Spitzensport. „Aber auch das wird wohl alles Wunschdenken bleiben“, meint der Athlet, der seinen Aufruf mit den Worten beendet: „Ein Hoch auf den Idealismus eines jeden sich schindenden deutschen Leichtathleten!“

          Innerhalb der ersten zwölf Stunden wurde sein Aufruf 121 Mal geteilt und bekam 843 Likes. Immerhin.

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