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Robert Harting : „Unterbezahlter“ Werfer

  • Aktualisiert am

Fühlt sich nicht angemessen entlohnt: Diskuswerfer Robert Harting Bild: REUTERS

Robert Harting beschwert sich kurz vor Olympia über die seiner Meinung nach geringen Prämien des DOSB für Medaillengewinne. „Es ist nicht fair“, sagt der Diskuswerfer in einem Interview.

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          Der zweifache Diskus-Weltmeister Robert Harting hat sich bitterlich über seine Einkommensverhältnisse beklagt. „Rein wirtschaftlich muss ich nach Olympia prüfen, ob das alles Sinn ergibt. Oder ob der Preis, den man zahlt, am Ende zu hoch ist“, sagte der Goldmedaillenfavorit für London in einem Interview. Was er an Privatleben aufgeben haben müssen, an Ruhe und Freiheit verloren habe, stehe in keinem Verhältnis „zu dem, was ich dafür bekommen habe“.

          Der 27 Jahre alte Berliner, der die Weltjahresbestenliste mit 70,66 Metern anführt und Bei der Europameisterschaft Ende Juni in Helsinki den Titel geholt hatte, sagte auf die Frage, ob er sich unterbezahlt fühlt: „Ja, eindeutig - und nicht zu knapp. Es gibt Schätzungen, dass ich im Jahr 450.000 Euro verdienen könnte. Der Werbewert mag stimmen, aber die Realität ist es nicht und das regt mich dann auf. Es passt einfach nicht. Es ist nicht fair.“

          „Viele Leute haben davon profitiert - nur ich nicht“

          Nach seinem ersten WM-Triumph 2009 in Berlin sei er von einer Veranstaltung zu anderen geschleift worden, sagte er und kritisierte damit auch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). „Ich wurde überall vorgezeigt, viele Leute haben davon profitiert, auch finanziell - nur ich nicht. Ich musste noch draufzahlen.“ Der Diskus-Hüne hatte kürzlich schon über die seiner Ansicht nach zu geringen Olympia-Prämien geklagt: „Wenn ich höre, dass Bosnier oder Slowenen 60.000 Euro für einen Olympiasieg spendieren, dann machen uns andere Nationen doch diesbezüglich einiges vor.“

          Bach weist Kritik zurück

          Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hatte Kritik an den seit Jahren unveränderten Prämien von 15 000 Euro für deutsche Goldmedaillengewinner jedoch zurückgewiesen. „Das Fördersystem ist nicht darauf ausgerichtet, dass einem Olympiasieger eine lebenslange Versorgung garantiert ist“, sagte er.

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