https://www.faz.net/-gtl-a4x5u

Bundesligasaison abgebrochen : Die Ringer werfen das Handtuch

  • Aktualisiert am

Kampfsport in Corona-Zeiten: Die Ringer werfen das Handtuch Bild: dpa

Die Vereine der Ringer-Bundesliga brechen die laufende Saison mit sofortiger Wirkung ab, da sie ohne Zuschauer ein Minus-Geschäft wäre.„Ich bin wirklich deprimiert“ sagt Weltmeister Stäbler.

          1 Min.

          Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hat mit großem Bedauern auf den Abbruch der Bundesliga-Saison reagiert. „Ich bin wirklich deprimiert und traurig“, sagte der 31-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. „Mit Blick auf meine Vorbereitung auf die WM und Olympia ist das eine Katastrophe.“

          Die elf verbliebenen Bundesliga-Klubs hatten bei einer Telefonkonferenz am Freitag darüber entschieden, die Anfang Oktober gestartete Saison wegen der jüngsten Entscheidungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht fortzusetzen. Kampfabende ohne Zuschauer, wie sie Bund und Länder am Mittwoch für November angeordnet haben, wären für die Vereine ein Minusgeschäft geworden, da sie keine TV-Gelder erhalten. „Daher wird die Bundesligasaison 2020 nicht fortgesetzt“, teilte der Deutsche Ringer-Bund (DRB) mit.

          Corona-Infektionen von Ringern und die Folgen der Auflagen hatten schon seit Beginn der Saison Anfang Oktober zu etlichen Absagen und Rückzügen von Teams geführt. Keine vier Wochen nach dem Saisonstart hatten sich bereits 15 von 26 Mannschaften von der dreigleisigen Liga abgemeldet.

          Den Teams wurden bei der nun erfolgten Abstimmung drei Varianten angeboten: Entweder wird die Saison sofort abgebrochen. Oder es wird weiter gerungen, für mindestens den ganzen November aber ohne Zuschauer. Oder die Saison wird für vier Wochen unterbrochen in der Hoffnung, danach dann wieder mit Zuschauern weitermachen zu können.

          „Außerdem haben wir die Problematik diskutiert, welche gesellschaftliche Verantwortung wir haben und welches Bild wir nach außen abgeben“, sagte Florian Geiger, der für die Bundesliga zuständige Vizepräsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), im Hinblick auf das bundesweite Verbot von Breiten- und Amateursport im November. Zuletzt waren schon teilweise nur noch 100 Personen zu den Kampfabenden zugelassen. Abzüglich der Aktiven, Betreuer und Helfer blieben kaum 30 zahlende Zuschauer.

          „Wer weiß, was das alles für unseren Sport noch für Folgen hat“, sagte Stäbler. Er selbst sorgt sich mit Blick auf die für Mitte Dezember in Serbien geplante WM und die in den nächsten Sommer verschobenen Olympischen Spielen in Tokio, nach denen er seine Karriere beenden möchte, um die nötige Wettkampfpraxis. „Positiv an dem Bundesliga-Abbruch ist vielleicht, dass ich meine lädierte Schulter etwas schonen kann“, sagte der Schwabe, der in dieser Runde für den ASV Schorndorf auf die Matte ging. „Mehr aber nicht.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wollen keine Spaltung: Biden und Harris am 1. Dezember in Wilmington

          Joe Biden gegen Spaltung : Die Botschaft lautet Zuversicht

          Biden glaubt, dass Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern möglich sind – trotz aller Polarisierung. Ein Einlenken beim Abzug der Soldaten aus Deutschland scheint ein erstes Zeichen dafür zu sein.
          Pfizer stellt den Impfstoff in Belgien und den Vereinigten Staaten her.

          Impfstoffherstellung : Qualitätsproblem bremst Biontech

          Pfizer und Biontech müssen ihrem hohen Tempo Tribut zollen und können nur halb so viele Impfstoffdosen liefern wie ursprünglich geplant. Wer macht das Rennen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.