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Ringen : Abgang mit Meistertitel

Ausgekämpft: Matthias Maasch (links) beendet seine Ringerlaufbahn mit dem dritten Mannschaftsmeistertitel. Bild: Picture-Alliance

Die Schuhe lässt Matthias Maasch in der Mattenmitte liegen. Der 33 Jahre alte Griechisch-Römisch-Spezialist beendet seine Karriere mit dem dritten Mannschaftsmeistertitel seines Heimatvereins SV Wacker Burghausen.

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          Fußballer hängen die Schuhe an den Nagel. Ringer legen sie erst einmal in der Mitte der Matte ab. Als Matthias Maasch am Samstagabend seine Ringerschuhe aufgeknotet und dann ausgezogen hatte, ließ er sie im Zentrum jenes Kreises mit einem Durchmesser von neun Metern zurück, der für ihn so viele Jahre lang das Leben bedeutet hat. „Ich stehe nicht so gern im Mittelpunkt und wollte das eigentlich gar nicht machen“, sagte Maasch.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aber sein langjähriger Freund und Trainingspartner Frank Stäbler, dreifacher Weltmeister und Aushängeschild des deutschen Ringens, hatte ihn ein paar Tage vor dem finalen Kampf davon überzeugt, dass diese Geste zwingend sei für einen wie ihn, der jahrelang das deutsche Griechisch-Römisch-Ringen mitprägte und 2015 nur knapp an seiner ersehnten WM-Medaille vorbei schramte. „Es passte ja dann auch gut zum Verlauf des Kampfabends.“

          Im Finalrückkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zwischen Wacker Burghausen und dem KSV Köllerbach stand es bereits 15:8. Schon vor dem Duell von Maasch mit seinem Gegner Timo Badusch war der Vorsprung der Burghausener dank des 15:13-Hinkampfsiegs nicht mehr einzuholen. „Da alles entschieden war, ging das für mich in Ordnung und es war auch sehr emotional.“ Die Zuschauer in der ausverkauften Halle feierten ihren Lieblingsringer.

          Zukunft als Trainer

          Der bald 34 Jahre alte Burghausener hat von Kleinauf für Wacker Burghausen gerungen und blieb seinem Verein stets treu. Den Lohn für diese Kontinuität in seinem Ringerleben erhält er nun in seiner Spätphase. Am Samstag sicherte sich Maasch an seinem letzten Kampfabend als aktiver Sportler mit seinen Teamkameraden zum dritten Mal in Serie den Meistertitel. Vor allem aber haben sich für Maasch in den vergangenen Jahren des sportlichen Aufschwungs seines Klubs Türen geöffnet.

          Die Stadt Burghausen wird für die Ringer ein modernes Trainingszentrum bauen, in dem Maasch seine vor zwei Jahren begonnene Trainerkarriere nun unter besten Bedingungen fortsetzen kann. „Es warten spannende Aufgaben auf mich und wir haben hier viel vor“, sagte er nach dem Kampf. „Wir wollen hier im Nachwuchs was bewegen und auch Talente an internationales Niveau heranführen, nachdem wir da in den vergangenen Jahren nicht so produktiv waren.“

          Maasch wird zudem als Landestrainer in Bayern tätig sein und beim Griechisch-Römisch-Nationalteam, dem er über ein Jahrzehnt lang angehörte, an höhere Aufgaben herangeführt. Schon bei der Europameisterschaft in Rom in der übernächsten Woche soll er auch seinen Kumpel Stäbler bei dessen Olympiatest unterstützen.

          Die Niederlage gegen Badusch im letzten Kampf der Karriere war angesichts der rosigen Zukunftsaussichten nebensächlich, Maasch war im vergangenen Jahr ohnehin nur noch als Notnagel im Kader. „Mein Körper ist schon länger marode. Ich konnte eigentlich nicht mehr richtig trainieren“, sagt Maasch. „Ich habe den Tag meines letzten Kampfs richtig herbeigesehnt.“ Entsprechend erleichtert wirkte er, als er die zur Vermeidung von Verletzungen dick bandagierten Schnürsenkel endlich öffnen und die Schuhe ausziehen und die letzten Meter als Ringer in Strümpfen von der Matte gehen konnte.

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