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Fußball-Regionalliga : Wie Sobotzik die Kickers aus der Krise holen will

  • -Aktualisiert am

Will die Kickers aus der Krise holen: Geschäftsführer Thomas Sobotzik Bild: dpa

Als finanzstarker Meisterschaftskandidat im Sommer in die Regionalliga gestartet, folgt für den OFC nun Misserfolg auf Misserfolg. In der Winterpause sollen entscheidende Weichen gestellt werden.

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          Im August 2020 wird in Offenbach groß gefeiert, daran können auch die aktuellen Misserfolge nichts ändern. Denn 1970 hatten die Kickers als DFB-Pokalsieger triumphiert, es ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, und dementsprechend hoch ist der Stellenwert des fünfzigjährigen Jubiläums auf dem Bieberer Berg. Da hätte es dem stolzen Ereignis einen würdigen Rahmen verliehen, wenn der OFC als aktueller Regionalliga-Klub nach längerer Zeit wieder den Einzug in den DFB-Pokal geschafft hätte. Doch auch diese Chance ist von den Kickers leichtfertig vertan worden. Das 0:1 am Sonntag beim FC Gießen im Hessenpokal-Viertelfinale bedeutet, dass sich die Offenbacher nicht mehr als Sieger des Landeswettbewerbs für die große und attraktive Bühne im nationalen Fußball qualifizieren können.

          „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Kickers-Geschäftsführer Thomas Sobotzik, der seinen Posten Mitte November angetreten hatte. „In Gießen haben wir noch einmal richtig vor Augen geführt bekommen, dass für uns die Bäume nicht in den Himmel wachsen.“ Die Rückschläge beim OFC reißen nicht ab. Als finanzstarker Meisterschaftskandidat im Sommer in die Regionalliga Südwest gestartet, steht der Traditionsverein am Jahresende auch in seinem Kerngeschäft nur auf Platz zehn.

          „Schonungslose“ Analyse

          Trübe Aussichten statt der erhofften Aufbruchstimmung: Die dritte Profiliga ist unerreichbar geworden, und der Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsplatz beträgt lediglich drei Punkte. „Wir sind nicht ganz sorgenfrei. Die Saison ist noch nicht gelaufen“, warnt Sobotzik vor einer Fehleinschätzung der Situation. Den sportlichen Super-GAU, mit einer Gruppe einst höherklassiger Spieler in die Hessenliga abzusteigen, können sich die Offenbacher angesichts ihrer hochfliegenden Pläne nicht erlauben. Um definitiv ein Drittliga-Klub zu werden, haben sie sich einen Dreijahresplan gegeben. Großes Durchhaltevermögen wird wohl auch nötig sein.

          Für die kommenden Tage hat Sobotzik mit dem Trainerteam um den neuen Chef Angelo Barletta eine „schonungslose“ Analyse angekündigt. Perspektivisch die ersten Weichen haben die Kickers bereits gestellt. Die Spieler, die den Verein in der Winterpause trotz bestehender Verträge verlassen können, wüssten Bescheid, „dass sie zukünftig keine Rolle mehr bei uns spielen“, sagt Sobotzik. „Sie haben jetzt Zeit, einen neuen Verein zu suchen.“ Wen es betrifft, wollte der Geschäftsführer nicht preisgeben. Die Anzahl der Profis behielt er ebenfalls für sich. Sobotzik sagte nur: „Einen Umbruch im Winter kann man nicht machen, das wird nicht gehen.“ Aber notwendige Prozesse einzuleiten ist möglich.

          Der OFC will sich bis zum Start in die zweite Saisonhälfte am 22. Februar mit dem einen oder anderen Spieler verstärken, die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür sind offenbar gegeben. Es gehe jedoch nicht „um Aktionismus“, betonte Sobotzik. „Wir werden nur etwas machen, wenn uns ein Spieler qualitativ weiterhilft.“ Bedarf nach höherwertigem Personal besteht. „Uns fehlt die Ausgewogenheit im Kader. Wir haben zu wenige Waffen, um regelmäßig Tore zu erzielen.“ Wenn die Kickers am 11. Januar mit der Vorbereitung auf die restlichen 15 Liga-Spiele beginnen werden, steht Barletta viel Arbeit bevor. „Unser Ziel ist es einfach, uns als Mannschaft konkurrenzfähig zu machen – so dass wir regelmäßig Spiele gewinnen können“, sagt Sobotzik. Die Plazierung in der Regionalliga hält er für „keinen Zufall“.

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