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TTC OE Bad Homburg : Tsuboi mit Boygroup

  • -Aktualisiert am

Hier noch im Trikot des TTC Neu-Ulm: Gustavo Tsuboi, der Hoffnungsträger von Bad Homburg. Bild: Picture-Alliance

In Bad Homburg ist jetzt auch Bundesliga-Sport zu sehen. Der TTC OE ist aufgestiegen und will nun mit Europas Top-Talenten und einem erfahrenem Brasilianer die Klasse halten.

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          Mit seinen Neuzugängen hat es der Aufsteiger TTC OE Bad Homburg nicht in die Rubrik „Stars“ der Tischtennis-Bundesliga geschafft. Dort wird neuerdings der Weltranglisten-Zwanzigste Quadri Aruna aus Nigeria geführt, mit dem sich Fulda-Maberzell verstärkt hat. Oder der Franzose Emmanuel Lebesson, der Europameister von 2016, der in Zukunft die Mannschaft des TTC Neu-Ulm aufwertet. Von den Schwaben, die an diesem Sonntag (15 Uhr) der Auftaktgegner der Hessen in Ober-Erlenbach sind, schloss sich Gustavo Tsuboi den Bad Homburgern an. Sportlich verstecken muss sich auch der 36 Jahre alte Brasilianer nicht, der in der Weltrangliste auf Position 44 geführt wird. Der neue Führungsspieler beim Liga-Neuling, der bisher an drei Olympischen Spielen und 14 Weltmeisterschaften teilnahm, blickt jedoch mit einer Bilanz von sieben Niederlagen in zehn Einsätzen auf eine durchwachsene Bundesliga-Runde beim damaligen Aufsteiger Neu-Ulm zurück. Nun will Tsuboi bei den Bad Homburgern buchstäblich „ein neues Kapitel“ in seiner langen Karriere „aufschlagen“.

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          Dem in São Paulo geborenen Tsuboi tut ein familiäres Umfeld gut, um sportlich sein Können bestmöglich entfalten zu können. Und genau diese Geborgenheit kann ihm sein neuer Arbeitgeber bieten, der viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement in den sportlichen Aufschwung gesteckt hat. Die Arbeitsbeziehung zwischen Klub und Spieler muss auch funktionieren, denn Tsuboi ist in Bad Homburg als sportliches Familienoberhaupt eingeplant. Seine neuen Mannschaftskollegen bilden vom Alter her eine Tischtennis-Boygroup: Der Rumäne Rares Sipos und der Russe Lev Katsman sind jeweils 19 Jahre alt, Maksim Grebnev (Russland) ist sogar erst 18, während sein deutscher Teamkollege Nils Hohmeier „schon“ vier Jahre älter ist.

          Der neue Spitzenspieler Tsuboi, der einst auch im Kader von Werder Bremen stand, übt deshalb mit seiner Erfahrung eine Vorbildfunktion für die vielen Nachwuchskräfte im Talentschuppen aus. Zwar führt der Brasilianer nicht das große Wort, das entspricht nicht seinem Charakter. Viel lieber lässt er Taten sprechen: Mit seiner professionellen Arbeitseinstellung ist der Südamerikaner das namhafte Zugpferd der Mannschaft. Wobei wiederum Tsuboi die Arbeitsbedingungen in der Bundesliga zu schätzen weiß, die als stärkste Liga in Europa angesehen wird. Tischtennis habe in den Ländern Nord- und Lateinamerikas „leider keinen allzu großen Stellenwert“, berichtet er. In Deutschland indes profitiere Tischtennis von einer „breiten Basis und vielen Fans“, was den Sport attraktiv für Sponsoren mache. Der hohe Grad an Professionalität im Training und in den Wettkämpfen führe dazu, dass Spieler vom amerikanischen Kontinent nach Europa und Deutschland kämen, „um ihr Spiel weiterzuentwickeln und ihre Karriere voranzutreiben“, sagte Tsuboi in einem Interview.

          Rund 200.000 Euro werden sich die Bad Homburger ihre erste Erstliga-Saison in der Vereinsgeschichte kosten lassen. Um einen erfahrenen deutschen Spieler für die Position eins an sich zu binden, reichte das Geld nicht. So investieren die Hessen, vor denen die TG Hanau bis 2012 Bundesliga-Tischtennis im Rhein-Main-Gebiet geboten hat, vor allem in die Weiterentwicklung ihrer jungen Spieler. Sipos (Platz drei bei der U-18-WM 2017) und Katsman (Junioren-Europameister 2018 im Doppel) zählen zu den größten Talenten in Europa. Für Konstanz auf hohem Niveau soll Tsuboi als große Stütze sorgen. Seinen jungen Teamkollegen werden Überraschungssiege zugetraut – je mehr sie davon erreichen, desto größer sind die Chancen des Außenseiters auf den Klassenverbleib. „Wir müssen über den Teamgeist punkten“, sagt Trainer Kirch. In puncto Zusammengehörigkeitsgefühl soll Tsuboi als „Leader“ die tragende Rolle spielen. Wie ihm das gelingt, wird sich im Duell gegen Neu-Ulm zeigen, zu dem 150 Zuschauer im „Wingert-Dome“ zugelassen sind.

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