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World Cup of Darts : Wenn die Halle abhebt

Auch in der Eissporthalle an den Pfeilen: Dartspieler Max Hopp Bild: dpa

„Was hier bei deutschen Spielen los ist, ist brutal“: Die Eissporthalle wird langsam zu klein für den World Cup of Darts. Ob das Turnier in Frankfurt bleibt, ist offen.

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          Kurz vor 23 Uhr am Freitagabend brachten Max Hopp und Martin Schindler die Wassergläser auf der Bühne mit einem imitierten Jubelsprung von Cristiano Ronaldo zum Wackeln. Freude und Erleichterung standen den beiden Deutschen nach dem Auftaktsieg beim World Cup of Darts in der Frankfurter Eissporthalle ins Gesicht geschrieben. In der vorletzten Partie der ersten Runde setzte sich das junge Duo in einer spannenden Begegnung gegen die beiden Schweden Daniel Larsson und Dennis Nilsson durch – unterstützt vom Frankfurter Publikum, das jeden gelungenen Wurf in eins der acht Millimeter schmalen Triple- und Doppel-Felder der Dartscheibe frenetisch bejubelte.

          David Lindenfeld
          Volontär.

          „Es war genau wie letztes Jahr ein absolut geiles Gefühl, vor diesem Publikum zu spielen. Das ist unbeschreiblich“, sagte der 21 Jahre alte Schindler. Er holte mit seinen Würfen im siebten Leg – wie ein Spiel genannt wird, in dem sich die Spieler von 501 Punkten auf null bringen müssen – das entscheidende Break für Deutschland, indem er 126 Punkte mit zwei Treffern in die dreifache 19 und dem obligatorischen Wurf auf ein Doppelfeld zum Abschluss des Legs ausmachte. Die ausgelassene Stimmung erreichte ihren Höhenpunkt.

          Laute Buhrufe nach Fehlwürfen

          Schon vor der Partie hatten die zum Großteil kostümierten Zuschauer mit ihren Anfeuerungsrufen eine stimmungsvolle Atmosphäre kreiert und beim Gang der Spieler auf die Bühne signalisiert, dass die Sympathien an diesem Abend klar verteilt sein werden. Dies bekamen die Schweden dann auch während der Partie deutlich zu spüren: Viele Würfe wurden von lauten Buhrufen und Pfiffen begleitet, was bei der Konzentrationssportart Darts nicht unbedingt gern gesehen wird: Gleich mehrmals drehte Russ Bray, der bekannteste Caller der Professional Darts Corporation (PDC) mit der rauhen und markanten Stimme, den Kopf zum Publikum und versuchte mit einem „Thank you“ aufzuhalten, was längst nicht mehr zu stoppen war. „Was hier bei deutschen Spielen los ist, ist brutal. Ich gönne es keinem Gegner, das zu erleben“, sagt Darts-Fachmann Gordon Shumway, der unter dem aus der Fernsehserie „Alf“ bekannten Künstlernamen als professioneller Caller die Turniere der PDC Europe jahrelang moderierte und am Sonntag als Experte das Finale des World Cup of Darts für den TV-Sender Sport1 kommentieren wird.

          Während die überwiegend jungen und zum Teil alkoholisierten Zuschauer im Hintergrund ordentlich Lärm machen, geht es für die Profis auf der Bühne darum, die Konzentration aufrecht- zuerhalten, um die Wurfbewegung möglichst immer gleich und erfolgreich abspulen zu können. Shumway, der schon seit über 40 Jahren Darts spielt, kennt noch andere Zeiten: Früher herrschte während der Würfe im Publikum meist absolute Ruhe, wie man das von anderen Konzentrationssportarten, zum Beispiel dem Snooker, kennt.

          „Mittlerweile ist es ein Teil des Dartssports geworden, dass die Halle abhebt, während man wirft. Damit müssen die Spieler klarkommen“, sagt Shumway, der jedoch an das deutsche Publikum appelliert, den gegnerischen Spielern auf der Bühne mehr Respekt zu zollen: „Es wäre schön, wenn man die Fans hin und wieder daran erinnert, dass Darts ein Konzentrationsspiel ist und man den Gegner in Ruhe auf sein Doppel werfen lassen sollte. Man kann alles machen im Dartssport, nur nicht den Gegner ausbuhen.“ Der einzige Team-Wettbewerb der PDC ist für Shumway jedes Jahr etwas Besonderes, da die Spieler nicht nur in Einzeln, sondern auch in Doppeln gegeneinander antreten. Für die Profis, die sonst das ganze Jahr über nur allein auf der Bühne stehen, ist das eine ungewohnte Situation. Die Pausen zwischen den Würfen sind länger, der Rhythmus deshalb ein ganz anderer.

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