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Champions League : Warum der Eintracht-Gegner in der Krise steckt

Vor einer Bewährungsprobe: Sporting-Lissabon-Trainer Rúben Amorim Bild: Reuters

Die Besten gehen, der Trainer droht: Die Mannschaft des portugiesischen Fußballklubs Sporting Lissabon, Gegner von Eintracht Frankfurt in der Champions-League-Gruppenphase, ist jung – und überfordert.

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          Noch vor ein paar Wochen galt Rúben Amorim als Portugals nächste große Nummer auf dem Trainermarkt. Fußballexperten bescheinigten dem 37-Jährigen das Zeug für eine Karriere à la José Mourinho, im Sommer wurde er als Nachfolger von Mauricio Pochettino bei Paris St-Germain gehandelt. Aktuell aber ist es etwas vorbei mit der Herrlichkeit Amorims, der Sporting Lissabon auf Platz zwei in der portugiesischen Meisterschaft und damit in die Champions League geführt hat.

          Champions League
          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Sporting ist schlecht in die Saison gestartet, steht nach fünf Spielen nur auf Platz acht. Am Freitag gab es immerhin ein 2:0 in Estoril. Amorims taktische Entscheidungen stoßen auf Unverständnis. So beorderte er den Linksaußen und besten Torschützen Pedro Gonçalves plötzlich ins Mittelfeld. Oder er schickte den Innenverteidiger Sebastián Coates vorübergehend ins Sturmzentrum, weil er ein besserer Kopfballspieler sei als der Rest. Im Augenblick sei die Lage schwierig, gab Amorim zu: „Aber Sporting geht den Weg, den es gehen sollte.“

          Der Weg sieht zwangsläufig so aus: Der Hauptstadtklub verjüngt und verbilligt den Kader, hat in Mittelfeldspieler Matheus Nunes (für 45 Millionen Euro zu den Wolverhampton Wanderers) und Linksverteidiger Nuno Mendes (für 38 Millionen Euro zu PSG) zwei der stärksten Spieler ziehen lassen müssen. Übrig geblieben sind viele junge Spieler, die sich in der aktuellen Phase mitunter überfordert zeigen.

          Gegen Cristiano Ronaldo gewehrt

          „Es ist immer dasselbe“, beklagte sich Amorim nach der jüngsten Heimniederlage gegen Chaves, „nach Niederlagen werden überall nur Leerstellen gesehen.“ Er bleibt seiner Linie treu, mit entwicklungsfähigen Spielern zu arbeiten. Angeblich wehrte sich der frühere Nationalspieler sogar vehement gegen eine mögliche Verpflichtung Cristiano Ronaldos. Käme der Superstar, würde er seinen Vertrag auflösen, soll Amorim laut Medienberichten gesagt haben.

          Sporting-Präsident Frederico Varandas sah sich veranlasst, dem Coach und seinen Kickern den Rücken zu stärken. Amorim sei „einer der besten Trainer der Welt“. Trotzdem ist die Nervosität groß vor dem Champions-League-Spiel an diesem Mittwoch (18.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) bei Eintracht Frankfurt. Kapitän Coates versuchte über die Sozialen Medien, die Wogen zu glätten: „Wir übernehmen unsere Verantwortung in dieser Phase und werden gemeinsam für eine Wende sorgen.“

          Zu denen, die zum Umschwung beitragen sollen, gehören Innenverteidiger Jeremiah St. Juste, der vom FSV Mainz 05 kam, und Sotiris Alexandropoulos, der Anfang vergangener Woche von Panathinaikos Athen wechselte. Er habe immer von der Champions League geträumt“, sagte der griechische Stürmer: „Ohne Sporting hätte ich es nicht geschafft.“ Vermutlich ist der 20-Jährige zu grün, um die Gemüter zu beruhigen.

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