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Volleyball-Bundesliga : Improvisation gelungen, Dauerlösung ersehnt

  • -Aktualisiert am

Trainer Juan Manuel Serramalera musste eine Lösung finden, um eine Lücke auf der Allrounder-Position zu füllen und hatte Erfolg mit seiner Idee. Bild: Picture-Alliance

Der variable Diagonalspieler Daniel Malescha ist erfolgreich eingesprungen, dennoch sehnt er die Rückkehr des verletzten Außenangreifers und Punktesammlers Tim Grozer bei den United Volleys herbei.

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          Die Ruhe war trügerisch. Die United Volleys hatten sich gerade darauf eingestellt, nach dem Hin und Her im Außenangriff zu Saisonbeginn endlich mit einem festen Kernteam das Zusammenspiel stabilisieren und weiterentwickeln zu können, da wurde die Formation des Frankfurter Volleyball-Bundesligavereins abermals durcheinandergewirbelt.

          Tim Grozer, bislang erfolgreichster Punktesammler des Vorjahreszweiten, vermeldete Mitte vergangener Woche plötzliche Schmerzen und eine Reizung der Fußsohle. Trainer Juan Manuel Serramalera musste eine Lösung finden, um eine Lücke auf der Allrounder-Position zu füllen. Die Wahl des Argentiniers fiel darauf, Diagonalspieler Daniel Malescha umzufunktionieren. Der 26-Jährige hatte sich bei Tests besser als Teamsenior Jochen Schöps angestellt und brachte in der Annahme zudem Erfahrung von seinem vorherigen Arbeitgeber aus Friedrichshafen mit, wo er auf der Position Vier eingesprungen war.

          Drei Tage später, nach dem 3:0 gegen den TSV Unterhaching, bekam Malescha für seinen Auftritt an ungewohnter Stelle die Auszeichnung als wertvollster Spieler in die Hand gedrückt. Sein Trainer schob ein Sonderlob hinterher: „Daniel hat heute einen sehr guten Job gemacht“, sagte Serramalera. Trotzdem werde er in den nächsten Tagen „Kerzen anzünden“, damit Grozer, der dem ersten Drei-Punkte-Sieg seines Teams mit hochgelegtem Bein auf der leeren Tribüne der Ballsporthalle zuschaute, schnell wieder fit ist. Beim Erfolg gegen den Tabellenletzten, den der frühere United-Zuspieler Patrick Steuerwald trainiert, verzeichnete Serramalera zwar Fortschritte in der Annahme und der Verteidigung. Dass die Amateurauswahl aus Oberbayern kein gleichwertiger Gegner ist, musste der Coach nicht betonen.

          Am Sonntag (18 Uhr) warten die Powervolleys Düren, die als Tabellenvierter drei Plätze vor den Hessen rangieren und nach ihrem Pokal-Aus in Bestensee auf eine Rehabilitation erpicht sein dürften. Serramalera ist optimistisch, dass Grozer dann wieder dabei sein könnte: „Ich habe mit so einer Verletzung bei Spielern öfter zu tun gehabt. Sie ist typisch für Volleyballer“ und sei oft nach wenigen Tagen Ruhe überstanden. Sicher ist die schnelle Heilung keineswegs. „Hoffentlich nicht“, sagte Malescha, auf eine längere Zukunft als Außenangreifer angesprochen.

          Mit der ungewohnten Vielfalt an Aufgaben ist der frühere deutsche U-18-Meister im Beachvolleyball durch die Strandspiele zwar vertraut und begann als junges Talent in diesem Verantwortungsbereich. Aber Letzteres sei schon lange her, und auf Sand sei es anders als in der Halle. „Man muss wacher sein“, agiler und flexibler, erklärt Malescha die Unterschiede zu seiner üblichen Routine, bei der er vor allem in der Offensive zu powern hat. Bei Float-Aufschlägen der Hachinger hätten immerhin sein neuer Kollege Rodrigo Quiroga und Libero Satoshi Tsuiki in der Annahme „das ganze Feld übernommen“ und ihn entlastet.

          Die überzeugende Performance verleiht den Frankfurtern die Gewissheit, dass man über eine weitere Variationsmöglichkeit verfügt, wenn es auf Außen Probleme gibt. Aber Malescha sehnt die schnelle Rückkehr von Grozer herbei – nicht nur um selbst wieder ins eigene Spezialgebiet zurückwechseln zu dürfen. Sondern auch, um den gerade erst begonnenen Entwicklungsprozess der Volleys voranzutreiben und über längere Zeit Ruhe ins Team zu bringen.

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