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VCW-Neuzugang Anna Wruck : Rückkehr zu den Wurzeln

  • -Aktualisiert am

Eindruck positiv, Tests negativ: Anna Wruck ist neu beim VCW. Bild: Jouni Ronkainen

Alle Tests negativ, aber der erste Eindruck positiv. Volleyball-Weltenbummlerin Anna Wruck ist verspätet beim VC Wiesbaden eingetroffen und hat im Heimatland ihrer Oma nicht nur sportlich viel vor.

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          Anna Liesemarie Wrucks Aufenthalt im Land ihrer Großmutter begann mit einer Panne. Die neue Mittelblockerin des Volleyball-Bundesligavereins VC Wiesbaden musste, wie ihre Mitspielerin Ashley Evans, auf deutschem Boden kurz hintereinander zwei Corona-Tests absolvieren, um bei negativen Ergebnissen ins Mannschaftstraining einsteigen zu dürfen. Doch der finale Nachweis verschwand. Das beauftragte Labor musste den letzten fälligen Abstrich wiederholen. So lernte die 27 Jahre alte Amerikanerin ihre Teamkolleginnen erst einen Tag später als geplant, am vergangenen Freitag, kennen.

          Anders als alle Proben war dabei der erste Eindruck positiv. „Nette Leute, herzliche Begrüßung“, resümierte die Sportlerin aus Oregon. Das Engagement in der Landeshauptstadt ist für sie nicht das erste in Europa. Wruck war schon in Ungarn, Portugal und Finnland aktiv. Nach ihrer Zeit in Kuusamo, wo sie „weit weg von allem“ gewesen sei, freue sie sich auf eine Umgebung, in der „richtig viel los ist“. Zudem sei Deutschland insbesondere während der Pandemie „ein großartiger Ort“ zum Leben. In den Vereinigten Staaten, kritisiert die junge Frau, werde der Umgang mit dem Covid-19-Erreger allzu sehr für „politische Spiele“ missbraucht.

          Auf dem Parkett will der Neuzugang dem VCW in die Play-offs verhelfen, auf die dieser beim Abbruch der vergangenen Spielzeit als Neunter keine Chance mehr hatte. Die in Alaska geborene Sportlerin meint das Potential dafür erkannt zu haben. Dass sich der Kader, der zuletzt wenig überzeugte, kaum verändert hat und bei vier Abgängen außer ihr und Zuspielerin Evans nur noch deren Ersatzfrau Pauline Schultz aus der zweiten Mannschaft dazugekommen sind, mindert ihren Optimismus nicht. „Eine der besten Sachen am Volleyball ist, dass man nie weiß, was die Saison bringt“, sagt Anna Wruck bestimmt. In Lappland etwa habe man ihr Team irgendwo in der Mitte erwartet; beim vorgezogenen Saisonende führte es die Rangliste an.

          Trotz ihrer deutschen Verwandtschaft spricht Anna Wruck kein Wort der fremden Sprache und kannte hierzulande bislang nur den Frankfurter Flughafen. Ihre Oma wurde in München geboren und wanderte mit Ende 20 nach Übersee aus. Die Enkelin hofft, nun bald mehr über diesen Teil ihrer Familie zu erfahren. Sie liebt es, auf Achse zu sein. Mit 18 tourte sie durch Neuseeland – mit dem Ergebnis, dass die ganze Familie kurze Zeit später dorthin umsiedelte und erst in diesem Sommer zurückkehrte.

          Zu ihrer sportlichen Leidenschaft fand Anna Wruck als Zwölfjährige durch eine Lehrerin, die auch Volleyballtrainerin war. „Sie sah mich reinkommen und hat mir die Eignung auf den Kopf zugesagt.“ Sie sei schon „ein langes Baby“ gewesen. Heute misst sie 1,88 Meter. Zu Anna Wrucks persönlichen Zielen gehört, so lange wie möglich Profi-Volleyball zu spielen. Welchen Weg sie danach in beruflicher Hinsicht einschlägt, weiß sie noch nicht. „Vielleicht lerne ich bis dahin auch einen netten Volleyballspieler kennen“, fügt sie hinzu. Bislang klappte das noch nicht.

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