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United Volleys : „Wir waren verkrampft und nervös“

  • -Aktualisiert am

Noah Baxpöhler will mit den United Volleys erfolgreich sein. Bild: Imago

Die United Volleys verlieren zum Auftakt der Bundesliga-Saison – das kann auch Nationalspieler Noah Baxpöhler nicht verhindern. Der Neue war sogar mal davor, seine Karriere frühzeitig zu beenden. Nun will er mehr.

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          Vor drei Jahren hat Noah Baxpöhler schon einmal darüber nachgedacht, ob Volleyball ihm wirklich noch Spaß macht. Man könne sich als Außenstehender nicht vorstellen, wie es sich anfühle, wenn sich nach einem Tag am Netz die Beine kaum mehr bewegen ließen, erklärt der Mittelblocker. Wenn jeder Schritt zur Qual wird, weil Füße und Knie von der steten Sprungbelastung müde sind und schmerzen. Doch dann wechselte der gebürtige Ahlener zur SVG Lüneburg. Was er dort vorfand, das war „eine Familie“, die ihn herzlich aufnahm und in der Trainer Stefan Hübner die Leidenschaft bei dem 2,09 Meter langen Profi neu entfachte. Der Nationalspieler blieb zwei Spielzeiten lang und wechselte dann für eine Saison zum französischen Erstligaklub Toulouse.

          Am Samstagabend gab es ein Wiedersehen. In der Frankfurter Ballsporthalle, in der trotz anderslautender Meldungen im Vorfeld doch noch 100 Zuschauer Einlass fanden, traf Baxpöhler mit seinem neuen Verein, den United Volleys, auf die ehemaligen Kollegen. Nach dem 1:3 (14:25, 26:24, 20:25, 23:25) zum Bundesliga-Auftakt stand der 27-Jährige mit den Hessen als Verlierer da. Nach einem äußerst schwachen Einstieg hatten sich die Hessen zwar mit viel Willen und Moral den zweiten Durchgang erkämpft. Dann jedoch mussten sie sich den „sehr taktisch aufschlagenden“ (Baxpöhler) und stark verteidigenden Gegnern geschlagen geben. 16 Fehler in der Annahme der Volleys und 17 erfolgreiche Blocks auf der anderen Seite spiegeln in Zahlen den Verlauf der Partie deutlich wider.

          „Wir haben eigentlich ein gutes Team“, sagte Baxpöhler. Aber wegen der Pandemie habe dieses nur vier Testspiele in der Vorbereitung absolviert, davon zwei am gleichen Tag und keines gegen einen starken Gegner aus dem Ausland. Gerade die jungen Spieler benötigten jedoch viele Möglichkeiten, um sich weiterzuentwickeln. „Drei, vier Spiele noch, dann sieht das bei uns bestimmt anders aus.“ Zumal die Hoffnung besteht, dass dann der argentinische Außenangreifer Rodrigo Quiroga integriert ist, der nach zwei positiven Tests auf das Coronavirus noch eine knappe Woche unter Quarantäne steht. „Ruhe und den richtigen Rhythmus“ soll der Routinier ins Spiel bringen, sagt United-Trainer Juan Manuel Serramalera, der in dem Landsmann „die Lösung“ für die Schwierigkeiten in der Annahme sieht.

          Dort verzichten die Volleys in Zukunft auf die Dienste von Libero Kyle Dagostino. Der Amerikaner, der den Platz als Abwehrchef bei der Supercup-Niederlage gegen Berlin dem Japaner Satoshi Tsuiki überlassen musste, durfte die Chance wahrnehmen, zu seinem ehemaligen Klub nach Ljubljana zurückzukehren, und stand diesmal schon nicht mehr im Aufgebot. Gegen die Berliner traten die Volleys selbstbewusst auf. „Heute waren wir verkrampft und nervös“, sagte Baxpöhler. Einen Erfolg gegen den Meister hatte niemand erwartet, gegen die Niedersachsen wollte der Tabellenzweite der vergangenen Saison unbedingt gewinnen.

          Baxpöhler kennt das Problem aus seiner Zeit in Frankreich, als er sich selbst „zu viel Druck“ machte und daher „ein Auf und Ab“ erlebte. Nach Ablauf des Ein-Jahres-Kontrakts wollte er auch wegen der Coronavirus-Krise erst mal wieder in die Bundesliga zurückkehren. „Aber ich schließe nicht aus, dass ich noch mal ins Ausland gehe“, sagt der Europameisterschaftszweite von 2017. Als Fernstudent im Bereich Gesundheitsmanagement bereitet er sich schon auf die Zeit nach seiner sportlichen Karriere vor. Wann diese beginnen soll, hat er noch nicht entschieden. „Ich spiele Volleyball“, sagt er, „solange es mir Spaß macht.“

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