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Zwei Schritte zurück : United Volleys plötzlich Letzter

  • -Aktualisiert am

Noch nicht auf der Höhe: Die United Volleys haben einen schwachen Saisonstart hingelegt. Bild: dpa

Nach einem missglückten Saisonstart stehen die erfolgsverwöhnten United Volleys am Tabellenende. Der Einschnitt durch die Corona-Krise war groß. Nun ist Geduld gefragt.

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          Diese Situation kannten die United Volleys bislang noch nicht. Nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn steht der Frankfurter Volleyball-Bundesligaklub punktlos auf dem letzten Platz der Rangliste. Dem 1:3 zu Hause gegen die SVG Lüneburg folgte am Samstagabend ein 0:3 (19:25, 25:27, 19:25) bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen in Bestensee. „Wir sind alle sehr unglücklich über dieses Ergebnis“, kommentierte Trainer Juan Manuel Serramalera. Den Ausflug nach Brandenburg habe man sich anders vorgestellt. Wie schon in der Auftaktbegegnung funktionierte auch diesmal wieder die Annahme bei den Hessen nicht, und im Angriff mangelte es der Formation erneut an Durchschlagskraft.

          Serramalera konnte zwar seinen Landsmann Rodrigo Quiroga zu seiner Premiere im United-Trikot aufs Feld schicken. Doch der Argentinier hatte nach seiner zweiwöchigen Zwangspause wegen zweier positiver Tests auf das Coronavirus lediglich am Vormittag einmal in der fremden Arena mit seiner neuen Mannschaft trainiert und brachte nur kurzzeitig die von ihm erwartete Ruhe ans Netz. „Insgesamt waren wir viel zu unsicher und unausgeglichen“, bilanzierte der Trainer.

          Er wusste früh, dass es nicht einfach werden würde in dieser Spielzeit, an die Erfolge am Ende der vergangenen anzuknüpfen, als die Volleys unter seiner Regie achtmal hintereinander triumphierten und sich so vor dem Abbruch wegen der Pandemie auf dem zweiten Tabellenplatz befanden. Im Kader verblieben nur drei Spieler. „Es braucht Zeit, ein neues Team zu formen“, betont der ehemalige Ko-Trainer der deutschen Nationalmannschaft.

          Die Vorbereitung jedoch war kurz und beinhaltete wenige Testspiele. Zudem wurde der Etat des dreimaligen Meisterschafts-Halbfinalisten wegen der Covid-19-Krise um ein Drittel gekürzt. Einige der Lücken, die sich durch Abgänge auftaten, füllen deshalb Nachwuchstalente aus dem benachbarten Volleyball-Internat, die sich das in der Liga noch nötige Niveau und die Stabilität auf diesem noch erarbeiten müssen. „Wir gehen jetzt erst einmal einen Schritt zurück“, kündigte United-Gründer Jörg Krick im September an.

          „Die Mannschaft ist gut, wenn die aus der ersten Reihe gesund bleiben“, erklärte der frühere Frankfurter Julian Zenger beim Supercup, als der Libero und seine Berliner sich mit den Hessen ein spannendes Duell lieferten. Zu dem Zeitpunkt fehlte bereits Außenangreifer Floris van Rekom. Der erst 18-jährige Ben Bierwisch konnte die temperamentvolle Offensivkraft nur bei diesem ersten Auftritt halbwegs ersetzen.

          Serramalera gibt sich optimistisch, dass nun, da der 33-jährige, erfahrene Quiroga als van Rekoms Ersatzmann zur Verfügung steht, der Entwicklungsprozess weitergeht und das Team sich steigern wird. Das Engagement seiner Spieler stimmt ihn zuversichtlich, doch Geduld sei gefragt. Als nächste Herausforderung steht am Samstag das Heimspiel gegen den Dritten Herrsching auf dem Plan. Die Gastgeber nehmen dabei die noch ungewohnte Rolle als Underdog ein.

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