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Neuer Chef der United Volleys : „Das ist meine Region“

  • -Aktualisiert am

Die Konkurrenz übertrumpfen: Die United Volleys Frankfurt haben viel vor. Bild: Picture-Alliance

Für die Champions League hat es bei den United Volleys nicht gereicht. Dennoch hat der neue Geschäftsführer, Guido Heerstraß, große Pläne für das Team.

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          Am Strand spielt Guido Heerstraß gerne mal Volleyball. Doch wenn die Spezialisten am Netz über ihren Sport diskutieren, hält sich der 53-Jährige zurück. Sein Terrain war stets das Handballfeld. In den neunziger Jahren lief der Linkshänder mehr als 300 Mal im Trikot des damaligen Bundesligaklubs TV Großwallstadt auf. Als Trainer war der B-Lizenz-Inhaber bis zur Oberliga aktiv. Als Geschäftsführer macht es nach Meinung des Diplom-Betriebswirts jedoch keinen Unterschied, um was für eine Art von Profiteam man sich kümmert.

          Vertrieb, Marketing oder der Umgang mit dem Personal ähneln sich. Volleyball habe im Vergleich zu Handball aber einen Vorteil: Man brauche statt 15 bis 20 Millionen Euro nur einen Bruchteil davon, um auch in der Champions League erfolgreich zu sein.

          Neuer Mann mit viel Erfahrung

          Letzteres ist für die United Volleys aktuell kein Thema, haben sie doch für dieses Jahr keinen Startplatz in dem höchsten europäischen Wettbewerb abbekommen. Heerstraß, der von nun an die Geschäfte bei den Frankfurtern führt und der als seriös agierender Kaufmann gilt, sieht das weniger emotional als sein Vorgänger im United-Leitungsteam, Gesellschafter Jörg Krick. Die Reise über den Kontinent sei mit hohen Kosten verbunden. In Zeiten der Corona-Pandemie sei zudem schwer zu kalkulieren, was passiere, wenn sich ein Spieler mit dem Virus anstecke.

          Unabhängig davon will Heerstraß die Volleys voranbringen. Der Tabellenzweite der vergangenen und wegen der Krise abgebrochenen Saison müsse mehr Aufmerksamkeit erhalten und auf eine breitere finanzielle Basis gestellt werden. Bislang schultert noch immer Krick den Großteil des Etats.

          Der neue Mann bringt die Erfahrungen mit, die er vor zehn Jahren in gleicher Funktion beim TVG sammelte. In den vergangenen beiden Spielzeiten war er erstmals im Volleyball engagiert, beim Rekordmeister VfB Friedrichshafen. Seine Frau Nina, die im elterlichen Betrieb als Uhrmacherin arbeitet, und die beiden Töchter Julia und Mariella hatte Heerstraß damals im heimischen Fränkisch-Crumbach zurückgelassen.

          „Man kennt sich in der Szene“

          Der Plan, dass diese ihn öfter am Bodensee besuchen sollten, ging nicht auf: Bahn- und Autofahrten erwiesen sich in zeitlicher Hinsicht als sehr aufwendig, das Fliegen war auf Dauer teuer. Schon Ende 2019 hatte der Abgewanderte deshalb beschlossen, seinen auslaufenden Vertrag beim VfB nicht zu verlängern. Das Angebot der Volleys kam später. „Man kennt sich in der Szene“, sagt der Finanzfachmann.

          Heerstraß begrüßt die Chance, nach Hessen, wo er in Darmstadt früher eine Agentur hatte, zurückzukehren. Dass sein Vorhaben, neue Sponsoren und Partner für die Volleys zu finden, angesichts großer Konkurrenz nicht leicht werden wird, darüber ist er sich im Klaren. Doch anders als in Friedrichshafen verfüge er im Rhein-Main-Gebiet über ein Netzwerk, „das ist hier meine Region“.

          Den ganz großen Zeitdruck muss er nicht fürchten. Die nächste Saison sei schon vorgeplant. „Ich will aber möglichst schnell weitere Optionen aufbauen.“ Und den Volleys so längerfristig zu wirtschaftlicher Stabilität verhelfen.

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