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Training der Nationalmannschaft : Schaulaufen vor 45.000 Zuschauern

Hackentrick: Auch ein solches Kunststück wie von Piotr Trochowski zieht Fans zum öffentlichen Training Bild: dpa

20.000 Karten waren innerhalb weniger Stunden vergriffen: Das öffentliche Training der deutschen Nationalelf am Sonntag in Frankfurt erzeugt jede Menge Aufregung und enormen organisatorischen Aufwand.

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          Sie werden sich dehnen und strecken, auch ein paar Flanken schlagen – und rund 45.000 Zuschauer auf den Tribünen in der Frankfurter Arena werden den Nationalspielern am Sonntag dabei zuschauen. Sechzig, vielleicht auch 75 Minuten wird Bundestrainer Joachim Löw seine Spieler über den Rasen dirigieren: Eine Einheit, die zu einem letzten Schaulaufen für die Fans in diesem Jahr werden soll. Rund 100.000 Euro kostet den Deutschen Fußball Bund (DFB) dieses öffentliche Training, dessen organisatorischer Aufwand immens ist. „Im Prinzip ist die Veranstaltung vergleichbar mit einem zweiten Länderspiel, das wir in Frankfurt ausrichten“, sagt Mediendirektor Harald Stenger.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und so verhielten sich auch die Fans im Vorfeld. Innerhalb weniger Stunden waren am Wochenanfang die ersten 20.000 Karten für das Training vergriffen. Und selbst die Verantwortlichen beim DFB zeigten sich überrascht von der „überwältigend großen Nachfrage“, reagierten aber und erweiterten das Kartenkontingent. Diese kostenlosen Tickets wurden über verschiedene Filialen der Postbank in Frankfurt verteilt, wo es zu „diversen Irritationen“ kam, wie es Stenger formuliert.

          Viele Spieler verletzt

          So wollten die Mitarbeiter in einer Niederlassung der Bank die Karten nur an jene geben, die zugleich ein neues Konto eröffnen. Und in einer anderen Niederlassung hieß es bereits am Montagnachmittag, dass alle Karten vergriffen seien. Offizieller Start der Aktion war allerdings erst Dienstagvormittag. Manch einer spottete bereits über das „Kartenchaos“. Stenger aber verteidigt die Vergabe der Tickets. „Wir müssen so vorgehen. Ansonsten haben wir vielleicht 45.000 Fans im Stadion und 30.000 Unzufriedene davor.“

          Jede Menge Aufregung also für ein einziges Training der besten Spieler des Landes. Dabei werden einige Stars gar nicht dabei sein: Michael Ballack etwa, der bei Chelsea London gerade erst wieder ins Training eingestiegen ist. Verletzt fehlen auch Thorsten Frings, Bernd Schneider, Bastian Schweinsteiger, Marcell Jansen und der zuletzt in den Kader berufene gebürtige Frankfurter Jermaine Jones (siehe: Nationalelf: Ohne Jansen - mit drei Stürmern).

          Damit die übrigen Spieler ungestört ihrer sportlichen Arbeit nachgehen können, werden am Sonntag rund 700 Ordner am und im Stadion sein. Sie sollen etwa darauf aufpassen, dass sich Fans und Spieler nicht allzu nah kommen werden – Autogramme soll es weder während, noch nach der öffentlichen Trainingseinheit geben. Von „Sicherheitsrisiken“ spricht der DFB und beruft sich auf Erfahrungen. So habe die Polizei vor zwei Jahren in Hamburg eine solche Veranstaltung einmal abgebrochen, weil sie für Fans und Zuschauer zu gefährlich gewesen sein soll.

          Zuschauerrekord beim öffentlichen Training

          Die Idee eines öffentlichen Trainings der Nationalmannschaft ist gerade einmal zwei Jahre alt. Zur Premiere im Juni 2005 während des Confederation Cups kamen nur 1500 Fans in das kleine Stadion in Herzogenaurach. Ein paar Monate später, im November 2005, wollten schon 20.000 Zuschauer eine Trainingseinheit unter Jürgen Klinsman sehen. Und kurz vor der Weltmeisterschaft Ende Mai des vergangenen Jahres pilgerten gar 42.000 Fans nach Düsseldorf, um einen Blick auf die Übungseinheit zu werfen.

          Dies also ist der bisherige Zuschauerrekord eines öffentlichen Trainings. Vermutlich werden es morgen noch ein paar Tausend Zuschauer mehr sein, die in die Frankfurter Arena kommen. Der DFB empfiehlt deshalb mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Stadiontore öffnen Sonntag um 14:30 Uhr.

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