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Eintracht Frankfurt : Ein Trainerwechsel wäre ein großes Risiko

  • -Aktualisiert am

Ruhig und ratlos: Eintracht-Trainer Veh beim Spiel gegen Schalke 04. Bild: dpa

Ohne Zittern und Zagen geht es nicht: Damit die Frankfurter Eintracht in der Bundesliga bleibt, wird sie noch einige Male den Fußball-Gott bemühen müssen. Trotzdem sollte der Verein Trainer Armin Veh nicht entlassen. Ein Kommentar.

          2 Min.

          Wieder nicht gewonnen, immer noch nichts verloren. Das 0:0 gegen Schalke hat die Lage der Frankfurter Eintracht nicht verschlechtert. Doch viel hoffnungsvoller gingen die Fans nach dem Punktgewinn auch nicht nach Hause. Die Leistung der Mannschaft von Trainer Armin Veh bildete das Mittel ab, das sie bisher in der Rückrunde zeigte. Und das ist zu wenig, als dass der Klassenverbleib ohne Zittern und Zagen und das Bemühen des Fußball-Gottes zu schaffen wäre.

          Die Frankfurter Profis waren nicht so verunsichert und unterlegen wie in den ersten Halbzeiten gegen Wolfsburg und Hamburg, nicht so undiszipliniert wie in den zweiten Halbzeiten gegen den VfB Stuttgart und den 1. FC Köln. Aber wenn Alex Meier nicht wie aus dem Nichts trifft, dann gibt es im Eintracht-System kaum jemandem, dem ein Tor zuzutrauen wäre. Denn der Spielaufbau ist langsam und unpräzise, und die Spieler sind es im Dribbling und im Passspiel auch. Im direkten Zweikampf kommt so gut wie nie ein Frankfurter an seinem Gegner vorbei. Überraschungsmomente? Nur, wenn der Ball nach einer Ecke oder einem Freistoß auf dem Kopf von Marco Russ landet.

          Eklatante Mängel

          Ganz eklatant sind die Mängel im Umschaltspiel nach Balleroberung. Kaum ein Eintracht-Spieler rückt dann entschlossen mit nach vorne, um dem Ballführenden eine Abspielmöglichkeit zu geben. In der 40. Minute bot sich das groteske Bild, dass Alex Meier mangels Alternative an der linken Außenlinie in ein Dribbling gegen drei Schalker gehen musste. Er holte wundersamer Weise noch eine Ecke heraus.

          Die immer gleichen Schwächen sind seit Monaten zu sehen, von Spieltag zu Spieltag mal mehr oder weniger ausgeprägt. Veh reagiert darauf in der Trainingsarbeit, aber nicht in seiner Personalpolitik. Mit den immer gleichen 14 Spielern, von denen er einige auf verschiedenen Positionen hin und her schiebt, versucht er etwas zu bewirken. Sein Ansatz ist immer noch, spielerisch im Abstiegskampf zu bestehen. Das könnte aber noch gefährlich werden. Denn wenn die Konkurrenz aus Hannover, Bremen und Hoffenheim punktet, dann wird der Druck noch größer werden. Dass Dortmund in den letzten Minuten gegen Hoffenheim aus einem 0:1 noch ein 3:1 machte, war genauso wichtig wie der Punkt gegen Schalke.

          Das Beste am Spiel gegen Schalke war aus Eintracht-Sicht, dass alle Spieler kämpferisch ihr Bestes gaben, zumindest in der zweiten Halbzeit. Veh hat seine Spieler offensichtlich weiter im Griff. Es erscheint unwahrscheinlich, dass ein neuer Trainer befreiend auf die Spieler wirken würde. Und ob es ratsam wäre, plötzlich ein neues System zu installieren, ist auch sehr fraglich. Veh zu entlassen, wäre im Moment ein größeres Risiko als ihn zu behalten.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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