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Werte-Stiftung ehrt Sportler : „Alle sind etwas wert“

  • -Aktualisiert am

Denise Schindler mit ihrem Laudator Thomas Berlemann, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sporthilfe Bild: Werte-Stiftung

Wofür setzen sie sich ein, was treibt sie an? Denise Schindler, Timo Boll und Erik Pfannmöller erhalten für ihr Engagement die Werte-Preise der Werte-Stiftung – und bescheren dem Abend eindrucksvolle Momente.

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          Ob sie noch einen Ratschlag habe, den sie loswerden wolle, wurde Denise Schindler gefragt. „Niemals in die Opferrolle verfallen“, antwortete die Radfahrerin und viermalige paralympische Medaillengewinnerin. Die 35-Jährige muss wissen, wovon sie spricht: Als Zweijährige wurde sie von einer Straßenbahn erfasst und verlor ihr Bein – und durchlief dennoch eine beeindruckende Karriere im Sport. Nur ein Jahr nach dem Einstieg in den Leistungsradsport wurde sie Weltmeisterin. Es folgten Weltcupsiege, ein weiterer Weltmeistertitel und paralympisches Edelmetall, zuletzt Bronze in der Einerverfolgung in Tokio. Bei der diesjährigen Werte-Preisverleihung der Werte-Stiftung am Montag in der Frankfurter Paulskirche war sie eine von drei Geehrten. Seit 2009 verleiht die Werte-Stiftung in Kooperation mit der Deutschen Sporthilfe den Preis, um herausragende Persönlichkeiten aus dem Sport zu ehren, die sich um jene Werte verdient machen, die mancher im modernen Sport bedroht sieht.

          Denise Schindler erhielt den Werte-Preis für Respekt. Schon der Name des Preises legt nahe, dass sie dabei nicht nur für ihre sportlichen Erfolge geehrt wurde. Seit Jahren setzt sich die gebürtige Chemnitzerin unermüdlich für inklusive Sportprojekte ein, nicht zuletzt aufgrund der Erinnerung an ihre eigene Kindheit: „Da hieß es: Wenn du behindert bist, dann darfst du nicht mitmachen. Es ist toll, zu sehen, dass es heute anders geht.“ Das Schönste sei dabei „zu sehen, dass alle etwas wert sind“.

          Die Werte-Stiftung, die mit ihren Projekten unter anderem Unternehmer und Start-ups dabei unterstützt, nachhaltige Innovationen zu entwickeln, will mit ihrer Preisverleihung auch eine Brücke zwischen Sport und Wirtschaft schlagen. Ihr Vorstandsvorsitzender ist mit Jonas Reckermann, Goldmedaillengewinner im Beachvolleyball bei Olympia in London 2012, passenderweise jemand, der die Wertevermittlung im und durch den Sport selbst erlebt hat.

          „Die Liebe zum Spiel“

          Schon seit 2013 unterstützt die Stiftung Leistungssportler beim Übergang in die zweite, berufliche Karriere. Einer, der dabei offensichtlich keine Hilfe benötigte, ist Erik Pfannmöller. Der ehemalige Kanute, 2007 Weltmeister im Slalom, ist selbst Gründer. Sein Unternehmen bietet Kunden Lösungen für maschinelles Lernen an, arbeitet dabei klimaneutral und ist als Mitglied der „Leaders For Climate Action“-Initiative auch darüber hinaus dem Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet. Der 36-Jährige erhielt den Preis in der Kategorie Innovation.

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          Der Bekannteste unter den Geehrten dürfte aber Timo Boll sein, der im Tischtennis so viele Erfolge errang, dass es seinem Laudator schlicht nicht möglich war, sie alle aufzuzählen. Für seine herausragende Sportkarriere in Verbindung mit seinem sozialen Engagement – der 40-Jährige setzt sich im Verein „Sportler für Organspende“ ein und ist Schirmherr der Stiftung „Acción Humana“, die ein Kinderdorf in Honduras betreibt – wurde Boll mit dem Preis in der Kategorie Leistung geehrt. Was ihn nach all den strapaziösen Jahren im Spitzensport immer wieder zu Höchstleitungen antreibt, die ihm in diesem Jahr den Europameistertitel und Olympia-Silber im Team brachten? „Die Liebe zum Spiel“, sagte er.

          Es waren die eindrucksvollsten Momente des Abends, als die Protagonisten selbst zu Wort kamen. Etwas schleppender, wenn doch unterhaltend, verlief die Podiumsdiskussion zum Thema Werte im Sport. FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer, Ulrike Nasse-Meyfahrt, Olympiasiegerin im Hochsprung, und Marika Kilius, Weltmeisterin im Eiskunstlauf, waren geladen. Ob der Wert Ehrgeiz sie geprägt habe, wollte die Moderatorin von Kilius wissen. „Ehrgeizig war ich nie“, entgegnete sie. Als dann Hainer, sichtlich bemüht, die Diskussion in die gewünschte Richtung zu lenken, seine wichtigsten Werte referierte, fragte Nasse-Meyfahrt: „Wie steht es denn eigentlich um die Werte im Fußball?“ Zwischen Werten und Sport, das wurde hier deutlich, gibt es hin und wieder Widersprüche. An Menschen wie Denise Schindler, Erik Pfannmöller und Timo Boll liegt das gewiss nicht.

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