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Tänzer Sascha Karabey : Mit dem Langsamen Walzer aus der Karriere tanzen

Flexibel: Sascha und Natascha Karabey 2014 im Bad Homburger Kurhaus Bild: Heiko Rhode

Sascha Karabey beendet seine Laufbahn als Wettkampftänzer mit einer Abschiedsvorstellung im Bad Homburger Kurhaus. Mit ihm verlässt einer das Parkett, der mit seiner Schwester lange das Maß der Dinge im Tanzsport setzte.

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          Kaum jemand hat den entscheidenden Wechselschritt mitbekommen. Schade eigentlich, denn den Wettkampftänzer Sascha Karabey gibt es nicht mehr. Unzählige Titel hat der Standardspezialist an der Seite seiner Schwester Natascha gewonnen. In Deutschland war das Bad Homburger Geschwisterpaar mehr als ein Jahrzehnt lang das Maß aller Dinge – erst bei den Amateuren, dann bei den Profis. Schluss, aus, vorbei.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Schon im vergangenen Spätherbst, als die Karabeys kurz vor Weihnachten nur noch als interessierte Zuschauer die Europameisterschaft in Bonn verfolgten, deuteten sie ihren Abschied vom Parkett an. Gekommen ist es etwas anders, denn während Sascha Karabey tatsächlich dem professionellen Sport adieu gesagt hat, um im elterlichen Tanzschulbetrieb Verantwortung zu übernehmen, kann Natascha Karabey von ihrer Leidenschaft nicht lassen. Ein glücklicher Umstand bringt es mit sich, dass ihr Lebenspartner zugleich ihr neuer Tanzpartner ist und die 34 Jahre alte Hessin fortan gemeinsam mit dem Slowenen Domen Krapez zu Langsamem Walzer, Tango und Quickstep das Tanzbein schwingt.

          Finaler Auftritt am 18. April in Bad Homburg

          Die Karabeys – nie mehr Seite an Seite als Paar auf dem Parkett? „Meinen Kindern ist es vergönnt geblieben, sich offiziell auf einem internationalen Turnier zu verabschieden“, sagt Rüstem Karabey. Karabey senior ist Chef der gleichnamigen Bad Homburger Tanzschule, und gemeinsam mit Karabey junior arbeitet er daran, dass es doch noch einen letzten gemeinsamen Tanz gibt.

          Schauplatz wird der Ort sein, an den Sascha und Natascha Karabey nur die besten und lauter siegreiche Erinnerungen haben: das Kurhaus ihrer Heimatstadt. Am 18. April, passend zur 30. Auflage von „Bad Homburg international“, darf sich das Publikum auf ein finales Potpourri freuen. „Offiziell ist das noch nicht“, sagt Sascha Karabey. Doch es wird so kommen. Zumindest ein Langsamer Walzer, der Paradetanz der Karabeys, sollte das Publikum zu Ovationen führen.

          Vater und Sohn Karabey moderieren Tanzsportabend

          Dreißig Jahre internationale Tanzsportklasse im Bad Homburger Kurhaus. Auch die Jubiläumsveranstaltung steht unter der Patronage des ausrichtenden TC „Der Frankfurter Kreis“. Viele fleißige Hände werkeln im Hintergrund, ziehen an Strippen und lassen ihre Verbindungen spielen. Neuerdings tut dies der umtriebige Sascha Karabey in offizieller Mission: Er ist Vizepräsident des Tanzsportklubs, und gemeinsam mit seinem Vater wird es am 18. April eine weitere Premiere geben: Senior und Junior werden gemeinsam als Turnierleiter und Conferenciers durch den Tanzsportabend führen. „Das Mikro wird regelmäßig wandern“, sagen die Karabeys unisono.

          Bei der Vorstellung der Paare dürfte Sascha Karabey am Zuge sein, denn seinen langjährigen Verbindungen ist es vor allem zu verdanken, dass Tänzer aus Europa und dem Rest der Welt nach Bad Homburg kommen. Besonders angetan ist der jüngere der beiden Turnierleiter von den Standardexperten Dusan Dragovic und Greta Laurinaityte. Ein Serbe und eine Litauerin, die in London leben und für Großbritannien starten. „Ein sehr schönes Paar“, wie Sascha Karabey findet. Sie kommen als Weltmeisterschaftszweite in das Bad Homburger Kurhaus. Mit Danny van Zal/Patricia Bach sowie Fedor Issaev/Anna Zudilina kommen die Titelträger aus Holland und Russland zu der Traditionsveranstaltung ins Rhein-Main-Gebiet.

          In der Lateinsektion ist Sascha Karabey besonders gespannt, ob die Slowenen Klemen Prasnikar und Alexandra Avierkieva auch das sachkundige Bad Homburger Tanzsportpublikum für sich gewinnen können. „Die beiden haben eine ganz andere, eine Spitzen-Stilistik, die für mich absolute Weltklasse darstellt.“ Auf dem Weg an die Spitze ihres Heimatlandes sind Sean Meyer und Savannah Ferreira Esteves. „Sie haben von unserem Turnier gehört und kommen auf eigene Kosten aus Südafrika“, sagt Karabey. „Sie werden mit ihrem dynamischen Auftritt für internationales Flair sorgen.“ Neu ist, dass auch die Musik internationale Züge trägt. Karabey hat ein Zwölf-Mann-Orchester aus Linz engagiert. Irgendwann zu fortgeschrittener Stunde wird der jugendliche Tanzsportmacher gemeinsam mit seiner Schwester zu den Tönen der Österreicher tanzen.

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