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Wehen im Olympiastadion : „Klar, war es etwas Besonderes“

  • -Aktualisiert am

Vor leeren Rängen: Wehen Wiesbaden im Münchner Olympiastadion Bild: Picture-Alliance

Der SV Wehen Wiesbaden war bei der ersten Drittliga-Begegnung im Münchner Olympiastadion dabei. Gegen Aufsteiger Türkgücü. Das Spiel hinterlässt Eindruck.

          2 Min.

          Am 14. Mai 2005 war Schluss, damals trat Bayern München zum letzten Mal in der Bundesliga im Münchner Olympiastadion an. Ein denkwürdiger Tag. Vor gut 15 Jahren war der heutige Wiesbadener Abwehrspieler Sascha Mockenhaupt 13 Jahre alt. Am vergangenen Samstag durfte er mit seiner Mannschaft die besondere Atmosphäre der altehrwürdigen Arena der Sommerspiele von 1972 schnuppern – beim 0:0 gegen Türkgücü München in der dritten Profiliga.

          „Klar, war es etwas Besonderes, hier im Olympiastadion auf dem Feld zu stehen“, sagt Mockenhaupt. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Stadt München einen Tag vor der Begegnung aufgrund hoher Fallzahlen in Zeiten der Corona-Pandemie ein Zuschauerverbot ausgesprochen hatte. Über 1000 Karten hatte der Drittliga-Aufsteiger bereits verkauft. Darunter sollen sich auch viele „Groundhopper“ aus ganz Deutschland befunden haben. Das sind Fußballfans, deren Sammelleidenschaft es ist, möglichst viele und verschiedenartige Stadien zu besuchen.

          Geschichtsträchtige Arena

          2012 hatte noch einmal ein Pokalfinale der Frauen im Olympiastadion stattgefunden. Das Duell zwischen Türkgücü und Wehen Wiesbaden, das trotz fehlender Tore viel Abwechslung bot, war die erste Drittliga-Begegnung in der geschichtsträchtigen Arena. Türkgücü darf das Grünwalder Stadion, der sportlichen Heimat des Ligarivale TSV 1860 München, maximal zwölfmal als Heimspielstätte nutzen – auf dem Spielplan stehen aber 19 Partien vor eigenem Publikum. Hätte der München Marathon am vergangenen Wochenende wie geplant stattgefunden, hätte das Olympiastadion als Ausweichspielstätte für das Drittliga-Spiel wohl nicht zur Verfügung gestanden.

          Das trübe Wetter am Samstag brachte es mit sich, dass beide Mannschaften bei Flutlicht den Wettkampf austrugen. Etwa 100.000 Euro hatte die Stadt in neue LED-Lampen investiert. Kurz vor Spielschluss hätten sich die Mienen der Wiesbadener in der umkämpften Begegnung deutlich aufhellen können. Weil aber der eingewechselte Benedict Hollerbach mit seinem Schuss nur den Pfosten des Münchner Tores traf, ärgerten sich die Hessen über die verpasste Siegchance. „Wir hatten in den ersten 20 Minuten Probleme, uns auf den Gegner einzustellen und waren nicht griffig genug“, sagt Offensivspieler Gianluca Korte. „Die zweite Halbzeit geht dafür auf unsere Seite.“

          Rüdiger Rehm, Cheftrainer des SV Wehen Wiesbaden, bemängelte „ein bisschen die fehlende Effektivität in der Box und die fehlende Effizienz beim Abschluss“. Zwar gehören die Wiesbadener zu den fünf Mannschaften, die nach vier Spieltagen noch ungeschlagen sind. Auf der anderen Seite holten sie jedoch erst einen Saisonsieg. Für die hohen Ansprüche des Zweitliga-Absteigers, der im Aufstiegsrennen mitmischen will, ist diese Bilanz zu wenig.

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