https://www.faz.net/-gzn-9tnue

SV Wehen Wiesbaden : „Teilweise war das nicht fußballtauglich“

  • -Aktualisiert am

Der SV Wehen Wiesbaden mühte sich vergeblich und verlor gegen Kiel. Bild: dpa

Die Fans sehen ein turbulentes Spiel mit neun Toren. Das 3:6 gegen Kiel setzt den Wiesbadenern zu. Es ist ein herber Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg aus der zweiten Bundesliga.

          2 Min.

          Als am Samstag der Abpfiff dieses abwechslungsreichen Zweitliga-Spiels ertönte, drosch Manuel Schäffler den Ball vor Frust kerzengerade in den Wiesbadener Nachmittagshimmel. Noch bevor dieser wieder auf dem Boden aufschlug, hatte sich der Wiesbadener Fußballstürmer auf den Rasen gesetzt. Er schüttelte seinen gesenkten Kopf ein paar Mal. Das 3:6 zu Hause gegen Holstein Kiel setzte Schäffler und seinen Teamkollegen zu. „Wir kriegen es nicht hin, defensiv und offensiv gut zu sein“, sagte der Verteidiger Sascha Mockenhaupt zum fehlgeschlagenen Konzept. „Wir kriegen keine Konstanz rein, denn ein paar Jungs haben vergessen, wie es defensiv funktioniert.“ Die fehlende Balance hat den Wiesbadenern einen herben Rückschlag im Abstiegskampf beschert. Einen, der an die schlimmen Zeiten zu Saisonbeginn erinnerte. Und der den Trainer des Tabellenletzten, Rüdiger Rehm, erzürnte. „Wenn du so fahrlässig verteidigst, hast du nicht den Anspruch, Spiele zu gewinnen.“ Teilweise sei das Auftreten „nicht fußballtauglich“ gewesen, schimpfte er.

          2. Bundesliga

          Der intensive sportliche Schlagabtausch am 14. Spieltag hätte nicht ereignisreicher beginnen können. Schon nach drei Spielminuten stand Schäffler am Elfmeterpunkt, denn der Kieler Kapitän Hauke Finn Wahl hatte auf törichte Art Daniel Kofi Kyereh von den Beinen geholt. Aufgrund der folgenden intensiven Überprüfung durch den Videobeweis dauerte es jedoch noch zwei Minuten, bevor Schäffler trotzdem nervenstark für den Wiesbadener 1:0-Führungstreffer sorgte.

          Die Kieler übernahmen unbeeindruckt die Initiative und wurden für ihre Tatkraft reichlich belohnt. In der achten Minute nutzte Emmanuel Iyoha die große Lücke in der Wiesbadener Verteidigung zum 1:1. Hinten erwies sich Wiesbaden als extrem anfällig. Das Kieler 2:1 (21. Minute) durch Alexander Mühling überraschte kaum einen. Das Unheil für die Hessen nahm nun seinen Lauf. Ein verwandelter Handelfmeter von Mühling – der SVWW-Verteidiger Jakov Medic war der Regelwidrigkeit beschuldigt worden – brachte den Kielern das 3:1 (27.). Abermals musste der Videobeweis herhalten. Das Drunter und Drüber im Defensivverbund wirkte sich scheinbar negativ auf die Leistung des Wiesbadener Torhüters Heinz Lindner aus. Der Österreicher sah beim vierten Kieler Treffer (29.) von Janni Luca Serra schlecht aus.

          Nur 60 Sekunden später erfolgte auf der anderen Seite der dritte Videobeweis: Abermals genauer begutachtet werden musste das zweite Wiesbadener Tor durch Kyereh. Weil der Einsatz des Videobeweises – ein Teil der 4053 Zuschauer quittierte die langen Verzögerungen mit Pfiffen – sehr zeitraubend gewesen war, betrug die Nachspielzeit der ersten Halbzeit sieben Minuten. „Es ist nicht tragbar, jedes Mal gefühlt fünf Minuten warten zu müssen“, sagte Rehm. „Wir müssen die Schiedsrichter schützen, sie fühlen sich langsam wie die Deppen.“

          Nur fünf Minuten dauerte es in der zweiten Hälfte, bis sich der Torreigen in der turbulenten Partie fortsetzte. Eines Patzers von Mockenhaupt bediente sich der Kieler Salih Özcan zum 5:2. Die Entscheidung? Mitnichten. Kurz darauf verkürzte Schäffler auf 3:5, ihm bot sich wenig später sogar die Chance zum 4:5. An Abwechslung hatte die sportliche Auseinandersetzung wahrlich viel zu bieten. In der 69. Minute verhinderte der Kieler Torhüter Ioannis Gelios mit einer Parade das 4:5 von Kyereh. Auch der Wiesbadener Torhüter Lindner steigerte sich und stand in drei Aktionen dem sechsten Gegentreffer im Weg. Gegen den Schuss von Jonas Meffert zum 6:3 (90.) der Kieler aber war er machtlos. Die sechs Gegentore seien „sehr bitter“, sagte Lindner. „Die Defensive war eigentlich zu unserer Stärke geworden. Doch gerade sie haben wir heute vermissen lassen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Corona-Lockerungen : Merkel nennt Ramelows Äußerungen „zweideutig“

          Die Kanzlerin fordert: Es müsse in grundsätzlichen Fragen Übereinstimmung geben. Kritisch äußert sie sich zu den jüngsten Äußerungen von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Der verkündet ein Treffen der Länderchefs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.