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Nach Protest des VfB Stuttgart : Wehen Wiesbaden bleibt gelassen

  • -Aktualisiert am

Mit Mundschutz beim Spiel gegen Stuttgart: Christian Hock, Sportdirektor von Wehen Wiesbaden Bild: dpa

Nach dem Protest ist vor der nächsten Aufgabe: Vom Einspruch des VfB Stuttgart will sich Wehen Wiesbaden nicht verrückt machen lassen. Stattdessen geht der Blick auf das nächste Spiel. Aus gutem Grund.

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          Als Jugendlicher war der gebürtige Heilbronner Rüdiger Rehm leidenschaftlicher Fan des VfB Stuttgart. Der heutige Wiesbadener Fußballtrainer stand damals bei den Heimspielen oft im A-Block und war im Alter zwischen 14 und 16 auch bei vielen Auswärtsbegegnungen mit dabei. Seine besondere Beziehung zu den Schwaben – der 41-Jährige hat seinen Hauptwohnsitz in der Nähe von Heilbronn – brachte es mit sich, dass er nach dem 2:1 der Hessen am vergangenen Sonntag gegen Stuttgart viele Nachrichten aus der Heimat bekommen hat. Dass die Hessen als Abstiegskandidat gegen den Aufstiegsanwärter in Summe sechs Punkte – auch das Hinspiel ging 2:1 aus – holen würden, hätte kaum einer gedacht. Rehm hat seiner sportlichen Jugendliebe stark geschadet.

          Die Stuttgarter meldeten sich in dieser Woche ebenfalls zu Wort. Sie legten am Dienstag Einspruch gegen die Spielwertung ein. „Das Verhalten des Schiedsrichters bei der Entstehung des Siegtreffers für Wehen Wiesbaden stellt nach unserer Überzeugung einen Regelverstoß dar, der einen unmittelbaren Einfluss auf das Endergebnis des Spiels hatte“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat. Nach einer strittigen Entscheidung hatte Phillip Tietz in der siebten Minute der Nachspielzeit per Handelfmeter den Siegtreffer erzielt.

          Rehm zweifelt jedoch nicht daran, dass sein Team die drei Punkte behalten wird: „Das war sicherlich eine skurrile Situation, aber kein offensichtlicher Fehler.“ Aus eigener Erfahrung wisse er, „wie ein Einspruch dann abgewälzt wird“, sagte Rehm und kündigte vor dem Spiel an diesem Freitag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga und bei Sky) in Heidenheim an, schnell zur Tagesordnung überzugehen. „Wir werden uns damit nicht groß beschäftigen.“

          Der Fußballlehrer hat genug zu tun. Weil Sascha Mockenhaupt und Benedikt Röcker jeweils aufgrund ihrer fünften Gelben Karte gesperrt sind, muss Rehm gleich zwei etatmäßige Innenverteidiger ersetzen. Rehm sieht sich aber in der glücklichen Lage, mit den Stammspielern Sebastian Mrowca oder Paterson Chato sowie den Bankspielern Jeremias Lorch, Moritz Kuhn und Dominik Franke genug Spieler zu haben, denen er zutraut, die Aufgabe erfolgreich auszuüben. „Ich bin davon überzeugt, dass sich auch die Jungs hintendran voll reinhängen werden, sofern sie dazu die Chance bekommen.“

          Schon mit einer Punkteteilung in Heidenheim könnten die auf Rang 16 plazierten Wiesbadener, die sich in den vergangenen beiden Spielen mit insgesamt acht Treffern schadlos hielten, die Abstiegsränge verlassen. „Wenn wir uns weiter so entwickeln, werden wir mit Sicherheit in der Tabelle nach oben klettern“, sagt Rehm. Die Heidenheimer und deren Entwicklung in der zweiten Liga haben für ihn und seinen Arbeitgeber Vorbildfunktion. Nur das 0:3 in Bochum hätte auch aus seiner Sicht nicht sein müssen. „Heidenheim wird sicherlich sehr viel Wut im Bauch haben. Und die wollen sie gegen uns vermutlich rauslassen.“

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