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SV Wehens Chef Hankammer : „Wir denken in Jahrzehnten und Generationen“

  • -Aktualisiert am

Der Chef als Fan: Markus Hankammer mit SV-Wehen-Schal in der Brita-Arena in Wiesbaden. Bild: Picture-Alliance

Er ist Präsident, Sponsor und Mäzen beim SV Wehen Wiesbaden, hat all diese Funktionen von seinem Vater geerbt: Markus Hankammer über seine Verbundenheit – und ob sich das Engagement rechnet?

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          Der SV Wehen liegt derzeit auf dem 17. Platz der zweiten Fußball-Bundesliga und setzt die Rückrunde fort mit dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue an diesem Dienstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Fußball-Bundesliga und bei Sky) fort.

          Ihr Vater Heinz Hankammer war als Präsident und Mäzen über viele Jahrzehnte hinweg die prägende Figur beim SV Wehen. Das von ihm gegründete Familienunternehmen „Brita“ hat den Verein immer maßgeblich finanziert. Stimmt es, dass er vor seinem Tod 2016 testamentarisch verfügt hat, dass der Verein durch das Unternehmen so lange unterstützt wird, solange das wirtschaftlich möglich sei?

          Ich weiß, dass mein Vater das gesagt hat. Aber er hat das nie umgesetzt. Mein Vater hat zu Lebzeiten gesehen, wie ich mich beim SV Wehen engagiere und wie sich die Dinge weiterentwickelt haben. Insofern gab es dafür keine Notwendigkeit.

          2. Bundesliga

          Eine Zeitlang schien Ihre Bindung zum Verein aber nicht so eng zu sein.

          Am Anfang gab es viele Diskussionen darüber, ob ich überhaupt Interesse am SV Wehen Wiesbaden habe. Ob meine Motivation ausreichen würde. Doch mittlerweile hat jeder gesehen, dass ich die Dinge auch in der Rolle des Vereinspräsidenten mit dem entsprechenden Herzblut mache und sie mit einem langen Atem nachhaltig vorantreibe.

          Was hat Sie umdenken lassen?

          Umdenken? Das ist vielleicht die Wahrnehmung von außen. Aber ich habe mein Engagement für den Verein nie notgedrungen gemacht. Es ist eine persönliche Geschichte. Bis Anfang 20 habe ich beim SV Wehen Fußball gespielt, durch mich ist mein Vater zum Verein gekommen. Danach bin ich ins Ausland gegangen und hatte ein bisschen Abstand. Als ich zurückkam, hieß es, ich hätte kein wirkliches Interesse am Verein. Zum einen habe ich aber eine Familie gegründet. Und ich habe im Alter von 30 von meinem Vater das operative Geschäft in der Firma übernommen. Ganz ehrlich: Ich war mehr als beschäftigt. Deshalb habe ich mich über einen gewissen Zeitraum nicht eingeklinkt beim Verein. Und es war auch nicht notwendig. Mein Vater hat das sehr erfolgreich gemacht. Erst später hat sich dann der Generationswechsel im Verein ergeben. In den vergangenen gut zehn Jahren ist der Verein mehr und mehr Teil meines Lebens geworden. Auf diese Weise ist eine noch intensivere Identität entstanden. Das ist vielleicht der einzige Unterschied zu früher.

          Sie sind erfolgreicher Geschäftsmann. Rechnet sich der SV Wehen Wiesbaden?

          Die Frage ist schwer zu beantworten. Vom Grundsatz her muss man im Fußball eine kurz- und eine langfristige Perspektive haben, das ist wichtig. Bei der kurzfristigen Perspektive gibt man Geld rein und bekommt im Gegenzug zum Beispiel Werbeleistungen. Langfristig betrachtet ist die Frage, wie man sich mit dem Verein etabliert. Bei uns gibt es in wirtschaftlicher Hinsicht eine besondere Konstellation. Ich habe den Sponsorhut auf. Gleichzeitig ist Brita auch Anteilseigner der Sport GmbH. Insofern handelt es sich hier um ein sehr langfristiges Investment, das man nicht nur unter dem Aspekt kurzfristiger Werbeleistungen sehen darf.

          Ab wann würde sich das Engagement rechnen?

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