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Sprinter Arthur Jonath : Als der schnellste Mann der Welt ein Frankfurter war

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Die historische Aufnahme vom 11.08.1932 zeigt die 100m-Siegerehrung der Herren bei den Olympischen Spielen von Los Angeles: Gold für den US-Amerikaner Eddie Tolan, Silber für seinen Landsmann Ralph Metcalfe und Bronze für den Deutschen Arthur Jonath (r). Bild: DPA

Er lief Weltrekord über 100 Meter und glänzte bei den Sommerspielen 1932. Erinnerungen an den Sprinter ArthurJonath, der im WM-Jahr 2009 hundert Jahre alt geworden wäre.

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          Er war einmal der schnellste Mann der Welt, der schnellste über 100 Meter, die Königsdisziplin der Leichtathletik. Eine Strecke, die schon immer etwas Magisches an sich hatte, die Sportler zu Legenden machte. Der Rekord des Mannes, von dem die Rede ist, liegt weit zurück, weiter noch als etwa der Rekordlauf von Armin Hary bei den Olympischen Spielen in Rom 1960. Arthur Jonath, der in diesem Jahr, genau: am 9. September, hundert Jahre alt geworden wäre, hatte seinen großen Auftritt bei den Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles.

          Wenig ist noch bekannt über den schnellen Mann mit dem eleganten Laufstil. Im Jahr 1909 in Bentrop im westfälischen Kreis Unna geboren, verstarb Arthur Jonath bereits 1963 in Neu-Isenburg. Der hundertste Geburtstag, und das noch im Jahr der Leichtathletik-WM in Berlin – der passende Zeitpunkt, um an ihn zu erinnern.

          100 Meter in 10,3 Sekunden - Weltrekord

          Kindheit und Jugend verbringt er in Dortmund, sein außergewöhnliches Talent wird schon früh im Leichtathletikverein TuS Bochum gefördert. Bochum war damals ein großer Leichtathletikverein, bei dem etwa Erich Borchmeyer startete, mehrfacher Meister und Olympiamedaillengewinner. Quasi aus dem Nichts betritt Arthur Jonath die deutsche Leichtathletikszene und wird 1931 auf Anhieb deutscher Meister über 100 und 200 Meter. Im folgenden Jahr konnte er den doppelten Erfolg über die Sprintdistanzen wiederholen und lief am 5. Juni 1932 in Bochum erstmals 100 Meter in 10,3 Sekunden. Es war der offizielle Weltrekord. So wurde er zum Hoffnungsträger für die deutsche Leichtathletikmannschaft, die im selben Jahr zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles fuhr. Arthur Jonath gehörte in einer kleinen deutschen Delegation zu den positiven Überraschungen dieser Spiele. Über 100 Meter und 200 Meter sowie mit der 4100-Meter-Staffel angetreten, konnte er zwei Medaillen gewinnen. Bronze über die Königsdisziplin 100 Meter und Silber in der Staffel.

          Der 100-Meter-Sprint von damals galt lange als schnellster Lauf aller Zeiten. Bereits im Vorlauf unterboten die Favoriten mehrmals die olympische Siegeszeit von Amsterdam 1928 – 10,8 Sekunden. Neben Arthur Jonath (10,5) taten sich vor allem die beiden farbigen Amerikaner Eddie Tolan (10,4) und Ralph Metcalfe (10,7) hervor. Ein Olympia-Buch von 1932 kommentierte den Endlauf folgendermaßen: „Von innen nach außen stehen: Yoshioka, Joubert, Metcalfe, Simpson, Jonath, Tolan. Joubert verursachte einen Fehlstart, dann Jonath. Wie in Amsterdam gelingt erst der dritte Start. Jonath – aufgeregt durch seinen Fehlstart, der zweite würde Ausschluss bedeuten – kommt schlecht weg, liegt nahezu einen Meter hinter Tolan als Letzter! Schon nach 60 Metern war nur noch die Frage: Tolan oder Metcalfe? Viele sahen Metcalfe als Sieger, doch die Zielrichter entschieden für Tolan. Ganz hervorragend lief auch Jonath. In wundervoll gleichmäßiger Fahrt rang er Yoshioka, Joubert und schließlich auch Simpson nieder. Zweifellos der schnellste Weiße dieser olympischen Spiele, das bewies der Deutsche durch seinen dritten Platz, trotz des schlechten Starts. Noch einmal Beifallsstürme, als die Zeit von 10,3 Sekunden verkündet wird – olympischer Rekord und Weltrekord. Jonath nahm den Amerikanern den ungeheuren Triumph, an allen drei Siegesmasten die Sterne und Streifen wehen zu sehen.“

          Nur die Mannschaft der Vereinigten Staaten war an diesem Tag unbesiegbar

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