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Sportverbände und Corona : Ab in die Halle?

Die Corona-Infektionen nehmen zu: Wie gut ist der Hallensport gerüstet? Bild: Diana Cabrera Rojas

Vor dem Start der Hallensaison plagen sich die hessischen Sportverbände mit denselben Problemen. Doch in der Pandemie geht jeder seinen eigenen Weg.

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          Der Herbst ist da – ab in die Halle? So einfach ist es dieser Tage nicht. Unter Verbänden, Vereinen und Sportlern gibt es aber einen Konsens: Es ist wichtig, dass Hallensport wieder betrieben werden kann. Trotz des Virus und steigender Fallzahlen, die alles schnell wieder lahmlegen könnten. Ein halbes Jahr hatten die Verantwortlichen Zeit, sich auf die Rückkehr vorzubereiten. Viele der großen Sportarten gehen nun mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen, Konzepten und Modi in die neue Saison.

          David Lindenfeld
          Volontär.

          Der Hessische Basketball-Verband hat sich zum Beispiel für eine Spielzeit ohne Auf- und Absteiger entschieden, die schon vor Wochen begonnen hat. Vereine können wählen, ob sie antreten wollen oder nicht und ihre Teams jederzeit zurückziehen, „ohne dabei Sanktionen fürchten zu müssen“, wie es von Verbandsseite hieß: „Wir betrachten diese Lösung bei einer Bewertung aller Vor- und Nachteile als die fairste.“ Eine mutige Entscheidung für eine Saison ohne richtigen Wettkampfcharakter, die längst nicht jeder nachvollziehen kann. „Von den Vereinen wurde das komplett unterschiedlich aufgenommen. Auch bei uns wird das kontrovers diskutiert“, sagt Sven Witt, hauptamtlicher Trainer und Hygienebeauftragter der TG Hanau White Wings. Er persönlich empfindet es als richtig, dass der Verband sich und den Vereinen so den Druck genommen habe, eine Saison in dieser „schwierigen und unsicheren Zeit durchziehen zu müssen“.

          Winter-Freiluftsaison im Hockey?

          Witt sieht aber auch ein Risiko für die bisher noch wenigen Teams, die nicht spielen. „Ich befürchte, dass es Vereine, die in dieser Saison keine Mannschaft stellen, schwer haben dürften, im kommenden Jahr ein Team auf den Platz zu bringen.“ Gerade bei Kindern und Jugendlichen bestehe die Gefahr, dass diese aufhören oder sich anderen Sportarten widmen. Im Jugendbereich wird ebenfalls ohne Auf- und Abstieg gespielt. Inwieweit dort regionale Meisterschaften ausgetragen werden, ist aktuell noch offen. Allerdings haben die Jugend- und die Nachwuchs-Basketball-Bundesliga mit Teams von Eintracht Frankfurt und Weiterstadt am Wochenende begonnen, inklusive Auf- und Abstiegsregeln. Zuschauer sind seit dem 3. Oktober vom Verband wieder zugelassen, sofern die Vereine über ein eigens ausgearbeitetes und von den Behörden genehmigtes Hygienekonzept verfügen. Das befindet sich nicht nur in Hanau immer wieder auf dem Prüfstand. „Alle Vereine sind noch am Ausprobieren und Testen“, sagt Witt.

          Hockey könnte in Hessen einen ähnlichen Weg einschlagen und auf Spiele mit freiwilliger Beteiligung zurückgreifen, falls eine Saison unter normalen Umständen nicht stattfinden kann. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen, wie mit der Runde, die Mitte November beginnen soll, verfahren wird. „Alle Pläne stehen und sollen umgesetzt werden, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, dass der Spielbetrieb während der Corona-Pandemie aufrechterhalten werden kann“, sagt Uwe Benecke, der Vorstandsvorsitzende des Hessischen Hockey-Verbands, der für die Saisonplanungen der Spielklassen ab der Oberliga abwärts verantwortlich ist.

          Ob also mit Auf- und Abstieg oder letztlich überhaupt gespielt werden kann, hängt von vielen Faktoren ab: Gibt es eine Saison in den Bundes- und Regionalligen, deren Feldsaisons noch bis Ende Oktober laufen und sich – je nach Infektionsgeschehen – ausdehnen könnten? Welche Vereine erhalten die Freigabe für die Halle von den Behörden? Und welche Klubs wollen überhaupt spielen? Der Westdeutsche Hockey-Verband hat die Saison für die Jugend abgesagt. Ähnliches droht auch in Hessen, falls mehrere Teams nicht teilnehmen können oder wollen. Die Anzahl der Mannschaften in den Ligen ist gering, so dass eine Runde Benecke zufolge wenig Sinn ergebe, falls mehrere Teams wegfallen. Denkbar seien aber Testspiele, eine Winter-Freiluftsaison oder Turnierformate wie ein Hessenpokal. Das hessische Hockey ist flexibel und hat einen Vorteil gegenüber anderen Verbänden: Bis zum November ist noch etwas Zeit.

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