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Sportverbände und Corona : Ab in die Halle?

Arbeit an Konzepten

Im Volleyball läuft die Saison seit Mitte September und wird wie üblich mit Auf- und Absteigern gespielt. „Diese Regelung finde ich in Ordnung. Sonst hätte man ja eine Saison, in der es überhaupt keinen Anreiz gibt“, sagt Rainer Trappmann, der Abteilungsleiter der TG Bad Soden. Neben der Damenmannschaft in der zweiten Bundesliga hat der Klub zahlreiche Teams, die auf Regional-, Landes- und Bezirksebene aufschlagen. Zuschauer sind überall erlaubt, wenn die Vereine ein genehmigtes Hygienekonzept vorweisen können, die Regeln aber sind unterschiedlich: In der zweiten Bundesliga muss das Publikum ständig eine Maske tragen, in den hessischen Ligen nicht. Auch die Jugend darf wieder spielen und stellt die ausrichtenden Vereine aufgrund der Spieltage, die mit mehreren Teams in einer Halle ausgetragen werden, vor Herausforderungen. „Wir arbeiten aktuell noch an einem Konzept dafür“, sagt Trappmann mit Blick auf den ersten Jugendliga-Spieltag, den der Klub ausrichten wird. Die Hessischen und die Südwestdeutschen Meisterschaften im Jugendbereich sind ebenfalls in Planung.

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Der Handball geht einen ähnlichen Weg und startet in eine Saison im gewohnten Modus, an deren Ende es Auf- und Absteiger geben soll – eine Entscheidung, die nicht jeder nachvollziehen kann. „Wir freuen uns, dass es wieder losgeht. Ich finde es aber riskant, ins Blaue hinein mit der Runde zu beginnen und zu hoffen, dass nichts passiert“, sagt Dieter Müller, Leiter der Handball-Abteilung der Offenbacher Kickers. Auch der stellvertretende Vorsitzende der TSG Offenbach-Bürgel, Rainer Lehmann, hätte sich eine andere Lösung mit einem veränderten Modus – beispielsweise einer zweigeteilten Liga – gewünscht und kritisiert, dass es darüber keinen Austausch zwischen Verband und Klubs gab.

„Der Hessische Handball-Verband hat sich für ein Modell nach dem Motto ,Mehr Handball trotz Corona‘ entschieden. Ich finde es positiv, dass man versucht, Handball in irgendeiner Form wieder spielbar zu machen. Den Modus mit der hohen Anzahl der Spiele und dem Druck, der so entsteht, sehen wir als Verein aber kritisch“, sagt Lehmann mit Blick darauf, dass es nach dem Saisonabbruch und dem daraus resultierenden ausgesetzten Abstieg mehr Teams in den Ligen gibt. Der Hessische Handball-Verband wollte mit seiner Entscheidung versuchen, den Vereinen so viele Spielmöglichkeiten wie möglich zu bieten, solange die Pandemie das zulässt. Und hat bereits eine Lösung formuliert, falls die Saison wieder abgebrochen werden sollte: Sobald mindestens die Hinrunde ausgetragen wurde, wird die Saison mit der Quotientenregelung gewertet. Wenn weniger Partien absolviert wurden, wird die Runde annulliert.

Kein Doppel im Tischtennis

Der Beginn wurde um zwei Wochen auf den 16. Oktober verschoben, um den Klubs mehr Zeit zu geben, sich vorzubereiten. Die müssen nun Hygienekonzepte erstellen. Denn auch der Amateurhandball lebt von Zuschauereinnahmen. Zu den Oberliga-Heimspielen der TSG Offenbach-Bürgel kommen im Schnitt rund 500 Zuschauer. Während der Pandemie werden es laut Verband maximal 250 sein dürfen, sofern das Gesundheitsamt dies erlaubt. Neben den Zweifeln, ob sich die Spielzeit mit dem straffen Programm umsetzen lässt, machen sich die Vereine auch Sorgen über eine mögliche Wettbewerbsverzerrung und Konsequenzen für den Handball, wenn Spieler oder sogar gesamte Mannschaften wegen eines positiven Corona-Falls in Quarantäne müssen und im Anschluss aus beruflichen Gründen mit dem Sport pausieren oder aufhören. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, sagt Lehmann.

Eine Änderung im Regelwerk gab es im Tischtennis, wo es ebenfalls um Auf- und Abstieg geht: Dort wird seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs, der in manchen Ligen schon im August gestartet wurde, auf die Austragung der Doppel verzichtet. „Diese Regel ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll“, sagt der Abteilungsleiter der TG Obertshausen, Gregor Surnin, der für die erste Mannschaft in der Regionalliga spielt. Die Partien führen sein Team regelmäßig nach Köln, Neuss oder Dortmund. Dann sitzt ein Teil der Mannschaft im selben Auto – gemeinsam an der Platte stehen ist aber tabu.

Die Pandemie zwingt die Verbände und Vereine, kreativ zu sein, um einen (eigenen) Weg zu finden. Die Entwicklung der Corona-Zahlen könnte zwar manch kluges Konzept in Frage stellen. Eines aber ist unverkennbar: Wer sich nicht bewegt, wird keine Lösung finden für ein Leben des Sports mit dem Virus.

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