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Zweite Basketball-Bundesliga : Ohne Tests keine Spiele

  • -Aktualisiert am

Auch schon international am Ball: Skyliners-Nachwuchsspieler Samare Bild: Imago

Spielen trotz Pandemie: Im Kampf gegen Corona erweitert die zweite Basketball-Bundesliga ihr Hygienekonzept. Von den Teams gibt es dafür trotz zusätzlicher Kosten Zustimmung.

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          Die zweite Basketball-Bundesliga, die hierarchisch in die Staffeln Pro A und in die zweigeteilte Pro B gegliedert ist, hat ihr Hygienekonzept in der Corona-Pandemie der aktuellen Entwicklung angepasst. Vom übernächsten Spieltag am ersten Dezember-Wochenende an sind wöchentliche Covid-19-Schnelltests an den Spieltagen für die Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Kommissare verpflichtend. Ohne vorherige Testung ist eine Teilnahme am Spielbetrieb nicht möglich. Wird vor einer Begegnung in einer der beiden Mannschaften ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet, kann die Partie nicht stattfinden.

          „Nach gut vier Wochen Spielzeit haben wir sehr genau geprüft, welche Maßnahmen gut liefen und wo es auch aufgrund der steigenden Pandemiezahlen Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wollen wir durch die zusätzlichen Testungen auch asymptomatische Infektionsverläufe vor einem Spiel erkennen und zur Sicherheit aller reagieren können“, begründete Christian Krings, der Geschäftsführer der zweiten Basketball-Bundesliga, die erfolgte Änderung. Zur Überprüfung „der Sorgfalt im Umgang mit dem Hygienekonzept“ werde die Liga „die Einhaltung der im Hygieneleitfaden definierten Maßnahmen unangekündigt kontrollieren und Verstöße konsequent bestrafen“, hieß es in einer Mitteilung.

          Aus Hessen nehmen an der Pro B Süd die zweiten Vereinsmannschaften der Bundesligaklubs Fraport Skyliners – die Skyliners Juniors – und Gießen 46ers (Depant Gießen 46ers Rackelos) teil. Außerdem sind die Ebbecke White Wings Hanau am Start. Diese hatten sich wegen positiv getesteter Teammitglieder in der zweiten Oktoberhälfte in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müssen, so dass die Hanauer erst am fünften November verspätet in den Spielbetrieb starten konnten. Bis heute mussten in der Spielklasse coronabedingt mehrere Begegnungen abgesagt werden, was wiederum das schiefe Tabellenbild erklärt. Während die Mannschaften aus Coburg und Oberhaching schon jeweils sechs Spiele bestritten haben, kommt Erfurt nur auf zwei und Speyer auf drei. Frankfurt und die White Wings, die an diesem Samstag in Hanau aufeinandertreffen, stehen jeweils mit fünf Niederlagen in fünf Spielen am Tabellenende.

          Schwierige Situation für die Teams

          Die Skyliners und die Gießener, die beide trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation in der Corona-Krise an den kostspieligen Strukturen ihrer Nachwuchsförderung festhalten, befürworten die in Zukunft regelmäßig vorzunehmenden Schnelltests in der Pro B nicht nur aus gesundheitlichen Gründen. Sie sahen auch ihr Konzept mit den Doppellizenzspielern tangiert, die in der Bundesliga und in der Pro B zum Einsatz kommen können und die zudem fester Bestandteil des Trainingsbetriebs des Erstliga-Teams sind. Um das Risiko, dass das Virus in die Bundesliga-Mannschaft getragen wird, zu minimieren und um die Durchlässigkeit des Systems zu erhalten, haben die Frankfurter und die Gießener schon zuvor unaufgefordert regelmäßige Testungen bei ihren Doppellizenzspielern vorgenommen. Allerdings bestand die Gefahr, dass diese Doppellizenzspieler auf Spieler anderer Vereine trafen, die ihre Spieler nicht freiwillig getestet haben.

          Die Basketball-Bundesliga (BBL) hatte unterdessen beschlossen, dass die in der Pro B eingesetzten Spieler erst dann wieder zum Training der Bundesliga-Mannschaft zugelassen werden, wenn diese zwei negative PCR-Tests vorweisen können. Das bedeutet in der Praxis, dass diese Akteure zu Wochenbeginn für das Erstliga-Training nicht zur Verfügung stünden. „Aufgrund der jetzt eingeführten Schnelltests in der Pro A und der Pro B überlegt die BBL aber, den Beschluss im Sinne der Durchlässigkeit im Spielbetrieb noch einmal zu überarbeiten“, sagte Harald Bründlinger, der Geschäftsleiter beim Fraport Skyliners e.V., am Donnerstag.

          Klare Regeln für den Test

          Die Kosten für die Schnelltests, die viel günstiger als die PCR-Tests sind, müssen jeweils die Vereine in der Pro B aufbringen. Für den Kader, die Trainer und die Betreuer fallen damit zwischen 150 und 200 Euro pro Spieltag an. Getestet werden darf frühestens zehn Stunden vor Spielbeginn, damit ein gültiges Ergebnis vorliegt. Etwa eine halbe Stunde nach dem Abstrich sollen die Resultate feststehen. Bei der Testung zugegen sein muss ein niedergelassener Arzt oder eine medizinische Fachkraft.

          Was die Beschaffung der Schnelltests angeht, übernimmt die Liga die Sammelbestellungen für die Klubs. Bei der Entscheidungsfindung habe auch das Thema „Labortestkapazitäten eine nicht unwesentliche Rolle gespielt“, teilte die Liga mit. „Aus diesem Grund wurde berücksichtigt, dass durch die Erweiterung der Teststrategie systemrelevante Laborkapazitäten, wie vom Robert Koch-Institut empfohlen, nicht belastet werden.“

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