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Schalke - Frankfurt 2:0 : Schalkes spärliche Angriffslust ist der Eintracht zuviel

Ballfixiert: Schalkes Fabian Ernst und Frankfurts Alexander Meier Bild: AP

Rafinha und Ebbe Sand trafen beim 2:0 in Gelsenkirchen gegen die Eintracht. In der Gesamtschau war die Niederlage für die Frankfurter verdient, allein: In der Entstehung wäre sie vermeidbar gewesen.

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          Gut fünfzig Minuten lang hielten die Ordnungssysteme der Frankfurter Eintracht. Dann jedoch nahm eine neuerliche Niederlage gegen ein tabellarisches Spitzenteam ihren Lauf. In der Gesamtschau mag die 0:2-Niederlage der Eintracht am Sonntag beim FC Schalke 04 verdient gewesen sein, allein: In der Entstehung ist sie vermeidbar gewesen.

          Die Schalker Mannschaft von Trainer Mirko Slomka war vor 61.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena durch einen höchst umstrittenen Treffer von Sören Larsen 1:0 in Führung gegangen (51.), bei dem der Däne mit dem Arm Marko Rehmer entscheidend an einer möglichen Gegenwehr behindert hatte. „Das war ein ganz klares Foul“, schimpfte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Schiedsrichter Knut Kircher aber pfiff nicht, und die Niederlage der Eintracht nahm von diesem Moment an ihren Lauf.

          „Lange Zeit haben wir gut mithalten können“, sagte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen. „Dann aber fiel das 0:1, und wir haben wieder einmal gezeigt, daß es für uns offenkundig gegen Spitzenmannschaften nicht reicht.“ Ioannis Amanatidis gesperrt, Christopher Reinhard krank, Markus Pröll kurzfristig wegen eines eingeklemmten Rückenwirbels ausgefallen: Der Blick auf die Frankfurter Auswechselbank sah nicht verheißungsvoll aus. Ob mit derart überschaubarem Personal der große Favorit Schalke geärgert werden konnte?

          Solide Ordnungspolitik

          Nun, eine Halbzeit lang passierte nicht viel in der ausverkauften Schalke-Arena, und die Eintracht schaffte es, dank vorzüglicher Ordnung mit einem torlosen Remis in die Pause zu gehen. Den Frankfurtern gefiel es, den Schalkern weniger. Und auch der zuschauende Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte sich mehr von dieser Partie versprochen.

          Vor allem die königsblauen Profis von Trainer Mirko Slomka, mit der Empfehlung von zuletzt vier Bundesligasiegen in Folge in das Duell mit der Eintracht gegangen, zeigten zunächst eine enttäuschende Leistung. Daß hier eine der vier besten deutschen Mannschaften bemüht war, den Sprung auf Rang zwei zu vollziehen, war nie zu erkennen. Ein Kopfball von Larsen (28.), einer von Marcelo Bordon (30.), dazu noch ein Freistoß von Levan Kobiaschwili (37.): Mehr lichte Momente hatte das Schalker Ensemble nicht im Angebot, und weder Torwart Oka Nikolov noch die vor ihm aufgebotene Dreierabwehrkette hatte Mühe mit Schalke.

          Die Partie spielte sich vornehmlich zwischen den Strafräumen ab; Torgelegenheiten blieben Mangelware. Die Eintracht zeigte einzig ein harmloses Schüßchen des für den verletzten Jermaine Jones aufgebotenen Benjamin Huggel (16.). Immerhin: Daß die Schalker kaum etwas Konstruktives zu Wege brachten, lag auch an der soliden Ordnungspolitik, die Trainer Funkel seiner Mannschaft auferlegt hatte. Die Eintracht, diszipliniert aufgestellt in allen Mannschaftsteilen, ließ zumindest eine Halbzeit lang nur wenig zu.

          Rehmer: Rafinha hat den „Arm aufgelegt“

          Die Frankfurter Sicherungssysteme wirkten also, allerdings nur bis zur 51. Minute. Dann ging Schalke durch einen Kopfball von Larsen in Führung, der sich allerdings regelwidrig gegen Rehmer nach einer Flanke von Rafinha durchgesetzt hatte. „Er hatte ganz klar seinen Arm bei mir aufgelegt. Ich konnte überhaupt nicht hochkommen. Das muß ein Schiedsrichter sehen“, ärgerte sich Rehmer später.

          Vielleicht hätte die Partie eine andere Wendung nehmen können, „denn bis zu diesem Tor haben wir die Schalker sehr gut von unserem Tor ferngehalten“, sagte Huggel. Doch später, als die Eintracht ihre Möglichkeiten in der Offensive suchte, bis auf einen Schuß von Francisco Copado aber nichts Nenennswertes zustande brachte und auch der abermals enttäuschende Du-Ri Cha wirkungslos blieb, wurde die spärliche Schalker Angriffslust ein zweites Mal belohnt. In der ersten Minute der Nachspielzeit erzielte der eingewechselte Ebbe Sand das Tor zum 2:0-Endstand.

          Der Schweizer Nationalspieler Huggel sagte stellvertretend für den Rest der Eintracht: „Heute wäre was für uns dringewesen.“ Doch das Gesetz der Serie bleibt auch nach der Auswärtspartie bei Schalke bestehen. Die Eintracht schafft es weiterhin nicht, gegen ein Spitzenteam zu punkten.

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