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Trainer Sreto Ristic : Das neue Hirn der Offenbacher Kickers

  • -Aktualisiert am

Sreto Ristic hat eine abwechslungsreiche Laufbahn hinter sich – hier als Interimstrainer beim Chemnitzer FC. Bild: Picture-Alliance

Sreto Ristic gilt als geradeheraus, ehrgeizig und wissbegierig. Nun soll der neue Trainer den Offenbacher Kickers helfen. Vor dem Start sagt er, was er von der Mannschaft erwartet. Nur ein Wort benutzt Ristic nicht.

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          Joachim Löw, Ralf Rangnick, Hermann Gerland, Winfried Schäfer, Benno Möhlmann und Krasimir Balakov – die Liste der Fußballtrainer, mit denen der heute 44 Jahre alte Sreto Ristic im Laufe seiner aktiven Karriere zusammengearbeitet hat, ist lang und prominent. Mit dem VfB Stuttgart stand der neue Cheftrainer der Offenbacher Kickers 1998 gegen den FC Chelsea im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Seine „prägendste Spielerstation“, findet Ristic, sei aber Union Berlin gewesen aufgrund von „drei überaus intensiven Jahren mit Höhen und Tiefen“. 2011, nach weiteren Stationen in Portugal, der Schweiz und China, beendete der Weltenbummler seine abwechslungsreiche Laufbahn als Profi.

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          Der in Zagreb geborene Familienvater, der die serbische und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, gilt als geradeheraus, ehrgeizig und wissbegierig. Schon zu seinen Spielerzeiten machte sich der ehemalige Stürmer viele Gedanken über die Taktik und überlegte, wie man die Schwächen des Gegners mit Gewinn für sich nutzen kann. Eine gewisse Schlitzohrigkeit war ihm dabei eigen. Noch hat Ristic nur die Trainer-A-Lizenz. Seine Ausbildung zum Fußballlehrer, die er in Serbien macht, ist jedoch in Arbeit. Wäre diese durch die Corona-Pandemie im März 2020 nicht unterbrochen worden, hätte er sie schon abgeschlossen.

          Nun müsse er vermutlich noch zweimal nach Serbien reisen, um dort seine „Abschlussarbeit zu schreiben“, sagte Ristic bei seiner Präsentation in dieser Woche in Offenbach. Thomas Sobotzik, der Geschäftsführer des Regionalliga-Klubs, hatte schon vor der Verpflichtung von Trainer Angelo Barletta im Dezember 2019 bei Ristic vorgesprochen. Damals habe er die Frage, „ob ich mir die Aufgabe mit der Belastung der Fußballlehrerausbildung sofort zutraue, für mich eher verneint“, sagte Ristic.

          Die Kickers sind nun nach diversen Assistenztrainerposten hauptsächlich in der dritten Profiliga seine erste Station als Chefcoach. Nur beim Chemnitzer FC stand er für zwei Spiele interimsmäßig in der Verantwortung. Trotzdem ist Sobotzik nach der Trennung von Barletta fest davon überzeugt, mit Ristic genau den Richtigen für den OFC im Aufstiegskampf gefunden zu haben. Beide kennen sich aus der gemeinsamen Zeit in Chemnitz, wo Ristic mächtig Eindruck bei Sobotzik hinterließ. Sreto sei in den vergangenen Jahren „in diversen Konstellationen sehr oft das Hirn hinter dem jeweiligen Cheftrainer“ gewesen. Er habe „detailliert taktische Strategien entworfen und dem jeweiligen Team vermittelt“, beschreibt Sobotzik die Stärken von Ristic.

          Das Maximum herausholen

          In Offenbach soll der gelernte Anlagenmechaniker Ristic in Zukunft aus der nach Einschätzung von Sobotzik hochveranlagten Mannschaft, die aktuell „nur“ Tabellenvierter ist, das Maximum herausholen. „Das ist fast wie bei einer Zitrone, aus der man alles herausquetscht“, sagte der Geschäftsführer. „Wir müssen der Mannschaft inhaltlich einen starken Halt geben, wo sie hinmuss – und wo sie hinwill.“

          Unter Anleitung von Barletta nahm die Weiterentwicklung des Teams aus Sicht der Verantwortlichen nicht den gewünschten Verlauf. Präsident Joachim Wagner und seine Mitstreiter investierten viel Geld in den üppig ausgestatteten Kader, der momentan 29 Spieler umfasst und der noch einmal mit dem Franzosen Charles-Elie Laprevotte verstärkt wurde. Die Verpflichtung von Ristic sei eine „klare Empfehlung“ von Sobotzik gewesen, betonte Wagner. Das heißt, dass sich vor allem der Geschäftsführer am Wirken von Ristic auf dem Bieberer Berg messen lassen muss. Der Geschäftsführer verspricht sich viel von der internationalen Erfahrung seines neuen Cheftrainers.

          „Wir haben eine gewisse Internationalität in der Mannschaft. Sreto kann sich gut in die Mentalität der einzelnen Spieler hineinversetzen.“ Ristic verlangt von seinem neuen Team, das an diesem Samstag (14.00 Uhr) beim Tabellenletzten Eintracht Stadtallendorf in die zweite Saisonhälfte startet, das Spiel „in beide Richtungen zu kontrollieren. Ich habe eine sehr aktive Art, mit und gegen den Ball Fußball spielen zu lassen“, sagte er. Vom Aufstieg in die dritte Liga will der leidenschaftliche Golfspieler aber nicht sprechen, „dieses Wort ist für mich weit entfernt“.

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