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Opel Skyliners : Trainer Didin auf rastloser Suche

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Kommunikativ sollte der neue Basketballtrainer der Opel Skyliners sein. Aber nicht geschwätzig. Geheimnisse dürfe Headcoach Murat Didin natürlich nicht ausplappern, erklärte Manager Gunnar Wöbke unlängst.. Nun ja. Der Türke, der Mitte März 50 Jahre alt wird, redet im Gegensatz zu Vorgänger Gordon Herbert sehr viel.

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          Kommunikativ sollte der neue Basketballtrainer der Opel Skyliners sein. Aber nicht geschwätzig. Geheimnisse dürfe Headcoach Murat Didin natürlich nicht ausplappern, erklärte Manager Gunnar Wöbke unlängst. Nun ja. Der Türke, der Mitte März 50 Jahre alt wird, redet im Gegensatz zu Vorgänger Gordon Herbert sehr viel. Und einiges davon dürfen die Pressevertreter nicht in die Öffentlichkeit bringen. Zum Beispiel im voraus die Namen möglicher Neuverpflichtungen - oder deren Gehaltsvorstellungen. Kein Geheimnis ist mittlerweile allerdings, daß die Spielersuche in Frankfurt dem erfahrenen Didin alles abverlangt. Kandidaten wie Albert Mouring (Besiktas Istanbul) oder dessen amerikanischer Landsmann Jermaine Jackson (zuletzt Pamesa Valencia) sollen aus dem Rennen sein. Beide sind zwar gute Spieler, aber eben dementsprechend kostspielig im Erwerb. So raubt die Personalaufstockung dem Trainer den Schlaf. In der Nacht auf vergangenen Montag saß der Türke bis kurz nach 5 Uhr mit müden Augen in seinem gläsernen Büro im Leistungszentrum und telefonierte fleißig mit Kontaktpersonen in Amerika.

          Ja, die guten alten Zeiten. Als Trainer von Ülker Istanbul reichte meist ein Anruf beim Vereinspräsidenten. Kein Problem, schon ging der anspruchsvolle Spielerwunsch von Didin in Erfüllung. Beim deutschen Meister, der wegen der ausstehenden und sehr unsicheren Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor Opel kein wirtschaftliches Risiko eingeht, ist dagegen Sisyphusarbeit gefragt. Und Ausdauer. Schon seit Wochen fahndet der Türke nach einem Spieler, der von außen gut trifft, hart verteidigt und mit dem Ball umzugehen weiß. Nur viel kosten darf er nicht. Ein Widerspruch? Nein. Es gäbe diesen Spieler, behauptet der Headcoach. Doch wo? Rund zehn in Frage kommende Akteure will Didin im Blick haben. Noch hat ihn jedoch niemand restlos überzeugt. Womöglich spielt auch die Angst vor einem Fehlgriff eine Rolle. Der Klub könne es sich nicht leisten, bei der Suche nach dem idealen Ersatzmann für den lange verletzten Aufbauspieler Tyrone Ellis zu patzen. Dennoch möchte er noch in dieser Woche das Ergebnis präsentieren; bis zum Saisonende soll der neue Spieler an die Skyliners gebunden werden.

          Am liebsten würde Didin ihn schon an diesem Mittwoch (20 Uhr) im Pokalspiel in Würzburg einsetzen. Wie undankbar der Bundesliga-Tabellenvorletzte als Achtelfinalgegner doch ist. In der vergangenen Saison warf die Mannschaft von Trainer Aaron McCarthy den Meisterschaftszweiten Bamberg aus dem Wettbewerb und zog ebenso wie die Frankfurter in das Pokalendturnier in der Ballsporthalle ein. Das Weiterkommen wäre für die Würzburger diesmal ein besonderer Mutmacher: Der Verein muß kurzfrsitig 300000 Euro beschaffen, sonst droht bereits am Ende des Monats die Zahlungsunfähigkeit.

          Die Skylines haben mit dem unerwarteten Mißerfolg in Trier jüngst bewiesen, daß sie angeschlagene Mannschaften gerne stark machen. Würzburg spiele einen ähnlichen Basketball wie Trier, warnte Didin. Auch die Franken verfügen über gute Schützen von außen - und mit Neuzugang Jeremy Veal über den Topscorer der Liga. Allen voran Kapitän Pascal Roller, aber auch Spyro Panteliadis oder sogar Ibrahim Diarra hat der Frankfurter Trainer angewiesen, mehr Würfe zu nehmen, um im Angriff nicht so berechenbar zu sein. Den abermaligen Einzug in das Top-4-Turnier des Pokals sollte der Meister fest auf der Rechnung haben. Auch in diesem Wettbewerb werden Punkte vergeben, die am Ende über das Erreichen des internationalen Wettbewerbs entscheiden. Er wolle "diesen Pokal fast noch mehr als die Meisterschaft. Es tat so weh, als wir in der zurückliegenden Runde gegen Köln das Finale verloren haben", sagt Center Malick Badiane. Didin schmerzen nicht nur die Nachtschichten bei der Spielersuche. Nicht auf Ellis zurückgreifen zu können, sei "wie wenn Real Madrid Ronaldo verliert", hob der Trainer hervor. Diesen Vergleich hätte der introvertierte Meistertrainer Herbert nie ausgesprochen.

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