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Mein Tokio (1) : Ich kann es kaum erwarten

  • -Aktualisiert am

Will bei Olympia erfolgreich sein: Tim Pütz Bild: Picture-Alliance

Tim Pütz ist deutscher Tennis-Profi. Bei den Olympischen Spielen tritt er im Doppel mit Kevin Krawietz an. An dieser Stelle berichtet er regelmäßig über seine Erlebnisse in Japan.

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          An diesem Dienstag bin ich in Tokio gelandet. Ein paar Stunden vor dem Abflug hat sich bei mir nun doch die Vorfreude auf die Olympischen Spiele eingestellt, nachdem ich mir in den Tagen zuvor eher Gedanken darüber machte, welche Beeinträchtigungen wir durch Corona erleiden müssen.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Ich weiß zwar immer noch nicht, ob wir nach der Landung in Quarantäne müssen, und wenn ja, wie lange. Ich weiß immer noch nicht, wie oft wir in Tokio getestet werden, nachdem ich in den vergangenen vier Tagen sechs Tests in Deutschland absolviert habe. Es ist auch noch nicht klar, ob wir an der Eröffnungsfeier teilnehmen werden. Aber das alles ist in den Hintergrund getreten, weil unser deutsches Tennisteam so gut drauf ist wie wohl keines zuvor in den vergangenen 25 Jahren.

          Einzug ins Olympische Dorf

          Der Gruppenchat zwischen Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff, Kevin Krawietz, Philipp Kohlschreiber, Dominik Köpfer, dem Betreuerteam und mir ist in den letzten Stunden heiß gelaufen, und ich kann es nicht erwarten, mit den Jungs in unser Appartement im Olympischen Dorf einzuziehen.

          Meinen Doppelpartner Kevin Krawietz habe ich übrigens erst am Sonntag zuletzt gesehen. Im Finale des Hamburger Turniers – da noch als Gegner. Zum Glück gewann ich mit meinem Partner Michael Venus den Champions-Tiebreak 10:8 gegen Kevin, der mit dem Rumänen Horia Tecau spielte. So kann ich ihm auf dem Flug ein paar Sprüche reindrücken, die ich mir sonst wohl von Kevin hätte anhören müssen, da wir schon 6:3, 5:1 geführt hatten.

          Ich habe mich bewusst kaum über die aktuellen Verhältnisse in Tokio informiert, weil ich das Gefühl hatte, es wäre nur Zeitverschwendung. Erstens können die Entwicklungen ganz schnell auf den Kopf gestellt werden, zweitens habe ich keinerlei Einfluss auf die Gegebenheiten. Es kommt, wie es kommt, und wir werden uns darauf einstellen.

          Daran sind wir Tennisspieler ja gewöhnt, überall auf der Tour herrschen unterschiedliche Bedingungen im Umgang mit Corona. Dass in Tokio keine Zuschauer die Matches verfolgen können, ist schade. Aber am Ende ist es das Olympische Turnier, und wir werden unser Bestes geben, ob jemand klatscht oder nicht oder ob das Klatschen wie angekündigt vom Band kommt.

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