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Offenbacher Kickers : Frank und das harte Begrüßungsprogramm des OFC

  • -Aktualisiert am

Wolfgang Frank (l.): „Aggressivität geschürt” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Viel Training, lange Waldläufe und viele Gespräche vor dem Spiel gegen Freiburg: Das war das Programm, das Trainer Wolfgang Frank seinen Spielern verordnet hatte. Damit sie „Freude entwickeln, auf Rasen zu spielen“.

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          Auch wenn Wolfgang Frank das so nicht sagt, aber für Kickers Offenbach gibt es vor der Partie beim Sportclub Freiburg zwei Vorbilder im deutschen Profifußball: den FC Bayern und Mainz 05. Nach nur einem Ligaspiel in diesem Jahr, einem 0:2 in Fürth, und Mißerfolgen im Dutzend zuvor sagt der neue Trainer des Aufsteigers: „Wenn wir aufs Feld laufen, muß man schon spüren, wie sehr wir wollen.“

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den Erfolg wollen, versteht sich. Diese Eigenschaft wird dem Rekordmeister aus München nachgesagt: auf dem Weg von der Kabine auf den Platz so entschlossen-grimmig und selbstsicher dreinzublicken, daß dem Gegner ganz schwach in den Beinen wird. Vorbild Nummer zwei, die Mainzer, haben gerade erst mit Glück einen Punkt gegen Bielefeld geholt - weil ein gegnerischer Stürmer Sekunden vor dem Schlußpfiff am leeren Tor vorbei- geschossen hat. „Man muß sich solche Dinge erarbeiten“ , findet Frank.

          Die in diesem Spiel schwachen, zuvor aber starken Mainzer hätten es „einfach nicht verdient“ gehabt zu verlieren. Und so soll es auch den Kickers ergehen am Sonntag (15 Uhr) in Freiburg: Wer so gut gearbeitet habe, so Franks Botschaft und Hoffnung, der müsse am Ende etwas mit nach Hause nehmen - wenn es denn Gerechtigkeit gibt im Fußball.

          Waldläufe und Gespräche

          Das ist natürlich so eine Sache, und deshalb wäre es besser, die Kickers verließen sich darauf, neunzig Minuten so gut zu spielen wie lange nicht mehr. Frank hat in dieser Woche gar nicht genug bekommen können: Viel Training, darunter lange Waldläufe, und viele Gespräche - das war das Programm, das der Neue sich und seinen Spielern verordnet hatte. In Fürth hatte er schließlich einen Kaltstart hinlegen müssen; er war erst kurz vor der Partie als Nachfolger des beurlaubten Hans-Jürgen Boysen verpflichtet worden.

          Das danach angesetzte Heimspiel gegen Dynamo Dresden fiel aus. Nun hat Frank also ein Begrüßungsprogramm vor der Brust, das es in sich hat: in Fürth, in Freiburg, in München bei 1860 - die ersten drei Spiele mit seiner neuen Mannschaft bringen durchweg Duelle mit Gegnern, die auf dem Weg in die erste Liga sind oder noch davon träumen.

          Die Freiburger gehören zur zweiten Kategorie, weil sie sich in dieser Saison einige enttäuschende Auftritte geleistet haben, zuletzt ein 0:1 bei Erzgebirge Aue. Die beiden früheren Freiburger Daniel Schumann und Regis Dorn sind beim OFC gesetzt, und sie werden Frank noch das eine oder andere über ihren ehemaligen Arbeitgeber zu erzählen haben. Obwohl ihr Trainer natürlich weiß, wie die Mannschaft von Kollege Volker Finke auftritt: „Sie versuchen so gut wie immer, es spielerisch zu lösen“, sagt Frank.

          „Aggressivität geschürt“

          Das eröffnet wehrhaften Gegnern erfahrungsgemäß Möglichkeiten. Und ebendas ist es, was Frank seiner Mannschaft vor allem zu vermitteln versuchte: Wehrhaftigkeit. „Wir haben eine charakterstarke, nette Truppe“, sagt er. Um schmunzelnd hinzuzufügen: „Wir haben im Training die Aggressivität ein bißchen geschürt.“

          Nun werde es „keine Entschuldigungen mehr“ geben. Anders als in Fürth, wo der Rasen gefroren und schwer bespielbar war, erwartet die Offenbacher im Freiburg ein erstklassiger Platz. Frank, der bereits angekündigt hat, daß der Bochumer Leihspieler Momo Diabang in die Startformation rücken wird, sagt: „Unsere Spieler müssen Freude entwickeln, auf Rasen zu spielen. Sie müssen sich richtig austoben.“ Schließlich hatten sie dieses Vergnügen schon lange nicht mehr. In Offenbach konnten sie die ganze Woche nur auf Kunstrasen trainieren.

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