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Offenbacher Kickers : Barletta auf dem Weg zum Bieberer Berg

  • -Aktualisiert am

Noch ist er bei Bayern Alzenau der Mann an der Außenlinie: Angelo Barletta Bild: Picture-Alliance

Einer neuer Trainer soll den OFC stabilisieren. Für den früheren Zweitliga-Profi Barletta sind die Kickers etwas „Besonderes“. Allerdings trainiert er derzeit noch einen anderen Klub.

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          Die Offenbacher Kickers stehen kurz vor der Verpflichtung eines neuen Trainers. Nach Informationen der F.A.Z. soll Angelo Barletta den Posten beim Tabellendreizehnten der Fußball-Regionalliga Südwest übernehmen. OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik, seit Mitte November in Diensten des Traditionsvereins, wollte sich an diesem Donnerstag auf Nachfrage zum Namen Barletta nicht äußern.

          Was den Verhandlungsstand in der Trainerfrage angeht, teilte er aber mit, dass mit dem Kandidaten nur „noch ein paar Formalien erledigt werden“ müssten. „Alle Beteiligten wollen es schnell erledigen, es sieht gut aus.“ Sobotzik geht deshalb davon aus, dass sich beide Seiten „einigen“ werden.

          Der 42 Jahre alte Barletta ist noch Trainer des Ligarivalen Bayern Alzenau. Obwohl der Aufsteiger in die vierthöchste Klasse über deutlich geringere finanzielle Möglichkeiten als der OFC (geschätzter Personalkostenetat rund 2,5 Millionen Euro) verfügt, stehen die Alzenauer mit einem Punkt mehr als Achter fünf Plätze vor den Kickers, die eigentlich um den Aufstieg in die dritte Liga hatten mitspielen wollen. Anfang November gewann der Liga-Neuling 2:0 in Offenbach.

          Barletta ist auf dem Bieberer Berg ein bekanntes Gesicht. Denn zwischen 2000 und 2004 spielte er selbst für den OFC, später trainierte der ehemalige Zweitliga-Profi die U 19. Der gebürtige Hanauer machte nie einen Hehl daraus, dass es ihn reizen würde, irgendwann die OFC-Profis anzuleiten. Für ihn sind die Kickers etwas „Besonderes“.

          Vor dieser Saison hätte sich auch der Liga-Konkurrent FSV Frankfurt die Verpflichtung von Barletta gut vorstellen können. Der frühere Mittelfeldspieler und Sobotzik hatten einst am Bornheimer Hang in der Regionalliga zusammengespielt. Beide verstehen sich gut. Als mögliche Trainer wurden bei den Kickers in den vergangenen Wochen auch Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus) und der ehemalige OFC-Coach Rico Schmitt (jetzt Carl Zeiss Jena) gehandelt. Der Offenbacher Präsident Joachim Wagner hält jedoch nicht viel davon, ehemalige Arbeitsverhältnisse neu aufleben zu lassen.

          Auf den neuen OFC-Coach wird viel Arbeit zukommen. Seit sechs Spielen (zwei Unentschieden und vier Niederlagen) sind die Kickers sieglos. Aus den zurückliegenden 13 Begegnungen blieben ihnen unter dem Strich nur zehn Punkte. Der sportliche Absturz – nach dem fünften Spieltag waren die Offenbacher noch Tabellenführer – hat dramatische Ausmaße angenommen. Aktuell müssen sich die Kickers mit nur einem Punkt Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsrang als Abstiegskandidat betrachten. Dementsprechend groß ist der Realitätsschock in Reihen des sich im freien Fall befindlichen Klubs, der vor der Runde mit dem Ziel angetreten war, durch das Kommen vieler erfahrener Spieler eine konkurrenzfähige Spitzenmannschaft auf die Beine zu stellen.

          Doch Trainer Daniel Steuernagel und Sportdirektor Sead Mehic, die beide Mitte September entlassen wurden, scheinen sich bei der Zusammenstellung des Teams gewaltig geirrt zu haben. Vorne fallen beim OFC auch unter Übergangstrainer Steven Kessler zu wenig Tore, und die Defensive ist zu langsam. Beides zusammen wirkt sich fatal aus. „Die Zielsetzung vor der Saison, sofern sie so getroffen wurde, entspricht nicht unbedingt der Qualität des Kaders“, sagt Sobotzik. Kommt nichts Unvorhergesehenes dazwischen, soll Barletta die Kickers stabilisieren. Unterstützung beim Neuanfang wird er dabei wohl von dem einen oder anderen neuen Spieler erhalten.

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