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Offenbach - Paderborn 1:1 : Paderborn nimmt Kickers den Schwung

  • -Aktualisiert am

Regungslos vor Enttäuschung: Mamodou Diabang Bild: imago

Das Unentschieden war eine gefühlte Niederlage. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Begegnungen sah man bei den Kickers nach dem Spiel gegen den SC Paderborn in keine glücksstrahlenden Gesichter.

          2 Min.

          Den Offenbacher Trainer Wolfgang Frank hält Dieter Müller für einen Glücksfall in sportlich schwierigen Zeiten. Ordnung habe der in die einst verunsicherte Mannschaft des Zweitligavereins gebracht, ein bißchen taktisch gearbeitet, lobte der Präsident den ehrgeizigen Fußballehrer. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Begegnungen sah man bei den Kickers am Freitag abend nach dem Abpfiff auf dem Bieberer Berg aber in keine glücksstrahlenden Gesichter.

          Im Duell der beiden Aufsteiger trennte sich der OFC vom SC Paderborn 1:1. Kein Offenbacher Spieler riß vor Freude die Arme hoch, Stürmer Mamodou Diabang blieb vielmehr regungslos vor Enttäuschung an der Seitenlinie stehen. Immerhin schallten kurz Kickers-Rufe der OFC-Fans von der Tribüne auf das Feld herunter. Dank für die zumindest kämpferisch gute Leistung. Diabang hatte die spielerisch nicht immer überzeugenden Offenbacher vor 7500 Zuschauern in der 50. Minute 1:0 in Führung gebracht.

          Den Ausgleich 14 Minuten später erzielte der Paderborner Rene Müller. Mit jetzt 25 Punkten haben es die Hessen auf Rang 14 liegend versäumt, den Anschluß an das hintere Mittelfeld herzustellen. Der TSV 1860 München, der eine Begegnung weniger ausgetragen hat, liegt vorerst noch mit vier Zählern vor den Kickers. Und hinter den Offenbachern haben die Verfolger Ahlen und Saarbrücken Siege gefeiert.

          Kickers kontrollierten die Partie

          In der Defensive mußten die Offenbacher Markus Happe ersetzen. Der Abwehrchef laboriert an einer Zerrung, glaubt erst wieder am kommenden Freitag auswärts gegen Siegen einsatzbereit zu sein. „Die Mannschaft dürfte sich jedoch nicht allzu sehr davon beeindrucken lassen, daß ich nicht spiele“, vermutete der frühere Erstligaprofi vor der Partie. Anerkennung hätte sich Regis Dorn in der achten Minute verschaffen können.

          Nach einer Phase des Abtastens auf beiden Seiten erreichte den OFC-Angreifer ein hohes Zuspiel von Christian Pospischil. Doch der freistehende Dorn brachte den Ball für einen vernünftigen Schuß auf das Paderborner Tor nicht unter Kontrolle. Dafür kontrollierten die Kickers die nicht übermäßig aufregende Begegnung. Ohne allerdings das Tor des Gegners nennenswert in Gefahr zu bringen. So war das Publikum dankbar für eine gefühlvolle, aber nicht effektiv genutzte Flanke von Qualid Mokhtari von der rechten Seite sowie für einen am Paderborner Tor vorbeigehenden Drehschuß von Stürmer Diabang in der 28. Minute.

          Nach gut einer halben Stunde verspürten die zuvor wenig angriffslustigen Paderborner kurz ein bißchen Aufwind. Der Kopfball von Rene Müller landete aber genau in den Armen des OFC-Torhüters Cesar Thier. Am Spielfeldrand betätigte sich der aktive Frank unterdessen gestenreich als Antreiber. Immerhin: Der Schlußspurt in der ersten Hälfte sorgte für Unterhaltung. Erst köpfte Thomas Wörle einen Freistoß von Pospischil in aussichtsreicher Position übers Tor. Und wenig später zögerte Mokhtari zu lange mit seinem Torschuß. Das es für die Kickers ein zähes Ringen um drei Punkte geben wird, war Präsident Müller schon vorher bewußt. „Ich glaube, dieses Spiel wird schwieriger als das gegen Bochum“, meinte er.

          Schrecksekunde

          Leicht wurde es Thier unmittelbar nach der Pause nicht gemacht. Gegen die Paderborner Müller und Dennis Schulp aber war der OFC-Torhüter gleich zweimal reaktionsschnell auf dem Posten. Die Schrecksekunde verarbeiteten die Kickers trefflich. In der 50. Minute nutzte Diabang ein Zuspiel seines Sturmkollegen Dorn mit einem strammen Schuß ins Paderborner Tor zur 1:0-Führung. Knapp eine Viertelstunde später wurde die OFC-Hintermannschaft für allzu lasche Deckungsarbeit jedoch bestraft.

          Beim Treffer von Müller zum 1:1 nach Hereingabe von Roel Brouwers blieb Thier ohne Abwehrchance. Sechs Minuten vor dem Abpfiff - dazwischen war es ein Spiel ohne große Höhepunkte - sah der Paderborner Gouiffe a Goufan nach einer Tätlichkeit an Stephan Sieger die Rote Karte. Nach dem Remis müssen die Offenbacher jetzt am kommenden Freitag in Siegen ihr Glück suchen, im nächsten Aufeinandertreffen mit einem Aufsteiger.

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