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TTC OE Bad Homburg : Ober-Erlenbacher Träume mit Tischtennisstar Boll

  • -Aktualisiert am

Ob er seine Karriere einmal in Hessen beschließen wird, vielleicht in Bad Homburg? Timo Boll Bild: dpa

Der TTC OE Bad Homburg will den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Das ist aber auch eine Sache der Finanzen. Es geht um Tehntausende Euro.

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          Zurück auf den Anfang. Die glorreiche Zeit, als Trainer Helmut Hampl den jungen Hessen Timo Boll von Mitte der neunziger Jahre an beim Bundesligaklub und späteren zweimaligen Champions-League-Sieger TTV Gönnern zu einem Tischtennis-Weltklassespieler formte. 2007 trennten sich ihre Wege zumindest auf Vereinsebene, weil Boll zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf wechselte. Dem nationalen Vorzeigeverein, bei dem der heute 36 Jahre alte Profi und Weltranglistendritte seinen Vertrag gerade bis 2022 verlängerte. Noch muss sich Johannes Herrmann, der Teammanager des Zweitliga-Spitzenreiters TTC OE Bad Homburg, also sehr gedulden.

          Sein Traum wäre es, wenn Boll auf seine alten Tage seine große Karriere bei den Hessen beenden würde. Mit Hampl, dem heutigen Cheftrainer des deutschen Tischtennis-Zentrums in Düsseldorf, als Chefcoach „an der Bande“ in der Ober-Erlenbacher Wingert-Sporthalle. Zum Abschied noch einmal die alte Erfolgsgemeinschaft im Vereinstischtennis aktivieren? „Ich bin ein Hesse, die Vorstellung ist ganz nett“, sagt Boll zu der Idee von Herrmann. „Aber solange ich auf dem jetzigen Niveau spiele, ist das unrealistisch. Erst wenn ich in Düsseldorf vom Leistungsstand her nicht mehr reinpassen würde, ist das eine Option.“

          „Die Aufstiegschancen sind enorm groß“

          Herrmann hat Visionen. Er nimmt sich bewusst Großes vor, denn nur so würden sich die hohen Ziele auch erreichen lassen, findet er. Den kleinen Bad Homburger Stadtteilverein, der einst in der Regionalliga angetreten ist, will er zu einem Bundesligaklub machen. Nicht im Hauruck-Verfahren, sondern mit Bedacht und wirtschaftlicher Vernunft. Sportlich sind die Ober-Erlenbacher klar auf Kurs in die Beletage; der Tabellendritte Borussia Dortmund liegt drei Punkte hinter ihnen. „Die Aufstiegschancen sind enorm groß“, sagt Herrmann, der im Hauptberuf Lehrertrainer an der Frankfurter Carl-von-Weinberg-Schule ist. Das Konzept, überwiegend jungen und hungrigen Spielern aus dem In- und Ausland eine Plattform zur Entwicklung zu geben, zeigt Wirkung.

          Die Nummer eins, der 26 Jahre alte Schwede Harald Andersson, bringt aktuell die meiste Erfahrung mit. Zwei große Talente, die im Hochtaunus zur Hochform aufliefen, verloren die Bad Homburger aber in den vergangenen Jahren: den Japaner Kohei Sambe an den Erstligaklub TTC Zugbrücke Grenzau und den kroatischen U-21-Europameister Tomislav Pucar an die erste polnische Liga.

          Hampl, der ehemalige hessische Cheftrainer, der in dieser Zeit auch die TG Hanau in der Bundesliga betreute, hält viel von dem Projekt in Ober-Erlenbach. Es sei viel auf die Beine gestellt worden, sagt er. Was das Publikumsinteresse angeht, haben die Hessen in ihrer Spielklasse mit rund 200 Zuschauern die meiste Zugkraft entwickelt. Nun muss nur noch die heimische Wirtschaft mitziehen, damit das Rhein-Main-Gebiet wieder einen Tischtennis-Erstligaklub bekommt.

          150.000 Euro nötig

          85.000 Euro beträgt das Budget für den Zweitliga-Spielbetrieb, mindestens 150.000 Euro müssten es für die Bundesliga sein. „30.000 bis 40.000 Euro sind allein an Lizenzgebühren und anderen Gebühren weg, ohne dass der erste Ball gespielt ist“, sagt Herrmann. Zum Vergleich: Für die zweite Liga beträgt die Saisongebühr nur 3500 Euro. An diesem Donnerstag trifft sich der Wirtschaftsbeirat des Klubs. Der Teammanager erhofft sich das „Commitment“ der Sponsoren, den Weg nach ganz oben mitgehen zu wollen. „Bei uns ist es eine Geschichte der Finanzen“, sagt er. Boll irgendwann nach Bad Homburg zu holen wäre für ihn die Geschichte schlechthin. „Timo würde die Halle jedes Mal zum Bersten vollmachen.“ Noch ist das aber eine große Zukunftvision.

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