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Neuer Court in Bad Homburg : Faszination Rasentennis

  • -Aktualisiert am

Rasentennis ist ein Erlebnis: Angelique Kerber beim Einweihungsmatch in Bad Homburg Bild: Paul Zimmer

Rasentennis in Bad Homburg ist ein besonderes Erlebnis. Doch auch außerhalb der kurzen Turnierwoche sollten alle Courts genutzt werden können.

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          Der Tennisrasen von Wimbledon wird gerne mit dem Prädikat „heilig“ versehen. Der berühmte Centre Court im Süden Londons gehört schließlich zu den mythischsten Orten der gesamten Sportwelt. Sein neuer kleiner Bruder im Kurpark von Bad Homburg ist von solch einem Renommee natürlich noch Lichtjahre entfernt. Und wird es auch auf ewig bleiben. Egal wie exakt er gemäß seinem berühmten Vorbild künftig auch gepflegt wird.

          Ein klein bisschen „heilig“ ist er dann aber doch bereits geworden, der neue Platz. Schließlich erhielt er bei seiner offiziellen Eröffnung am Samstag unter anderem einen kirchlichen Segen. Sogar inklusive einiger Tropfen Weihwasser, die auf ihn geträufelt wurden. Auf dass der Herr alle Spielerinnen und Spieler, die sich auf dem Rasen bewegen, schützen möge.

          Das werden in diesem Jahr vorerst lediglich die Mitglieder des TC Bad Homburg sein. Denn die geplante Premiere des großen Frauen-Profitennis-Turniers fiel – wie so vieles – der Pandemie zum Opfer. Im neuen Jahr soll ein neuer Anlauf unternommen werden, um den Platz seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen. Dem Spitzentennis im Kurpark, einem neuen Aushängeschild für die Stadt Bad Homburg.

          Besonders ästhetisches Erlebnis

          Schon am Samstag ist zu erahnen gewesen, warum das funktionieren könnte. Dabei spielt Angelique Kerber, die Wimbledon-Siegerin von 2018, da lediglich ein kleines Show-Doppel mit dem Fed-Cup-Teamchef Rainer Schüttler, dem Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann und der Lokalmatadorin Mara Guth. Doch Rasen-Tennis hat einfach schon von Natur aus eine ganz eigene Faszination. Das satte Grün, die weiß gekleideten Spieler, die gelben Filzbälle.

          Es ist ein besonders ästhetisches sportliches Erlebnis. Eines, das nun Ausgangspunkt für viel Positives sein kann. Für ein erfolgreiches „Boutique-Turnier“, wie Kerber ihre Vision vom kleinen, familiären Profi-Event beschreibt. Aber auch für den Breitensport, der davon ebenfalls profitieren kann.

          Dabei ist noch nicht vergessen, dass es einiges an Gezänk gab, bevor auf der Anlage des TC Bad Homburg und unmittelbar davor mit dem Bau der insgesamt drei Rasencourts begonnen werden konnte. Denkmalschutz, Lärmschutz, Naturschutz – es ist heutzutage schwer, allen Interessen Rechnung zu tragen. Noch heute ist von außen betrachtet nur schwer nachvollziehbar, warum unweit des Klubgeländes nun zwei herrliche Rasenplätze liegen, auf denen aber außerhalb der einen Turnierwoche niemand spielen darf.

          Es wäre zu wünschen, dass in diese Causa noch einmal Bewegung reinkommt. Denn ein Tennisrasen ist für jeden, der dem Sport einigermaßen zugeneigt ist, immer etwas ganz Besonderes. Egal ob in Wimbledon oder in Bad Homburg. Und egal ob „heilig“ oder nicht.

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