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Regionalliga nach Corona : Das Risiko spielt mit

Sehr viel Fußball: Auch der OFC hat eine stressige Saison vor sich. Bild: Picture-Alliance

Die Fußball-Regionalliga plant nach Corona eine XXL-Saison: Klubs wie die Offenbacher Kickers und der FSV Frankfurt stehen vor einer Herausforderung. Die Hoffnungen ruhen auf der Rückkehr von Zuschauern.

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          Der Rahmenterminkalender für die neue Runde in der Fußball-Regionalliga Südwest steht. Aber wird es wirklich zu der in dieser Form geplanten XXL-Saison kommen, die die beteiligten 22 Vereine in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen bringen wird. „Ich glaube und ich hoffe, dass sich die Dinge noch mal verändern werden“, sagt Michael Görner der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Vereinspräsident des FSV Frankfurt ist der Auffassung, „dass es so nicht durchführbar ist“. 22 Klubs in der Südwestgruppe bedeuten ein zu bewältigendes Mammutprogramm von 42 Spieltagen. Und dieses müsste unter enormem Zeitdruck abgearbeitet werden. Nach jetzigem Stand soll die Saison Anfang September starten – nach dann rund sechs Monaten Spielpause aufgrund der Corona-Pandemie.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Eine Eingewöhnungszeit bleibt den Vereinen jedoch nicht: Sie müssen mit jeweils sieben Punktspielen im September gleich ein üppiges Programm absolvieren. Insgesamt sind acht englische Wochen vorgesehen, sie dokumentieren die große Mehrfachbelastung. Der 20. Spieltag ist kurz vor Weihnachten angesetzt, bevor es schon am 5. Februar – in der abgelaufenen Runde stieg die Liga erst Ende Februar wieder ein – mit dem Spielbetrieb weitergehen soll. Auf die Teilnehmer wartet eine Terminhatz. Die Spielzeit wird in die Beine der Spieler gehen. „Ich sehe das Ganze sehr kritisch. Ich hätte von der Liga einen übergeordneten Blick und mehr Verantwortungsgefühl erwartet“, sagt Görner.

          Sobotzik hofft auf Zuschauer

          Die Geschäftsführung der Regionalliga Südwest hatte den Vereinen zwar ein Alternativmodell zur Auswahl gestellt. Demnach hätte es zunächst eine zweigeteilte Vorrunde mit je elf Vereinen gegeben, deren Einteilung nach regionalen Gesichtspunkten erfolgt wäre. Zur Nordgruppe hätten wohl auch der FSV, die Offenbacher Kickers, Hessen Kassel und der FC Gießen gehört. Mit der Perspektive, „hauptsächlich Derbys“ zu haben, sagt Görner.

          Anschließend wäre mit einer Meister- und einer Abstiegsrunde fortgefahren worden. Dieser Austragungsmodus hätte für jeden Klub rund 30 Pflichtspiele und damit einen entspannteren Saisonverlauf mit sich gebracht. Der FSV Frankfurt hatte für das stressfreiere Konzept gestimmt. Die knappe Mehrheit der Vereine votierte offenbar aber für die Mega-Lösung – wie der OFC. Aus Sicht von dessen Geschäftsführer Thomas Sobotzik ist die Fortsetzung des normalen Spielmodus die einzig logische Konsequenz aus der abgebrochenen Vorsaison, versprechen sich die Kickers doch aufgrund von dann vier Heimspielen mehr vor allem eine Kompensation für die sieben ausgefallenen Spiele auf dem Bieberer Berg in der Runde 2019/2020.

          Ohne zu wissen, wie sich die Pandemie in den kommenden Monaten entwickelt, hofft Sobotzik darauf, im September unter Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienevorschriften „4500 bis 6000 Zuschauern“ Zugang ins Stadion gewähren zu können. „Das ist laut gedacht und ohne Gewähr“, fügt er an. Denjenigen, die sich mit der hohen Spielepensum nicht anfreunden können, empfiehlt Sobotzik: „Die, die es für nicht durchführbar halten, sollten prüfen, ob es sinnvoll ist, an der Bewerbung für die Regionalliga festzuhalten.“ Die Kickers haben mit ihren acht Zugängen bereits in dieser Woche unter Einhaltung aller Vorgaben – in zwei Zehnergruppen darf mit Vollkontakt geübt werden – mit der Saisonvorbereitung begonnen. „Wir sind sehr früh dran. Aber die Jungs kommen aus keiner sehr ermüdenden Saison. Sie sind frischer und etwas belastbarer“, sagt Trainer Angelo Barletta.

          Heimrecht tauschen

          Die Spielkommission der Regionalliga Südwest hätte nur dann eine alternative Wettkampfform eingeführt, wenn es dafür eine klare Mehrheit der Vereine gegeben hätte. Im Hinblick auf mögliche Veränderungen der Lage durch die Pandemie behält sich das Gremium allerdings die Festlegung alternativer Wettkampfformen vor. Dass die Abwicklung der Spielzeit so, wie sie momentan geplant ist, eine Herausforderung darstellt und manches Risiko birgt, darüber sind sich alle einig. Denn nicht alle Klubs arbeiten unter Profibedingungen wie die Offenbacher, deren Personalkostenetat auf zwei bis zweieinhalb Millionen Euro geschätzt wird. Im Vergleich dazu kalkuliert der FSV mit einem Betrag zwischen 700.000 und 800.000 Euro. In beiden Spielstätten ist eine Rasenheizung vorhanden.

          Diese in Betrieb zu nehmen, kostet jedoch Geld. Flächendeckend sind diese infrastrukturellen Voraussetzungen in der Liga aber nicht gegeben, ganz im Gegenteil, auch nicht jeder Klub ist im Besitz einer Flutlichtanlage. Um ein mögliches Terminchaos in den Wintermonaten zu verhindern, müssen deshalb die Vereine, die sich mit keiner Rasenheizung behelfen können, eine Ausweichspielstätte nachweisen. Bei sogenannten Nicht-Risiko-Spielen käme auch ein Kunstrasenplatz in Frage. Außerdem pocht die Liga auf die Möglichkeit, gegebenenfalls das Heimrecht tauschen zu können. Daran merke man, „dass der Verband seine Entscheidungen mit einer gewissen Unsicherheit getroffen hat“, sagt Görner. Die Frankfurter werden ihren Kader trotz des Spielemarathons nicht vergrößern. Dafür fehlt ihnen das Geld.

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