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Geplante Multifunktionsarena : Monokultur im Frankfurter Profisport

Perspektivarm: Die Ballsporthalle in Höchst ist zu klein geworden für künftigen Bundesliga-Basketball am Main Bild: Michael Braunschädel

Wird das lange währende Projekt Multifunktionsarena endlich gut? Es muss eine weitere Hürde nehmen: die Begutachtung der beiden nachgebesserten Gebote. Ein Aus wäre ein herber Schlag für die Sportstadt Frankfurt.

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          Das Thema ist ein Dauerbrenner in der Frankfurter Sportlandschaft: die Multifunktionsarena. Es war im August 2011, als eine Studie über die wirtschaftlichen Chancen einer solchen modernen Halle präsentiert wurde. Der Tenor ging in Richtung Begeisterung – der Wertschöpfungseffekt liege bei 50 Millionen Euro jährlich, 312 Vollzeitstellen würden durch eine moderne Arena geschaffen werden, hieß es. Seitdem hat sich nichts Entscheidendes getan.

          Das Projekt hatte schroffe Klippen zu umschiffen, bis endlich die Ausschreibung vorgenommen werden konnte. Nun gilt es, eine weitere Hürde zu nehmen: die Begutachtung der beiden nachgebesserten Gebote. Es dürfte die letzte Chance sein, in Frankfurt eine Halle in dieser Größenordnung zu bekommen.

          Aus wäre ein herber Schlag

          Natürlich: Die Stadt würde auch ohne solch eine Arena auskommen. Für den einen oder anderen wäre das Leben ohne Superhalle, die ja auch immer Konkurrenz für bestehende Einrichtungen wäre, eventuell sogar leichter. Für den Sport in der Stadt – oder besser gesagt: für die Sportstadt Frankfurt – wäre das Aus für das Projekt ein herber Schlag. Die Stadt am Main würde immer mehr zur reinen Fußballstadt werden – zur profisportlichen Monokultur. Für Handball und Galopprennen bietet Frankfurt ohnehin keinen Platz mehr – und American Football könnte ebenfalls bald zur Frankfurter Sportgeschichte zählen.

          Es ist natürlich höchst erfreulich, dass die Eintracht den DFB-Pokal gewonnen hat und nun auf Wolke sieben durch den Fußball-Sommer schwebt. Sollte an dessen Ende das Projekt Multifunktionsarena gescheitert sein, wäre dies ein Rückschlag für Eishockey und Basketball in Frankfurt. Deren ehrgeizige Pläne wären nicht mehr realisierbar. Ob das dann auch ein Rückschlag für die Stadt wäre? Wenn sie wirklich den Anspruch hat, eine vielfältige Sportlandschaft auf hohem Niveau zu bieten: auf jeden Fall.

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