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FSV Mainz 05 : Warum Svensson nur an Kleinigkeiten bastelt

  • -Aktualisiert am

Auskunftsfreudig: Bo Svensson Bild: dpa

Der Mainzer Trainer Svensson will Laufwege und Flankenqualität seiner Spieler verbessern, wirft vor dem Abstiegsgipfel auf Schalke aber auch einen Blick auf Grammozis‘ Zeit in Darmstadt.

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          Tabellarisch hat sich auf den hinteren Plätzen der Fußball-Bundesliga am vergangenen Wochenende nichts bewegt. Alle Mannschaften vom 14. bis zum 18. Platz haben verloren. Danach jedoch gab es interne Bewegungen: Arminia Bielefeld und mal wieder der FC Schalke 04 nahmen Trainerwechsel vor – und beide Entscheidungen betreffen in gewisser Weise den FSV Mainz 05.

          Bundesliga

          Denn bei den Ostwestfalen übernahm mit Frank Kramer jener Mann den Posten des entlassenen Aufstiegstrainers Uwe Neuhaus, der vor nicht allzu langer Zeit als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums bei RB Salzburg noch der Chef der im Januar nach Mainz zurückgekehrten Trainer Bo Svensson und Babak Keyhanfar gewesen war. Jetzt müssen sie sich um einen Nichtabstiegsplatz streiten.

          Nun also soll es Dimitrios Grammozis beim abgeschlagenen Tabellenletzten Schalke als Trainer richten. Seinen Einstand gibt der einstige Fußballlehrer des SV Darmstadt 98 an diesem Freitagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei DAZN) – gegen Mainz 05. Nein, sagt Svensson auf Nachfrage, er habe nicht darüber geflucht, dass die Schalker just in dieser Woche abermals den Trainer ausgetauscht haben. „Ich habe geflucht, weil wir gegen Augsburg nicht gewonnen haben oder weil im Training manche Sachen nicht funktioniert haben. Aber das, was beim Gegner passiert, kann ich ja nicht beeinflussen.“

          „Das war für uns Saisonrekord“

          Sehr wohl aber beeinflusse der Wechsel von Gross zu Grammozis die eigene Gegneranalyse. „Innerhalb von drei Tagen kannst du nicht alles neu machen“, sagt der 05-Coach; eine ähnliche Erfahrung hat er ja selbst vor zwei Monaten gemacht. Daher rechne er mit einer Mischung aus den bisherigen Schalker Auftritten und ersten von Grammozis eingebrachten Elementen. Doch auch dafür gibt es Anschauungsmaterial: „Wir haben uns Spiele aus seiner Darmstädter Zeit angeschaut. Wir versuchen, alles zu analysieren, aber der Fokus liegt auf uns selbst. So haben wir es in unserem Projekt von Beginn an gehalten.“ An den Inhalten, die er von seiner Mannschaft sehen wolle und an denen er mit ihr arbeite, habe sich nichts verändert.

          Das wesentliche Manko am vergangenen Sonntag war nur vordergründig Torwart Robin Zentners Blackout, der dem FC Augsburg den einzigen Treffer des Nachmittags ermöglichte. Spielentscheidend wurde der nur, weil es seinen Vorderleuten nicht gelang, ihre vor allem in der ersten Halbzeit deutliche Überlegenheit in Torchancen, geschweige denn Tore umzumünzen.

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          36 Flanken schlugen die 05er in den Strafraum der bayerischen Schwaben, „das war für uns Saisonrekord“, sagt Svensson. Ernstzunehmende Abschlüsse resultierten daraus erst in der Schlussphase der Partie. „Es lag an Kleinigkeiten, an den Laufwegen in der Box, an technischen Fehlern, an der Flankenqualität. Das hat in diesem Spiel nicht gepasst, aber wir basteln daran.“

          Nun ist es nichts Neues, dass die Mainzer sich gegen extrem defensiv eingestellte Gegner schwertun; Fußball mit langen Ballbesitzzeiten, der kreative Lösungen im letzten Drittel des Spielfelds erfordert, zählte in den vergangenen Jahren nicht zu ihren Spezialdisziplinen. Rasche Fortschritte auf diesem Gebiet wären nicht nur mit Blick auf Freitagabend hilfreich, wenn sie auf vermutlich ganz auf Umschaltfußball setzende Schalker treffen, sondern auch in den folgenden Wochen.

          Dann nämlich stehen unter anderem die Spiele gegen Arminia Bielefeld, in Köln und Hertha BSC an. „Wir sind Tabellenvorletzter, wir müssen Punkte holen“, sagt Svensson, „aber erst mal heißt die Aufgabe Schalke 04. Wir wollen nicht den Fokus auf das Hier und Jetzt verlieren, indem wir uns Gedanken machen, was hinterher kommt. Das war vor meinem ersten Spiel gegen Eintracht Frankfurt so, und daran hat sich nichts geändert.“

          Einen kleinen Ausblick über den 24. Spieltag hinaus aber gestattet sich der Däne doch. Dass Frank Kramer zu Wochenbeginn in Bielefeld angeheuert hat, „ist natürlich schon etwas besonders, weil ich mit ihm über ein Jahr lang gearbeitet habe und ihn sehr gut kenne. Er ist ein Topmensch – und wir werden uns ein spannendes Duell auf der Trainerbank liefern.“

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