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Mainzer Erfolgsgeheimnis : Das Gesetz der Serie wirkt gegen alle Wahrscheinlichkeit

Aber im Spielaufbau wirken die Mainzer schon jetzt deutlich dynamischer als zuvor. Das Innenverteidiger-Trio traut sich dank der Absicherung im Zentrum durch zwei Abwehrkollegen deutlich mehr Impulse nach vorne zu, die das Mainzer Spiel im Zentrum über Jean-Paul Boetius oder auch über die Außenbahnspieler in Schwung bringen. „Mainz hat unglaublich viel Schnelligkeit und Power auf dem Platz“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Beierlorzer und seinen Mainzern kam am Montag auch die Gnade des Spielplans zu Hilfe wie schon im Rhein-Main-Prestigeduell in der Vorsaison, als die Rheinhessen am vorletzten Spieltag eine Eintracht in Frankfurt besiegen konnte, die drei Tage nach einer im Elfmeterschießen verlorenen Halbfinalschlacht in der Europa League körperlich am Ende war. Auch am Montag wirkte das Team in Mainz nun sichtlich angeschlagen von den Belastungen der vergangenen Wochen mit inklusive Qualifikations- und Gruppenspielen der Europa League insgesamt nun schon 26 Spielen seit Saisonbeginn.

Am Donnerstag zuvor hatten sich die Hessen beim FC Arsenal noch einmal zu einer Energieleistung aufraffen können, um nach Rückstand beim englischen Topteam mit 2:1 zu gewinnen. Vor allem die sonst so flinken Außenbahnspieler Danny da Costa und Filip Kostic scheinen in Mainz nun aber bei allem offensichtlichen Einsatzwillen überspielt und kraftlos und verloren erstaunlich viele Laufduelle. Zudem war auch noch Kapitän und Abwehrstabilisator Makoto Hasebe kurzfristig wegen einer Erkrankung ausgefallen. Die Mainzer haben bei 14 Begegnungen gerade einmal knapp mehr als halb so oft auf dem Platz gestanden und wirkten entsprechend frisch.

Frankfurts Martin Hinteregger beobachtet Bengalos, die aus dem Frankfurter Fanblock auf den Rasen geworfen werden. Bilderstrecke

Am Montag nun brach zudem die berechtigte Hinausstellung von Dominik Kohr unmittelbar vor dem Pausenpfiff nach einer Notbremse gegen den couragiert Richtung Tor sprintenden Levin Öztunali den Willen der Eintracht. Mehr noch als körperlich kamen die Hessen psychisch angeschlagen nach diesem Dejá-vu aus der Kabine zurück: Vor drei Wochen hatten sie bei der 0:1-Niederlage in Freiburg  bereits die schmerzliche Erfahrung einer zweiten Halbzeit in Unterzahl machen müssen. Damals musste Gelson Fernandes in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts vom Feld. „Wir bringen uns mit den Roten Karten immer wieder um die Früchte unserer Arbeit. Zu elft hätten wir schon in Freiburg und auch heute Punkte mitgenommen“, sagte Eintracht-Trainer Hütter, der so von einem verdienten Mainzer Sieg sprach trotz des leidenschaftlichen Kampfs, mit dem seine Spieler am Ende noch einmal einen späten Ausgleich zu erzwingen versuchten.

312 Sprints zum Sieg

Die im ersten Spielabschnitt noch gleichwertige und nicht ganz unverdient führende Eintracht brach nach dem Wiederanpfiff zunächst ein im Sturmlauf der sichtlich vor Energie strotzenden Mainzer. „Wir haben insgesamt 312 Sprints in der Statistik. Das ist ein sensationeller Wert“, sagte Beierlorzer nach dem Spiel begeistert. Tatsächlich sind Werte jenseits von 250 stets bereits Anlass für Freude bei Bundesligatrainern. Eine Zahl über 300 hat Seltenheitswert und zeugt vom Willen des Gegners, die Eintracht durch Laufbereitschaft zu zermürben. „Die ersten zwanzig Minuten in der zweiten Halbzeit haben uns die Mainzer enorm zugesetzt“, sagte Hütter. Seine Mannschaft verschanzte sich nahezu wehrlos im eigenen Strafraum und war minutenlang nicht in der Lage, sich aus der Mainzer Umklammerung zu befreien.

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