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Bundesliga-Krise : Mainz-Trainer sucht das Einzelgespräch – mit den Fans

  • -Aktualisiert am

Unzufrieden mit der Leistung: Trainer Lichte spricht mit den Mainzer Fans. Bild: Reuters

Auch wenn eine Leistungssteigerung zu erkennen ist, sieht es für Mainz derzeit schlecht aus. Gegen Leverkusen gibt es die vierte Niederlage in Serie. Trainer Lichte stellt sich den Kritikern aus der eigenen Zuschauerreihe.

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          Die Sache mit dem Abstand und den Masken geriet kurzzeitig in Vergessenheit, als Jan-Moritz Liischen dem FSV Mainz 05 und Bayer Leverkusen über die Werbebande vor der Gegengerade stieg. Dort, auf der Südtribüne der Arena am Europakreisel, waren die nur 250 Zuschauer untergebracht, die nach der jüngsten städtischen Corona-Verordnung ins Stadion durften, und fast alle zollten d  er Leistung ihrer Mannschaft Anerkennung. Zwar hatten die Mainzer auch ihr viertes Saisonspiel, das zweite unter Lichtes Regie, verloren, aber die Steigerung gegenüber den vorangegangenen Partien war unverkennbar. Das Publikum bedachte dies mit viel aufmunterndem Applaus und „FSV, FSV“-Rufen.

          Bundesliga

          Zwei Fans in vorderster Reihe aber mochten sich diesen Respektsbekundungen nicht anschließen – und mit ihnen trat der neue Cheftrainer in den Dialog. Lichte wirkte aufgebracht, erregt, wies immer wieder mit ausgestrecktem Arm aufs Spielfeld. Die Bilder vermittelten den Eindruck, er nehme seine Mannschaft gegen Pöbeleien in Schutz, doch derlei Spekulationen wies er später bei der digitalen Presskonferenz zurück. „Es gab keine Beschimpfungen oder Beleidigungen“, sagte Lichte, „es war ein Meinungsaustausch.“ Die Kritik der Gesprächspartner bezog sich demnach auf das Mainzer Offensivspiel. Ihnen hatte missfallen, dass die 05er nur zu wenigen Torchancen gekommen waren.

          Lichte lobt das Team

          Damit lagen sie zwar nicht falsch, viel mehr als zwei Abschlüsse von Jonathan Burkardt, einer Mitte der ersten, einer zu Beginn der zweiten Halbzeit, der eine übers Tor, der andere geblockt, sprang bei den Angriffsbemühungen nicht heraus. Lichte aber befand die Offensivleistung seiner Mannschaft dennoch für ordentlich, weil er einen anderen Ansatz hatte als die beiden Fans. „Es hört sich vielleicht komisch an, aber unser Offensivplan ist halbwegs aufgegangen“, sagte er und verwies auf die bestens organisierte Leverkusener Defensive.

          „Wir wussten, dass wir keine zehn, fünfzehn Chancen bekommen würden, wir wussten, dass es über den Flügel gehen muss, und wir haben die Räume teilweise gefunden.“ Warum es dann nicht gelungen sei, Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta häufiger in Szene zu setzen, ob es an der Qualität der Hereingaben gelegen habe oder an der Bayer-Abwehr, müsse er sich noch mal anschauen. „Ich glaube aber, das war offensiv nicht schlecht.“ Und ins offene Messer laufen sollte seine Elf dem Gegner auch nicht; diese schmerzhafte Erfahrung hatte sie in den vergangenen Jahren oft genug gemacht.

          Lichte ging es bei seinem Kleingruppengespräch auch darum, „das Gefühl zu vermitteln, dass wir es gemeinsam schaffen müssen“. Und dieses „gemeinsam“ beinhalte eben nicht nur 248 Fans, sondern alle 250. Die Mannschaft habe diesmal die nötigen Emotionen gezeigt, die meisten Anhänger seien ja auch der Meinung gewesen, dass Einsatz und Leidenschaft stimmten. „Natürlich dürfen wir uns darüber unterhalten, was wir besser machen müssen. Aber nach einem solchen Spiel sollte man zunächst honorieren, dass die Mannschaft alles gegeben hat.“

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