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Mainz 05 : Spielerkauf verpflichtet

  • -Aktualisiert am

Delron Buckley kam von Borussia Dortmund Bild: ddp

Mit den Neuzugängen Delron Buckley und Zsolt Löw hat sich Mainz 05 im Aufstiegskampf selbst unter Druck gesetzt. Die Wende in der Personalpolitik kam abrupt. Jetzt hofft man auf drei Punkte im Heimspiel gegen 1860 München.

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          Mehrere Wochen war nichts passiert, und auch Manager Christian Heidel betonte immer wieder, Mainz 05 werde auf dem Transfermarkt höchstens nach einer Backup für Niko Bungert in der Innenverteidigung suchen. Doch dann meldete sich Bo Svensson etwas unerwartet von seiner Achillessehnenverletzung genesen, und die personelle Absicherung kam aus den eigenen Reihen – Neuzugänge schienen deshalb in der Winterpause nicht mehr erforderlich.

          Die Wende in der Personalpolitik vollzog sich abrupt: Innerhalb weniger Tage verpflichtete der Zweitligaverein schließlich Verteidiger Zsolt Löw von 1899 Hoffenheim sowie den Offensivspieler Delron Buckley von Borussia Dortmund. Zwei Profis für die linke Seite, zwei Spieler, die bei ihren vormaligen Klubs und folglich in den Nationalmannschaften von Ungarn und Südafrika ins Abseits geraten waren; zwei Männer, die vergleichsweise preiswert zu haben waren. „Ganz sicher ist unsere Qualität in der Breite besser geworden“, sagt Heidel.

          Sporthistorie soll sich nicht wiederholen

          Mainz 05 ist quasi prophylaktisch tätig geworden, nachdem sich mit Peter van der Heyden, Elkin Soto sowie Chadli Amri aufgrund ihrer jeweiligen körperlichen Probleme gleich drei Wackelkandidaten aufgetan haben. „Wir wollten selbst das minimalste Risiko ausschließen, sind jetzt auf jeder Position abgesichert und können auf alles mit entsprechender Qualität reagieren“, sagt der Manager. Auf alles – also auf Krankheiten, Verletzungen oder Sperren. „Ich wollte mir nicht anhören“, sagt Heidel, „wenn der oder der nicht verletzt gewesen wäre . . . “ Er beendet den Satz nicht, und doch ist klar, was er ausdrücken wollte, es zeigte sich ja auch erst in der vergangenen Saison, als der FSV im entscheidenden Spiel um den Aufstieg beim FC Köln ausgelaugt und ersatzgeschwächt antrat – und am Ende keine Chance hatte.

          Weil sich die Sporthistorie von Mainz 05 in dieser Hinsicht nicht wiederholen soll, hat Finanzchef Friedhelm Andres anteilige Mittel des acht Monate zurückliegenden Verkaufs von Neven Subotic an Borussia Dortmund zur Verwendung freigegeben, auch der DFB-Pokalsieg in Freiburg hat finanziell geholfen. Durch den Einzug in das Viertelfinale, wo der FSV Schalke 04 am 3. März der Gegner sein wird, konnte Andres dem Etat nicht kalkulierte 900.000 Euro zuführen. „Aber das ist keine Politik für die nächsten Jahre“, sagt Heidel. Der eher konservative und sparsame Umgang mit dem Geld soll also oberste Prämisse am Bruchweg bleiben.

          Mainz sucht nach dem „Bayern-Gen“

          Der Druck, in dieser Saison in die erste Liga aufzusteigen, dürfte zunächst indes nicht geringer geworden sein. Zwar hat Löw in der Bundesliga-Hinrunde für Hoffenheim nur ein Spiel absolviert, und Buckley stand in Dortmund zuletzt nicht einmal mehr im Kader, doch das Wissen um die mögliche Leistungsstärke der beiden nährt die Hoffnung. Der jetzige Dortmunder Trainer Jürgen Klopp glaubt sogar, dass Buckley „in Mainz noch mal explodieren kann“. Vieles spricht dafür, dass der Südafrikaner an diesem Sonntag (14 Uhr) gegen 1860 München sein Heimdebüt im Mainzer Trikot feiern wird. Laut Trainer Jörn Andersen hat der 31 Jahre alte Profi sogar Chancen, in der Startelf aufzulaufen. Aber egal, wer aufläuft, Andersen fordert, dass seine Mannschaft in der Rückrunde „das Bayern-Gen reinbekommen“ müsse. Dass sie nicht unbedingt schön spielen, aber stets erfolgreich sein solle.

          Einen gewissen Leidensdruck aber dokumentiert allein die unbefriedigende Heimbilanz von Mainz in der Vorrunde mit nur zwölf Punkten, der letzte Sieg am Bruchweg datiert vom 6. Oktober 2008, als die Mannschaft 5:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden gewann. Hat Mainz 05 also einen Heimkomplex? „Wenn man sich nur die Ergebnisse anschaut, könnte man es glauben“, sagt Heidel. „Aber ein Dreier vor heimischem Publikum ist mal wieder Pflicht.“

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