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Mainzer Personalplanung : Kleiner Kader, große Wirkung

  • -Aktualisiert am

Jubelt er auch kommende Saison für Mainz? Kapitän Moussa Niakhaté Bild: dpa

Beim FSV Mainz 05 halten sich Zu- und Abgänge bislang die Waage. Jeremiah St. Justes Weggang schmerzt zwar, aber bringt auch Geld in die Kasse. Offen bleibt die Zukunft des Kapitäns.

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          An der Größe ihres Kaders, das haben die Verantwortlichen des FSV Mainz 05 nach Abschluss der Bundesligasaison bekräftigt, wollen sie nichts ändern. Bo Svensson will weiterhin mit einer überschaubaren Gruppe arbeiten, in der sich jeder Spieler gebraucht fühlt, in der jeder die Chance hat, am Wochenende im Kader zu stehen.

          Bundesliga

          Dass dies in Ausnahmefällen zu Engpässen führen kann, wie es in der zurückliegenden Runde coronabedingt am ersten Spieltag und Mitte der Rückrunde der Fall war, nimmt der Trainer in Kauf. Das ist ihm lieber, als mehrere unzufriedene Akteure mitzuschleppen, die keine Rolle spielen und womöglich noch schlechte Stimmung verbreiten.

          Insofern liegt der Verein derzeit mit seinen Transferaktivitäten voll auf Kurs. Vier Abgängen stehen vier Zugänge gegenüber, nach einem Ausleihjahr wird außerdem Luca Kilian für zwei Millionen Euro Ablöse beim 1. FC Köln bleiben. Sportlich fällt nur der Verlust des Innenverteidigers Jeremiah St. Juste ins Gewicht. Der aus Bochum geholte Maxim Leitsch muss sich gewaltig strecken, ihn zu ersetzen. Wobei Bo Svensson zu Recht darauf hinweist, „dass wir Jeremiah fast ein Jahr lang kompensiert haben“.

          Wegen zweier Schulteroperationen stand der schnellste Spieler der vorvergangenen Saison kaum zur Verfügung. Doch die Dreierkette funktionierte auch mit Stefan Bell, Moussa Niakhaté, Alexander Hack und dem jungen Niklas Tauer. „Silvan Widmer hat es auch ein paarmal probiert“ – das Lachen, mit dem Svensson diese Aussage begleitet, ist sein erstes Eingeständnis, dass der Schweizer Rechtsverteidiger doch kein Mann für die Innenverteidigung ist. Beruhigend wirken die rund zwölf Millionen Euro, die Sporting Lissabon für St. Juste gezahlt hat. Geld, das die Mainzer brauchen, um den Kader qualitativ zu verstärken, auch wenn Sportvorstand Christian Heidel betont, der Klub habe die Corona-Pandemie gut überstanden, besser als manch vergleichbarer Konkurrent.

          Daniel Brosinski und Kevin Stöger, die nicht mehr über sporadische Einsätze hinausgekommen waren, haben keine neuen Verträge mehr erhalten. Und Jean-Paul Boëtius, heißt es, habe sich nicht hundertprozentig für einen Verbleib in Mainz begeistern können. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es der sportlichen Leitung des Klubs nicht anders ging.

          Der Offensivmann war zwar immer mal wieder für besondere Momente, für geniale Pässe oder auch ein Tor gut – aber eben nur immer mal wieder. Der Niederländer hat es in seinen vier Mainzer Jahren nicht geschafft, sich von einem Szenenspieler zu einer kon­stanten, verlässlichen Größe zu entwickeln. In den weniger guten Momenten, von denen es sehr viele gab, war seine Spielweise kontraproduktiv.

           Zukunft des Kapitäns

          Dass der Spaßvogel Boëtius in der Mannschaft und auch manchem Fan fehlen wird, ist das eine. Fußballerisch werden die Mainzer von Aymen Barkok, neben Rückkehrer Danny da Costa einer der beiden Zugänge von Eintracht Frankfurt, sicher nicht weniger bekommen.

          Zu den offenen Fragen gehört die nach der Zukunft des Kapitäns: Wird auch Niakhaté den Verein verlassen? Oder bleibt er noch eine weitere Saison und kann im Sommer kommenden Jahres ablösefrei gehen? Oder verlängert er sogar zu erhöhten Bezügen und mit einer Ausstiegsklausel für eine festgeschriebene Summe? Momentan scheint alles denkbar. „Wir würden ihn ungern nächstes Jahr ohne Ablöse gehen lassen“, sagt Sportvorstand Heidel.

          „Aber wir werden ihn ganz sicher nicht jetzt abgeben, ohne einen Plan B zu haben.“ Im Zweifelsfall sei es wichtiger, eine gute nächste Saison zu spielen, als Geld mit einem Verkauf des Kapitäns zu verdienen. Niakhaté fühle sich in Mainz sehr wohl und verspüre nicht den Drang, unbedingt wegzuwollen. Offenbar gibt es bisher aber auch keine Anfragen anderer Klubs, die nur annähernd die St.-Juste-Größenordnung erreichen. Das erstaunt, weil der Franzose, anders als der Niederländer, eine komplette Saison auf hohem Niveau bestritten hat.

          Nachlegen wollen die 05er in der Offensive, ein schneller Stürmer soll es sein. Nicht uninteressant könnte in diesem Zusammenhang sein, dass der Hamburger SV am Montagabend den Aufstieg in die Bundesliga verpasst hat – möglicherweise lässt sich dadurch 22-Tore-Mann Robert Glatzel nach Mainz zurückholen, wo er in der Rückrunde der Saison 2020/21 auf Leihbasis tätig war.

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