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Mainz 05 im DFB-Pokal : Keine eigenen Gesetze zulassen

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Achim Beierlorzer (M.) gibt Anweisungen: Mainz 05 will gegen Havelse keine eigenen Pokal-Gesetze zulassen. Bild: Picture-Alliance

Die Nullfünfer wollen über die Favoritenrolle im Pokal gegen Halevse nicht diskutieren. Zusätzlich motiviert die Mainzer, dass 1000 Zuschauer in der Arena dabei sein dürfen.

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          Silke Bannick sprach ihn tatsächlich aus. Jenen Satz, der verpönt ist: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, sagte also die Pressesprecherin des FSV Mainz 05 bei der journalistenfreien Pressekonferenz vor dem Erstrundenspiel an diesem Freitag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und bei Sky) gegen den TSV Havelse. Trainer Achim Beierlorzer, der neben ihr saß, wird sich wünschen, dass genau dies nicht der Fall sein wird – andernfalls stünde der Bundesligaklub noch ein ganzes Stück dümmer da als nach dem 0:2 in Kaiserslautern vor einem Jahr.

          Denn diesmal treffen die Mainzer nicht auf einen Drittligaverein, sondern auf einen, der viertklassig spielt. Und sie treten in der eigenen Arena an, weil die Niedersachsen sich außerstande sahen, die Partie gemäß den Corona-Bestimmungen zu organisieren. Dafür werden die Mainzer ihnen die Reisekosten erstatten, zudem haben sie für die Zeit nach der Pandemie für ein Testspiel in Havelse zugesagt.

          Zweimal standen sich die beiden Klubs in der Vergangenheit gegenüber. In der Zweitligasaison 1990/91 war das; die 05er setzten sich gegen das Team des späteren langjährigen Freiburger Trainers Volker Finke in beiden Begegnungen 2:1 durch. Über die Favoritenrolle beim dritten Aufeinandertreffen zu reden wäre Zeitverschwendung. Die Herausforderung, vor der die Rheinhessen stehen, ist, ohne dem Gegner unrecht tun zu wollen, überschaubar. „Wir sind der Bundesligist, wir wollen unsere Qualität durchsetzen, wir wollen als Sieger vom Platz gehen“, sagte Beierlorzer.

          Welcher Torwart dazu beitragen soll, verriet er noch nicht. Die Entscheidung, ob Robin Zentner die Nummer eins bleibt oder Florian Müller sich den Status während der Vorbereitung zurückerobert hat, sei noch nicht getroffen, sagte der Trainer und erweiterte die Gruppe um den dritten Schlussmann im Kader, Finn Dahmen: „Wir sind froh, dass wir drei absolute Toptorhüter haben.“ Entsprechend schwierig sei es, sich auf einen festzulegen, die Entscheidung werde er gemeinsam mit Torwarttrainer Stephan Kuhnert treffen und den betroffenen Spielern mitteilen, bevor er an diesem Freitag die Aufstellung bekanntgebe.

          Zwei Testspiele abgesagt

          Optimal verlief die Saisonvorbereitung am Bruchweg nicht. Gleich zwei geplante Testspiele mussten die Mainzer wegen Corona-Fällen im eigenen Kader absagen, zunächst gegen den VfB Stuttgart und am vergangenen Samstag gegen die Frankfurter Eintracht. Dennoch mochte Beierlorzer nicht klagen. „Die Mannschaft ist gut in Form, und wir können seit Dienstag wieder trainieren“, sagte er. Interne Sanktionen gegen infizierte Profis schloss er aus.

          Das Thema Corona sei überall zugegen, „ob Paris St. Germain oder Wehen Wiesbaden“, es beschäftige die gesamte Gesellschaft, die sich nach und nach wieder öffne. Der Verein verfolge nicht den Ansatz, dass ein Spieler schuld an seiner Infektion sei, weil er sich fahrlässig verhalten habe; deshalb werde auch niemand bestraft.

          Dass gegen Havelse 1000 Zuschauer in der Arena sein dürfen, wertet Beierlorzer als weiteren kleinen Schritt in Richtung Normalität. „Schon als in der Vorbereitung 250 Fans am Bruchweg sein durften, haben wir gespürt, wie es ist, wenn von den Rängen eine Rückmeldung kommt“, sagt er. Diese Entwicklung tue gut. „Trotz alledem sind wir verantwortungsvoll unterwegs.“ Jetzt muss die Mannschaft nur noch so spielen, dass die Rückmeldungen positiv ausfallen.

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