https://www.faz.net/-gzn-9teg0

Trainersuche bei Mainz 05 : Gespräche mit „Prio eins“

Gelassen auf der Suche: Sportvorstand Rouven Schröder. Bild: dpa

Mainz 05 kommt bei der Trainersuche voran. Nach dem Wochenende dürfte der neue Mann an der Seitenlinie verkündet werden. Der 2:1-Sieg im Testspiel gegen Darmstadt 98 ist gut für Reparaturarbeiten.

          2 Min.

          Die Haupttribüne des Mainzer Bruchwegstadions ist übersichtlich. Auch die Logen oberhalb der Sitzreihen in der alten Spielstätte von Mainz 05 sind gut einsehbar. Und so müsste sich ein möglicher Trainerkandidat für die Nachfolge des am vergangenen Sonntag entlassenen Sandro Schwarz am Freitagnachmittag schon gut versteckt oder maskiert haben oder aber ein bislang gänzlich unbekannter Fußballlehrer sein, wenn er denn beim Testspiel des Bundesliga-Sechzehnten aus Rheinhessen gegen den Zweitliga-Dreizehnten Darmstadt 98 im Stadion gewesen wäre.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Partie endete nach einer Leistungssteigerung der Mainzer in Halbzeit zwei und dank Treffern von Levin Öztunali und Aaron, zwei von fünf am vergangenen Samstag bei der 2:3-Niederlage gegen Union Berlin eingesetzten Akteuren, mit einem 2:1-Sieg für die zuletzt so gebeutelten Rheinhessen.

          Für die „Lilien“, bei denen lediglich Immanuel Höhn und Patrick Herrmann aus der Startelf vom 2:2 gegen Regensburg auf dem Feld standen, traf Ognjen Ozegovic per Elfmeter (42. Minute), den er im Zweikampf mit Hack selbst herausgearbeitet hatte. Für die Darmstädter, die am Dienstag (19 Uhr) ein weiteres Testspiel beim FSV Frankfurt bestreiten werden, hatte der Abend einen faden Beigeschmack. Mathias Wittek zog sich eine Knieverletzung zu und musste mit einem Golf-Kart vom Feld gefahren werden.

          „Nach dem Rückstand gingen die Köpfe erst mal runter, das waren die Mechanismen der letzten Wochen“, sagte Jan-Moritz Lichte, der als Assistenztrainer das Mainzer Team bis zur Ankunft des neuen Cheftrainers führt und dann wieder ins zweite Glied rücken wird. „Das Ding in der zweiten Halbzeit zu drehen war heute entscheidend für die Mannschaft.“

          Nicht leiten lassen

          Rund um das Spiel versuchten die Verantwortlichen von Mainz 05 bewusst Ruhe auszustrahlen. Sportvorstand Rouven Schröder erläuterte, dass er zu Wochenbeginn nach klaren Kriterien eine Liste mit möglichen Kandidaten aufgestellt habe und derzeit in intensiven Gesprächen mit „unserer Prio eins“ sei, die allerdings noch nicht abgeschlossen seien. Die Persönlichkeit des Wunschkandidaten soll dabei gar nicht so weit von einem Sandro Schwarz entfernt sein. Dem Vernehmen nach will sich Mainz 05 nicht davon leiten lassen, einen Trainer mit Strahlkraft und auch Unterhaltungswert zu verpflichten, nur um von den sportlichen Sorgen abzulenken. Die Namen, die bislang kursieren, sind demnach reine Spekulation. „Er war heute auch nicht da“, klärte Schröder zum Wunschkandidaten auf. Über das Wochenende werde zudem noch kein Name verkündet.

          Unterdessen muss sich der Aufsichtsrat abermals Gerüchten erwehren, dass er sich bei der Trennung von Schwarz in die Belange des Vorstands eingemischt und Druck auf Schröder ausgeübt habe. „Der Sportvorstand trägt die Verantwortung für den sportlichen Bereich und hat eine Meinung und kommuniziert diese mit seinen Vorstandskollegen. Der Aufsichtsrat diskutiert mit Schröder die sportliche Situation. Aber niemals in der Vergangenheit oder in der Zukunft wird der Aufsichtsrat Einfluss auf die personelle Entscheidung zur Person des Trainers nehmen“, sagte Detlev Höhne, der Vorsitzende des Kontrollgremiums, auf Nachfrage. Schröder bekräftigte Höhnes Worte. „Ich leiste meine Arbeit mit einem gewissen Stolz und muss den auch haben, wenn ich der Verantwortung gerecht werden will“, sagte er. „Wenn das gestört würde, wäre ich der Falsche. Die Gerüchte haben mich nicht gestört, weil sie nicht stimmen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bald offiziell Amerikas Präsident: Joe Biden

          Joe Biden : „Wir sind im Krieg mit diesem Virus“

          Amerikas künftiger Präsident tritt sein Amt zu einer Zeit an, in der die Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten wilder tobt denn je. Die Impfung der Bevölkerung kommt nur schleppend voran. Joe Biden präsentiert nun Pläne, wie er das ändern will.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.