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Bundesliga : Mainz und die Erinnerungen ans gallische Dorf

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Das waren noch Zeiten: Thomas Tuchel bei Mainz 05 Bild: Picture-Alliance

Als Mainz 05 vor allem unter Thomas Tuchel die Großen in Serie ärgerten, war die Fußballwelt noch etwas anders. Und dennoch muss sich der Klub an dieser Zeit messen lassen, als er so innovativ und mit klarer Identität zu Werke ging.

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          Bei Mainz 05 haben sie seit Wochen mal wieder Grund, in Erinnerungen zu schwelgen: Drei europäische Fußball-Topligen werden derzeit von Mannschaften angeführt, deren Trainer Kinder des Klubs sind. Jürgen Klopp, der größte Sohn des Vereins, strebt nach dem Champions-League-Erfolg im Sommer mit dem FC Liverpool nun auch dem Premier-League-Titel entgegen. In Frankreich dominiert Paris Saint-Germain die Ligue 1 unter Thomas Tuchel, der in sechs Mainzer Jahren zum internationalen Toptrainer gereift war. Und Borussia Mönchengladbach steht auf Platz zwei der Bundesliga – auch dank Marco Rose, der in einem Jahrzehnt am Bruchweg als Spieler und anschließend als Trainerlehrling das Mainz-Gefühl geprägt und verinnerlicht hat.

          Bundesliga

          Der Blick in die Ferne lässt die Gegenwart in Mainz trist erscheinen. Der Zauber des Neuanfangs nach dem Trainerwechsel von Sandro Schwarz zu Achim Beierlorzer ist erst einmal verflogen. Der 5:1-Sieg in Hoffenheim und der Erfolg im Prestigeduell mit der Frankfurter Eintracht sind schon fast wieder vergessen, verdrängt von einer desillusionierenden 0:4-Niederlage gegen Borussia Dortmund. Mainz 05 ist vor dem wegweisenden Duell beim Tabellennachbarn Werder Bremen wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

          Eine Niederlage gegen den BVB ist dabei zu verschmerzen. Wenn die finanziell wie personell am besten ausgestatteten Teams der Liga in Form sind, Spiellaune haben und dazu auch noch effizient sind, dann hat nahezu der gesamte Rest der Liga keine Chance mehr auch in einem einzelnen Spiel. Das ist die Folge davon, dass die Schere immer weiter auseinandergeht in der Liga. Deshalb ist ein Vergleich zwischen den Mainzer Versuchen als Herausforderer der Topklubs aus der Gegenwart mit jenen oft auch verklärten Duellen der Vergangenheit ein wenig ungerecht.

          Als die Rheinhessen vor allem unter Tuchel die Großen in Serie ärgerten, war die Fußballwelt noch etwas anders. Und dennoch muss sich der Klub an dieser Zeit messen lassen, als Mainz 05 so innovativ und mit klarer Identität zu Werke ging, dass Berge zwar nicht immer zu versetzen waren, aber immerhin zumindest zeitweilig ins Wanken zu bringen waren. Tuchel prägte einst den Satz, dass die Großen durchaus in Mainz gewinnen dürfen, dass sie aber bei der Rückfahrt im Bus zumindest sagen müssten, dass es sehr weh getan hat.

          Anschauungsunterricht können die Profis derweil vielleicht beim eigenen Nachwuchs nehmen: Die B-Junioren führen ihre Bundesliga auch vor Bayern München an, die A-Junioren bieten den Großklubs als Tabellendritter ebenfalls Paroli und haben am Sonntag die stets hochgelobten Schalker aus dem DFB-Pokal bugsiert. Der Geist des einst von Tuchel ausgerufenen gegründeten „gallischen Dorfs“ des deutschen Fußballs lebt also noch im Klub.

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