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Mainz 05 : „Es ist ärgerlich, das geht einfach nicht“

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Jean-Paul Boetius war auf Mainzer Seite ratlos. Bild: AFP

Mainz 05 spielt gut und geht in Gladbach in Führung, verliert aber doch noch. Das liegt vor allem an eigenen Fehlern. Die beklagt danach nicht nur Trainer Achim Beierlorzer – und ist „ein bisschen ratlos“.

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          Eigentlich haben die Mainzer die Rolle, die sie sich für die laufende Faschingssaison gegeben haben, ziemlich gut gespielt am Samstagnachmittag im Borussia-Park. Als Bewohner des berühmten gallischen Dorfes, das sich erfolgreich gegen die römische Übermacht wehrt, waren sie in der vorigen Woche auf ihrer Fastnachtssitzung erschienen.

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          Und mit der Haltung eines stolzen und grundsätzlich ebenbürtigen Außenseiters waren sie auch bei den in dieser Saison so starken Mönchengladbachern aufgetreten. Allerdings muss der Druide Miraculix seinem Zaubertrank versehentlich eine Zutat beigemischt haben, die kurze Momente geistiger Abwesenheit auslöst. Denn das Team von Trainer Achim Beierlorzer war nicht nur stark und selbstbewusst, in ganz entscheidenden Szenen fielen die Spieler in einen unerklärlichen Sekundenschlaf und verloren am Ende etwas unglücklich 1:3 am Niederrhein.

          Im Vorlauf der ersten beiden Gegentreffer passierten jeweils fast identische Fehler. „Da war bei uns keiner wach, das geht einfach nicht“, zürnte der Innenverteidiger Alexander Hack später. Zwei mal flogen nach Freistößen für die Borussia hohe Bälle aus dem Halbfeld in den Strafraum der Rheinhessen, mehrere Abwehrspieler verpassten die Möglichkeit, den durchstartenden Alassane Pléa aufzuhalten, der den Ball jeweils aus wenigen Metern ins Tor schießen konnte (24., 76.). „Es sind ja nicht mal Kopfballtreffer gewesen, Pléa kann die Bälle mit dem Fuß spielen“, sagte Beierlorzer: „Da ist man als Trainer auch ein bisschen ratlos, weil es zu einfach ist.“

          Zumal die Mainzer in der Winterpause explizit an der Verteidigung von Standardsituationen gearbeitet hatten. Nun haben sie mit ihren kleinen Unkonzentriertheiten eine Leistung beschädigt, die in den meisten Phasen recht ordentlich gewesen ist. Nach einem schönen Tor von Robin Quaison (12.) hatten sie sogar geführt, und der Favorit vom Niederrhein hatte nach Pléas 1:1 immer noch große Mühe mit dem widerspenstigen Außenseiter: „Sogar drei Punkte wären drin gewesen“, sagte Beierlorzer in Anspielung auf Daniel Brosinskis tollen Schuss eine Viertestunde vor dem Ende, den Yann Sommer nur mit Mühe abwehren konnte. Hier war der Führungstreffer möglich. In der Schlussphase hatte dann Karim Onisiwo noch zwei Kopfballgelegenheiten zum 2:2, doch auch der Österreicher scheiterte am großartigen Gladbacher Torhüter. Erst das 3:1 duruch Floran Neuhaus entschied die Partie (88.) „Es ist ärgerlich“, sagte Beierlorzer, „es fehlt nicht viel, aber es fehlt was.“

          Das ist ein Befund, der einerseits die Zuversicht nährt, zugleich aber Anlass zur Sorge sein kann. „Wichtig ist, dass wir uns das nicht schönreden“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder, um die Sinne für die Gefahr der Lage zu schärfen. Am Sonntag können sowohl Fortuna Düsseldorf als auch Werder Bremen an den 05ern vorbeiziehen, und am kommenden Wochenende ist der FC Bayern zu Gast in Mainz.

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