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1:4 gegen Stuttgart : Mainzer Debakel nach dem Streik

  • -Aktualisiert am

Für Mainz 05 und Karim Onisiwo läuft gegen Stuttgart einiges schief. Bild: AFP

Erst die Niederlage in Leipzig, dann der Spielerstreik – die Woche läuft für Mainz 05 sowieso nicht gut. Das Spiel gegen Stuttgart fängt für den FSV zwar besser an. Doch danach geht einiges schief für schwache Mainzer.

          2 Min.

          Neun Minuten und 45 Sekunden waren gespielt, als die ersten Fans ihrem Unmut Luft machten. Gerade hatte Moussa Niakhaté seinen zweiten Fehlpass gespielt, einen abenteuerlichen obendrein, indem er den Ball aus der Vorwärtsbewegung von der linken Seite nach hinten schlug – ins rechte Seitenaus. Dass der Innenverteidiger dafür die ersten Pfiffe kassierte, lag wohl auch am Gesamtbild, das der FSV Mainz 05 gegen den VfB Stuttgart bis dahin abgegeben hatte, das sich über weite Strecken der Partie verfestigte. Und das seinen Niederschlag in einem 1:4-Debakel und deutlich mehr Pfiffen fand.

          Bundesliga

          Es war der passende Abschluss einer unwürdigen Woche beim rheinhessischen Bundesligaverein, die ihren Anfang in Ádám Szalais Suspendierung und dem folgenden Spielerstreik genommen und ihre Fortsetzung in einer absurden Pressekonferenz gefunden hatte. Und es war ein Wochenabschluss, der die Frage aufwarf, ob Achim Beierlorzer auch am nächsten Freitag im Spiel bei Union Berlin noch im Amt sein wird. In der Gesamtbetrachtung dieser Niederlage mit der vor einer Woche bei RB Leipzig und dem gestörten Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer scheint dies kaum vorstellbar.

          „Wir haben kein gutes Spiel gemacht und verdient verloren“, sagte Beierlorzer. „Stuttgart hat sehr hoch gepresst und uns immer wieder unter Druck gesetzt. Und wir waren leider nicht sehr druckresistent.“ Weder kamen die Mainzer mit dem Pressing der Schwaben zurecht noch mit deren Tempo. Im schwachen Passspiel standen sich beide Teams indes die meiste Zeit in nichts nach, bisweilen wechselte der Ballbesitz im Mittelfeld nach nur einem Kontakt. Mit einem Unterschied: Der VfB brachte deutlich mehr Angriffe zu Ende. Und das erfolgreich.

          Die Mainzer Führung fiel völlig überraschend. Bis dahin hatte Beierlorzers Elf offensiv keine Rolle gespielt, mit Niakhatés Vorstoß über die linke Seite in der 13. Minute änderte sich das. Seine Flanke wehrten die Stuttgarter zwar ab, doch über Robin Quaison und Ridle Baku kam der Ball zu Jean-Paul Boëtius, dessen hohe Hereingabe Jean-Philippe Mateta am langen Pfosten per Kopf ins Zentrum querlegte, der heranstürmende Quaison wuchtete den Ball mit der Stirn ins Netz.

          Danach standen die 05er defensiv eine Weile besser, vielleicht auch, weil die Schwaben sich vom Rückstand erst mal erholen mussten. Etwa von der 35. Minute an jedoch drängte der VfB auf den Ausgleich; dass dieser unmittelbar vor der Pause fiel, war vom Zeitpunkt her glücklich, aber hochverdient. Ausgangspunkt war Mateta, der mit einer schlechten Ballannahme einen Konter ermöglichte, Jeremiah St. Juste ließ sich von Castro überlaufen und anschließend die Gelegenheit zu einem taktischen Foul verstreichen. Castros Diagonalpass in den Strafraum beförderte Silas Wamangituka mit dem ersten Kontakt flach ins lange linke Eck.

          Das 1:2 nach einer guten Stunde fiel nach einem allzu einfachen Pass in die Tiefe auf Sasa Kalajdzcic, der für Daniel Didavi querlegte. Die Gelb-Rote Karte gegen Niakhaté wenige Minuten später „kam zur Unzeit“, stellte Beierlorzer fest. Danach liefen seine Leute in zwei Konter, Mateo Klimovicz (80.) und Kalajdzcic (86.) stellten den Endstand her. „Wir wissen, dass wir nach dieser Woche Gegenwind kriegen“, sagte Beierlorzer. „Dem müssen wir uns stellen.“

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