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FSV Mainz 05 : Luxusproblem im Tor

  • -Aktualisiert am

Nummer eins bei den Mainzern: Robin Zentner kann Trainer Beierlorzer überzeugen. Bild: Jan Huebner

Trainer Achim Beierlorzer entscheidet sich für Zentner als Torwart Nummer eins. Eine „Nuance“ sei entscheidend gewesen. Aber im Mainzer Kader stehen zwei starke Konkurrenten, die nachdrängen.

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          Diese Entscheidung war weniger eine, die Achim Beierlorzer treffen wollte. Sondern eine, die der Trainer des FSV Mainz 05, wie er explizit betonte, „treffen musste“: Wer geht als Nummer eins in die neue Saison? Die Antwort auf diese Frage steht seit dem Wochenende fest – Robin Zentner stand im Pokalspiel gegen den TSV Havelse im Tor und hat damit den Platz, den er nach den ersten Spieltagen der vorigen Saison erobert hatte, verteidigt. Florian Müller muss sich mit der Rolle des Ersatzkeepers abfinden. Oder auch nicht.

          Schließlich ist davon auszugehen, dass der 22-Jährige, dessen Vertrag am Bruchweg bis Juni 2022 läuft, sich nach einem anderen Klub umschauen wird. Müller will spielen, er hatte, wie auch Zentner, schon vor geraumer Zeit erklärt, sich nicht dauerhaft auf die Bank setzen zu wollen. Angesichts der kleineren und größeren Verletzungen, mit denen die Mainzer Torhüter in den vergangenen Jahren zu tun hatten, konnte von „dauerhaft“ zwar schon lange keine Rede mehr sein; eine befriedigende Perspektive ist das freilich nicht.

          Auch Beierlorzer scheint damit zu rechnen, Müller in absehbarer Zeit zu verlieren. Er sei in die Pläne des Spielers zwar nicht eingeweiht, „aber es ist zu erwarten, dass er zumindest entsprechende Bemühungen unternehmen wird“, sagt der Trainer. „Er möchte Bundesliga spielen, und das ist bei einem so tollen Torwart auch verständlich.“

          Was den Ausschlag für Zentner gab, mag Beierlorzer weder öffentlich noch allem Anschein nach im Gespräch, das er mit Torwarttrainer Stephan Kuhnert und den Protagonisten geführt hatte, ausführen. Eine „Nuance“ sei entscheidend gewesen, sagt er nur. „Dieses Gespräch ist unheimlich gut verlaufen, weil beide wissen, dass sie gut sind. Und wir wollten auch ganz bewusst nicht auflisten, wo hier mal ein kleiner Fehlpass passiert ist oder da mal ein kleiner Stellungsfehler war.“ Eine solche Herangehensweise werde beiden Torhütern nicht gerecht.

          Eine der Stärken Müllers sei dessen „große innere Ruhe“, Zentner mit seiner körperlichen Erscheinung, seiner Wucht und Ausstrahlung sei einen Tick vorne gewesen. Letztlich sei es der Gesamteindruck in der Vorbereitung gewesen, der für die bisherige Nummer eins sprach. Die Vereinsverantwortlichen dürften aus einem anderen Grund mit dieser Entscheidung konform gehen. Sie haben in der vorigen Saison damit begonnen, Zentner zu einer Art neuem Gesicht der Mannschaft, des Vereins aufzubauen – als Gesicht und Stimme.

          „Das war einfach perfekt“

          Allein die Tatsache, dass der 25-Jährige im November vorigen Jahres am Tag der Entlassung Sandro Schwarz’ als einziger 05-Vertreter in der Fernsehsendung des SWR saß, um zu den Ereignissen Stellung zu nehmen, deutete dies an. Und Zentner füllt diese Rolle mit einer großen Selbstverständlichkeit aus. Wenn die Vereinsführung es sich aussuchen könnte, würde sie beide potentiellen Einser halten. Müsste sie sich für einen entscheiden, fiele die Wahl wohl auf Zentner.

          Neue Nummer zwei für den Fall eines Abschieds von Müller wäre Finn Dahmen. 22 Jahre alt, schon vorige Saison der dritte Mann bei den Profis, davor zwei Jahre lang Stammkeeper der U23 mit inzwischen 69 Regionalligaeinsätzen (und einem Torerfolg). Achim Beierlorzer sagt ihm eine erfreuliche Zukunft voraus: „Finn Dahmen, da lege ich mich fest, wird Bundesligatorwart. Er ist charakterlich so stark, er ist so klar im Kopf, er ist in der Technik und in allem so grandios.“

          Mit 1,86 Meter zählt Dahmen zwar nicht zu den Riesen zwischen den Pfosten, er kompensiere das jedoch mit seiner klugen Spielweise und seiner Sprungkraft. „Ich bin immer noch ganz begeistert von unserem ersten internen Testspiel in der Vorbereitung“, schwärmt Beierlorzer. „Da hat er das alles ausgestrahlt, das war einfach perfekt. Und auch in der Regionalliga konnte man sehen, wie klar er in seinem Torwartspiel ist.“

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