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Eintracht Frankfurt : Die Eintracht – Gift für Mainz 05

Gesichter eines Spiels: Gekas und Russ treffen, Amanatidis darf wieder mitspielen. Bild: dapd

Der Einfallsreichtum von Torschütze Russ, die Kaltschnäuzigkeit von Gekas, die neue Verletzung von Torwart Nikolov, die Rückkehr von Amanatidis: Der Sieger bietet bei seinem 2:1 viele Geschichten – und triumphiert, weil er aggressiver ist.

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          Wenn es um den Jubel nach einem Tor geht, zeichnet Fußballprofis ein gewisser Einfallsreichtum aus. Vor allem, wenn es sich um werdende Väter handelt. Dann gibt es offenbar den besonderen Ehrgeiz, die Zuschauer an der eigenen Freude auf ungewöhnliche Art teilhaben zu lassen. Beim 2:1 der Eintracht über den FSV Mainz 05 wurde das Bundesligarepertoire, das schon den Daumenlutscher und die mit beiden Armen symbolisierte Babywiege kennt, durch Marco Russ um eine weitere Variante bereichert. Nachdem der Fünfundzwanzigjährige in der 35. Minute die Frankfurter Führung erzielt hatte, fischte er den Ball noch vor dem verdutzten Mainzer Keeper Christian Wetklo aus dem Netz, steckte ihn sich unters Trikot und drehte mit der prallen Kugel vor dem Bauch und den Kollegen zum Feiern ab.

          Russ wird in sieben Wochen erstmals Vater, mit dem auffälligen Jubel wollte er seine Frau grüßen, die so kurz vor dem Ende der Schwangerschaft und wegen der Dezemberkälte den Weg ins Stadion mied und lieber zu Hause auf dem Sofa das Duell der Rhein-Main-Konkurrenten im Fernsehen verfolgte. Es wird ein Junge, darüber ist das Paar informiert, nur einen Namen haben sie noch nicht gefunden. „Das ist schwerer als Fußballspielen“, hat Russ festgestellt. Gegen Mainz gelang ihm trotz der privaten Ablenkung die Konzentration auf den Beruf, die womöglich bald durch nächtlichen Schlafmangel auf eine Probe gestellt wird, vorzüglich. Russ war nicht nur wegen seiner Schauspieleinlage einer der auffälligsten Akteure dieses Derbys, das auch in der siebten Erstliga-Auflage von der Eintracht beherrscht wurde. Obwohl ihr knapper Sieg durch ein schmeichelhaftes Strafstoßtor von Theofanis Gekas (84. Minute) zustande kam, war er der verdiente Lohn für eine bemerkenswerte Vorstellung. Bis auf André Schürrle, der ebenfalls per Elfmeter zwischenzeitlich zum 1:1 ausglich (42.), blieben alle Mainzer hinter den Erwartungen zurück und hatten dem geballten Schwung der ideenreichen Frankfurter nichts entgegenzusetzen. „Das war richtig guter Fußball“, lobte Trainer Michael Skibbe, der „hervorragende Ballpassagen“ gesehen hatte. In den beiden vorangegangenen Partien gegen Hoffenheim und den FC Bayern waren seine Leute phasenweise vorgeführt worden und hatten acht Tore hinnehmen müssen. Immerhin, so Skibbe am Samstag, hätten die deftigen Niederlagen ja etwas Gutes gehabt: Sie sorgten rechtzeitig vor dem Duell mit den Mainzern für ein Höchstmaß an Konzentration und Motivation. „In einem Derby will man ja nicht zum dritten Mal als Verlierer vom Platz gehen“, so Skibbe. „Es ist schließlich kein Spiel wie jedes andere.“

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