https://www.faz.net/-gzn-a3apy

DFB-Pokal : Mainz entgeht vor Fans einer Blamage

  • -Aktualisiert am

Zweifelhafte Leistung: Die Fans sind dennoch zufrieden – auch über die Rückkehr ins Stadion. Bild: dpa

Mainz bietet seinen Fans in der ersten Runde des DFB-Pokals kein rauschendes Fußball-Fest. Die schwache Vorstellung wird überstrahlt vom Stadion-Comeback der Zuschauer. Diese können bald noch zahlreicher erscheinen.

          2 Min.

          Die Szene, in der sich abzeichnete, dass der FSV Mainz 05 die zweite Runde des DFB-Pokalwettbewerbs erreichen würde, trug sich in der 57. Minute zu. Nach einem Steilpass ging Jean-Philippe Mateta im Strafraum des TSV Havelse in ein Laufduell mit Niklas Tasky, der Innenverteidiger prallte vom Körper des Franzosen ab, fiel zu Boden, und Mateta schoss schräg und flach ins lange Eck. Es war das 1:1 in einer Partie, in der die Mainzer seit der 17. Minute einem Rückstand hinterhergelaufen waren. Im eigenen Stadion. Gegen einen Klub aus der Regionalliga. An deren Ende am Freitagabend aber ein 5:1-Erfolg stand.

          DFB-Pokal

          „Mit dem Gegentreffer ging das Kopfkino an“, erklärte Trainer Achim Beierlorzer, warum seine Mannschaft nach frühen Großchancen und einer optisch überlegen gestalteten Anfangsphase aus dem Tritt geraten war. Offenbar lähmte der Gedanke, sie könnten der an Tiefpunkten wahrlich nicht armen Mainzer Pokalgeschichte den vorerst tiefsten hinzuzufügen, ihre Beine. „Danach haben wir aus dem Stand gespielt und die Positionen nicht mehr besetzt“, sagte der Trainer.

          Der Stress, vor 1000 Zuschauern in der Arena am Europakreisel mit einem Rückstand in die Halbzeit zu gehen, wäre den Mainzern wohl erspart geblieben, hätte Jeremiah St. Juste schon in der vierten Minute den Eckball von Daniel Brosinski verwertet. „Ich dachte: Köpf ihn halt einfach rein“, sagte Beierlorzer, doch sein Innenverteidiger ließ den Ball an der Stirn vorbeistreifen. Auch das Tempo, das beispielsweise Brosinski und Jonathan Burkardt zu Beginn auf der linken Außenbahn anschlugen, war geeignet, die gegnerische Hintermannschaft auseinanderzureißen, solange die sich noch nicht zum Bollwerk formiert hatte.

          Krasses Fehlverhalten im Mittelfeld

          Krasses Fehlverhalten bescheinigte der Mainzer Trainer seinen beiden defensiven Mittelfeldspielern, Danny Latza und dem überraschend als dessen Nebenmann aufgebotenen Jean-Paul Boëtius, beim Gegentor. Nie und nimmer hätte Noah Plume völlig frei vor dem Mainzer Strafraum zum Schuss kommen dürfen; Zeit genug, sich bei einem Einwurf der Havelser nach hinten zu orientieren, war allemal, bevor Außenstürmer Kevin Schuhmacher von links in den Rückraum passte.

          Für die Wende nach der Pause kamen drei Dinge zusammen: Die 05er bewegten sich schneller und besser; die Niedersachsen wurden zusehends müder; und Robin Zentner, der mit seiner Nominierung den Zweikampf mit Florian Müller um die Nummer eins im Mainzer Tor für sich entschieden hat, bewahrte seine Elf mit zwei Paraden zu Beginn der zweiten Halbzeit vor einem höheren Rückstand. „Dass ein Regionalligaverein auch aufs Tor schießt und der Torwart einen Ball hält, gehört dazu“, sagte der Trainer.

          Ádám Szalais Flugkopfball zum 2:1 brachte die Mainzer dem Sieg nahe (77.), Mateta, Robin Quaison und abermals Mateta machten aus dem zeitweise umkämpften Spiel ein deutliches Ergebnis. „Ein verdienter Sieg, aber ein bisschen zu hoch ausgefallen“, wie TSV-Trainer Jan Zimmermann festhielt. In dem Zusammenhang wirkte es einigermaßen respektlos, wie der Mainzer Stadionsprecher die Tore abfeierte; es klang gerade so, als hätten die 05er den FC Bayern aus der Arena geschossen, nicht mit einigen Schwierigkeiten einen Viertligaklub bezwungen. Einen Kontrast dazu bildete die Mannschaft: Initiiert von Moussa Niakhaté standen die 05-Profis nach dem Schlusspfiff applaudierend Spalier für die Gegner.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Patient im Intensivzimmer eines bayerischen Krankenhauses.

          Coronavirus : Krankenhäuser reduzieren Betten für Covid-Erkrankte

          Nur noch zehn Prozent der Intensivbetten werden künftig freigehalten: Ärzte befürchten bei einer zweiten Welle Engpässe in der Pflege. Der Präsident der Bundesärztekammer warnt davor, auf die Quotenregelung ganz zu verzichten.
          Dunkle Wolken über Mehrfamilienhäusern aus der Gründerzeit im Prenzlauer Berg (Archivbild)

          Immobilienmarkt : Der Mietendeckel verschärft Berlins Wohnungsnot

          In Berlin können Mieter bald verlangen, die Miete auf eine gesetzlich vorgegebene Grenze zu senken. Schon jetzt wirkt sich das umstrittene Instrument zur Preisdämpfung massiv auf den Wohnungsmarkt aus. Selbst die Genossen sind verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.